Wachtberg feiert 40. Geburtstag der Ferienfreizeit
Betreuer ließen Winfried Ley hochleben
Lebendige Freizeit durch Einbezug der Jugendlichen
Wachtberg. Die meisten Gesichter, die die rund 179 Kinder der Ferienfreizeit in diesem Jahr an der Türe der Berkumer Schule empfingen, waren selbst nicht einmal 20 Jahre alt. Mit dem demografischen Wandel hat das weniger zu tun als mit dem Konzept dieser besonderen Ferienfreizeit, erklärte der Hauptinitiator Winfried Ley zum 40-jährigen Geburtstag der zweiwöchigen Betreuung in Wachtberg. „Das Konzept war von Anfang an anders als in den meisten umliegenden Kommunen“, sagte Winfried Ley. „Hier war für die Zuhausegebliebenen in den Ferien nichts los, das wollten wir ändern. Aber wir wollten, dass die Jugendlichen sich und ihre Ideen mit einbringen.“ So gibt es zwar im Rathaus Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich fürsorglich um die Organisation, den Schriftverkehr, Bestellungen, Bereitstellung der Räume und vieles mehr kümmern. „Das Programm vor Ort aber, das wird nicht von der Gemeinde vorgegeben, sondern das machen die Betreuer selbst“, erklärte Ley. Weil solche Fähigkeiten und auch eine gute Betreuung nicht vom Himmel fallen, sorgt die Gemeinde alljährlich für Schulungen der jungen Leute. Dann entwickeln sie Ideen für die beiden Wochen, planen die Zeiten, stimmen sich untereinander und mit dem Schwimmbad, dem Zoo oder dem Kletterpark ab. Die Ausflüge sind dabei nicht in jedem Jahr die Gleichen. Früher hatte man die Kinder nach einem ausgedehnten Grillabend in Zelten hinter der Feuerwehr übernachten lassen. Aus Kostengründen musste diese Übernachtung mittlerweile in die Schule verlegt werden. Immerhin: Die Kinder hatten offenbar Spaß. Beliebt ist nach wie vor der Workshoptag, an dem der Nachwuchs verschiedene Sportarten und Kreativtechniken ausprobieren kann. In diesem Jahr standen Tonarbeiten, Feuerspucken, Tischtennis und Schnorcheln ebenso auf dem Programm wie Basketball, Bühnenbildgestaltung, Tanzen und Badminton. Außerdem boten die Aktiven an diesem Tag Fußball, Bogenschießen, Volleyball und Kochen zum Ausprobieren an. „Die Angebote haben sich natürlich im Laufe der Zeit auch mal verändert. Wir hatten auch schon Kanufahren dabei oder andere Sportarten“, erinnerte sich Wilhelm Ley. Angefangen hatten sie in der ersten Ferienfreizeit mit 83 Kindern. Bis zu diesem Jahr hat sich die Zahl der betreuten Kinder auf etwa 180 pro Sommer eingependelt. Eines aber, was Winfried Ley eingeführt hatte, hat die vollen 40 Jahre überdauert: das buchstäbliche Hochlebenlassen der Geburtstagskinder. So stellten sich zur Geburtstagsfeier zum 40. die Betreuer auf, um stellvertretend Winfried Ley als Vater der Ferienfreizeit in die Luft zu werfen. Die Kinder feierten anschießend ihre Ferienfreizeit mit einer Riesentorte, die ganze zwei Tische zum Servieren beanspruchte. Unter anderem dreieinhalb Kilo Butter, 48 Eier und kiloweise Mehl und Zucker hatten die Bäckerinnen verbraucht, um anschließend mit viel Geschick zu fünft eineinhalb Stunden lang reichlich Fondant zu formen, auszustechen und das Gebäck zu verzieren.
Nach dem Geburtstagsständchen gab es auf der Bühne Kuchen für alle.
Zwei Tische waren nötig, um den Riesenkuchen zu servieren.Fotos: -CEW-
