Allgemeine Berichte | 30.04.2018

Eifelverein Remagen auf Tour

Besuch des Eisernen Mannes im Kottenforst

Beeindruckend grün zeigte sich der Kottenforst den Remagenern. privat

Remagen. Kürzlich besuchten die Mitglieder des Eifelvereins Remagen den Eisernen Mann im Kottenforst.

Ein paar Impressionen des Ausflugs folgen hier:

Den Bahnhof Rheinbach-Römerkanal gibt es erst seit 2013. Er ist seitdem natürlich der ideale Ausgangspunkt für die Etappe Rheinbach-Brenig auf dem Römerkanal-Wanderweg. Hier hatten die römischen Ingenieure vor 2000 Jahren zunächst leichtes Spiel.

Denn das weite Land, das sich den Remagener Wanderern zwischen Baumschulen und Obstplantagen in schönstem Blütenschmuck zeigte, ist ab Rheinbach topfeben.

Aber schon nach wenigen Kilometern musste damals für die Wasserleitung die Swistbachaue überquert werden. 300 Brückenbögen, bis zu elf Meter hoch, wurden dafür über eine Strecke von 1,4 Kilometer gebaut, alles mit Millimetergenauigkeit geplant und errichtet.

Man kommt aus dem Staunen nicht heraus beim Gedanken, dass dieses bautechnische Meisterwerk fast 200 Jahre lang das römische Köln täglich mit 20.000 Kubikmeter Trinkwasser bester Qualität versorgt hat und dies über eine Entfernung von mehr als 100 km.

Dann verfiel die riesige Anlage und wurde im Mittelalter als Steinbruch genutzt zur Errichtung von Burgen und Klöstern. Doch sind vereinzelt Original-Teilstücke erhalten und auch aufwendig errichtete Rekonstruktionen geben einen vorzüglichen Eindruck dieses grandiosen Bauwerks.

In Lüftelberg befindet sich in einer Seitenkapelle der im 11./12. Jahrhundert errichteten, romanischen Pfarrkirche eine aus feinstem Kalksinter der römischen Wasserleitung gefertigte Grabplatte der heiligen Lüfthildis.

Die farbige, lebhafte Maserung des Gesteins macht nicht nur anschaulich, welch dicke Kalkschichten sich im Verlauf der 200-jährigen Nutzung des Römerkanals abgesetzt haben, sondern auch, wie verdient der Name „Eifelmarmor“ für dieses von Steinmetzen im Mittelalter europaweit so hochgeschätzte Material war.

Hinter Buschhoven durchquert die Trasse des Römerkanals über etliche Kilometer den Kottenforst.

Er zeigte sich den Remagener Eifelfreunden in herrlich frischen, leuchtend hellgrünen Farbtönen, denn sein Laub war erst wenige Tage alt. Mitten im Forst, am Kreuzungspunkt mehrerer Waldwege, steht der „Eiserne Mann“.

Der hat mit dem Ironman von Hawaii nichts zu tun. Den Letzteren gibt es erst seit 1977, den im Kottenforst dagegen schon seit dem Mittelalter und sein Ursprung liegt im Dunkeln. Sagen und Gebräuche ranken sich um ihn, diesen schlanken Pfahl aus Roheisen, im Sandbett gegossen und erstaunlicherweise rostfrei. Seit 1727 steht er tief verankert am jetzigen Platz als Wegemarke.

Salat in allen ihm nur möglichen Farben, millionenfach, teils frisch gepflanzt, teils erntereif, aber alles ganz präzise in Reih und Glied - die Felder des Vorgebirges hätten nicht anschaulicher vorführen können, wie fruchtbar das Erdreich dort ist.

Am markanten Wasserturm von Brenig endete nach 22 km diese herrliche Frühlingswanderung. Mit dem (pünktlichen) Bus ging es zum Bahnhof Roisdorf, von dort mit der (gewohnt unpünktlichen) Regionalbahn zurück nach Remagen.

Beeindruckend grün zeigte sich der Kottenforst den Remagenern. Foto: privat

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Gläser
Einzelbuchungen  149180/0
Gesundheit im Blick
Hochschule Koblenz Stellenanzeige
Wärmepumpe,ÖL/Gasheizung
Gesundheit im Blick
kostenlose Wiedergutmachung aus 995874
Empfohlene Artikel
Die Lantershofener Brötchesmädchen beim Maubichfest mit dem amtierenden Schützenkönig Clemens Queckenberg (5. von links), Junggesellen-Hauptmann Severin Bender (5. von rechts) und natürlich den Maubichkuchen. Foto: DU
13

Lantershofen. Zwei Rezepte in Sachen Trinken und Essen obliegen Weltweit besonderer Geheimhaltung: das von Coca-Cola und das vom Maubich. Auch wenn letztgenannter (noch) nicht ganz den Bekanntheitsgrad des süßen Erfrischungsgetränks erreicht hat, so hat der Lantershofener Birnenkuchen doch ebenfalls zahlreiche Fans.

Weiterlesen

Der wahrscheinlich älteste Schützenverein des Bezirkes Rhein-Ahr feierte am dritten Julisonntag seinen 725. Geburtstag. Foto: AKS
31

Sinzig. Schützenvereine gehören in Deutschland zu den ältesten Vereinen überhaupt und entstanden im Mittelalter als städtische Wehr- und Notgemeinschaften. Da es damals keine stehenden Heere gab, schlossen sich Bürger in Schützengilden zusammen, um ihre Stadt gegen äußere Gefahren zu verteidigen und die Stadtmauern zu bewachen. Dafür trainierten sie das Schießen mit der Armbrust oder dem Bogen. Als...

Weiterlesen

In Zusammenarbeit mit dem rechtsrheinischen Künstlerkreis präsentieren 15 Künstler ihre Werke. Foto: SCH
46

Koblenz. Vielfältig und abwechslungsreich ist der „Kulturgarten“ auf der rechten Rheinseite von Koblenz. Zwischen den beiden Stadtteilen Arenberg und Immendorf gelegen, ist das Areal der Pfarrer-Kraus-Anlagen der ideale Ort, um die Kombination von Kunst, Kultur und Kirche zusammen zu präsentieren. Der Bibelgarten, welcher seit 2022 zur UNESCO-Welterbengärten-Route Oberes Mittelrheintal gehört, ist Zentrum für diese Kulturveranstaltung zwischen den beiden Orten auf den „Koblenzer Highlands“.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Yoga Auszeit an einem besonderen Ort
634

Koblenz. Am historischen Schloss Stolzenfels erwartet die Besucher*innen ein besonderes Event: Der Förderverein Schloss Stolzenfels lädt gemeinsam mit dererfahrenen Diplom-Sozialpädagogin & Yogalehrerin Dorothe Struschka zu einem rückenfreundlichen Entspannungsangebot im einzigartigen Ambiente des Schlosspark - Hirschgraben ein. Die Veranstaltung findet outdoor statt und bietet allen Teilnehmenden die Möglichkeit, Körper und Geist inmitten der beeindruckenden Schlosskulisse zu entspannen.

Von Dorothe Struschka aus Koblenz

Weiterlesen

Mimi wird von ihren Besitzern in Ahrweiler sehr vermisst. Foto: privat
516

Die kleine Mimi möchte wieder nach Hause und ihre besorgten Besitzer wünschen sich nichts sehnlicher, als ihre geliebte Katze wieder in ihre Arme schließen zu können

18.07.: Tierisch vermisst: Belohnung: Wer hat Katze Mimi aus Ahrweiler gesehen?

Ahrweiler. Seit dem 15.07.2026 wird die etwa sechs Jahre alte Hauskatze Mimi aus der Roesgenstraße 5 (Nähe Kalvarienberg) vermisst. Für ihre Besitzer ist die Ungewissheit kaum auszuhalten. Mimi ist noch nie von zu Hause weggeblieben.

Weiterlesen