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Handlungskonzept Wohnen Rheinbach 2030

Bis 2035 werden etwa 2080 neue Wohneinheiten in Rheinbach benötigt

Der demografische Wandel wird auch in Rheinbach für eine deutliche Verschiebung der Altersstruktur und veränderte Wohnpräferenzen sorgen

13.11.2019 - 11:58

Ein Bericht von Volker Jost

Rheinbach. „Die Stadt Rheinbach steht vor zentralen Herausforderungen am Wohnungsmarkt“, erklärte Diplom-Ingenieur Dominik Geyer vom Planungsbüro Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH aus Köln dem Rheinbacher Ausschuss für Stadtentwicklung: Umwelt, Planung und Verkehr in dessen jüngste Sitzung. Er stellte dem Gremium das „Handlungskonzept Wohnen Rheinbach 2030“ vor, das dazu beitragen soll, die Herausforderungen zu bewältigen. Er machte deutlich, dass nicht nur Politik und Verwaltung gefragt seien, sondern die Einbeziehung auch der privaten Akteure des Wohnungs- und Immobilienmarktes in eine gemeinsame Strategie ebenso notwendig sei wie eine interkommunale Abstimmung, wenn eine langfristig ausgerichtete und umfassende Einflussnahme auf den Wohnungsmarkt gelingen solle.

„Demografisch und auch arbeitsmarktspezifisch profitiert Rheinbach von der Nähe zu Bonn und Köln sowie von der guten Verkehrsanbindung. Der demografische Wandel wird jedoch auch in der Stadt Rheinbach für eine deutliche Verschiebung der Altersstruktur sorgen und damit auch für eine Veränderung der Wohnpräferenzen“, so Geyer. Man werde den Bürgern völlig andere Wohnungsangebote zu Verfügung stellen müssen als bisher. Vor allem kleinere Wohnungen in der Kernstadt für Senioren, die aus Altersgründen aus ihren Einfamilienhäusern ausziehen wollten, seien gefragt. Dadurch würden die bisher von ihnen bewohnten Einfamilienhäuser für junge Familien wieder frei. Im Zeitraum bis 2035 werde die Nachfrage nach Familienwohnen kurz- bis mittelfristig nochmals einen kleinen Schub erhalten, aber die Nachfrage nach Eigentumsbildung für Familien werde auf lange Sicht deutlich zurückgehen. Steigen werde dagegen die Nachfrage nach barrierearmen Wohnungen, vor allem aus der Gruppe der über 60-jährigen Rheinbacher.


Dem Thema „bauliche Höhe“ nicht verschließen


Trotz der Prognose einer leicht zurückgehenden Bevölkerungszahl würden nach seiner Berechnung in der Stadt Rheinbach bis zum Jahr 2035 etwa 2080 neue Wohneinheiten benötigt. Auf Basis der Entwicklungen in der Vergangenheit sowie unter Berücksichtigung des künftigen Altersaufbaus in der Stadt Rheinbach sei davon auszugehen, dass davon etwa 1160 Wohneinheiten im Ein- und Zweifamilienhausbau und 920 Wohneinheiten im Mehrfamilienhausbau benötigt würden. Da künftig verstärkt Wohnungen in mindestens dreigeschossigen Gebäuden gesucht sein, dürfe man sich dem Thema „bauliche Höhe“ auch nicht verschließen, riet er den Kommunalpolitikern. Leider seien aber in den vergangenen Jahren weniger Baufertigstellungen zu verzeichnen gewesen bei ständig steigendem Bedarf, deshalb werde der Wohnraum in der Stadt zunehmend knapp – „ein hausgemachtes Problem“.

Unter Berücksichtigung der Flüchtlingsthematik und der Herausforderung einer teilweise drohenden Altersarmut, ausgelöst durch den Renteneintritt der Generation Babyboomer, empfiehlt Geyer, bis zum Jahr 2035 pro Jahr Sozialwohnungen in einer Spannbreite von mindestens 15, besser 20 Einheiten neu zu errichten. Man dürfe den künftigen Bedarf nach gefördertem Wohnraum nicht unterschätzen, wenn erst die Generation der „Babyboomer“ ins Rentenalter komme, mahnte Geyer. Derzeit liege der Anteil der Sozialwohnungen bei sechs Prozent, sinke aber in den nächsten Jahren bis 2025 auf vier Prozent ab, weil 106 Wohnungen aus der Förderung herausfielen. Sinnvoll sei aber ein Anteil von acht Prozent, deshalb müsse man eher als bisher den sozialen Wohnungsbau tun, so der Rat des Experten. Vor allem in der Kernstadt müsse man sich mehr auf den Geschosswohnungsbau konzentrieren, denn in dieser Lage seien „Einfamilienhäuser wie Perlen vor die Säue geworfen.“


Flächenpotenziale in drei Prioritätsstufen eingeteilt


Neben der aktuellen Neubauentwicklung zeigt das Handlungskonzept wohnen Rheinbach 2030 auch die mögliche künftige Flächenentwicklung auf, wobei die Flächenpotenziale der Stadt in drei Prioritätsstufen eingeteilt werden. Hierbei zeige sich, so Geyer, dass ab dem Jahr 2025 die Anzahl der Wohneinheiten den Bedarf deutlich übersteige. „Dies ist sinnvoll und zielführend, da die Entwicklungen, je weiter sie in der Zukunft liegen, immer mehr Unsicherheiten bergen und insoweit auch immer mehr Puffer zum Ausgleich erforderlich sind.“ Insgesamt könne aber der Wohnungsbedarf in der Stadt Rheinbach langfristig gedeckt werden. Dazu trage auch die Entwicklung von Neubaugebieten in den Ortschaften bei, beispielsweise könne im Rahmen des Programmes „Bauland an der Schiene“ Neubaugebiete in Wormersdorf und Oberdrees ausgewiesen werden.

Letztlich stimmte der Ausschuss bei fünf Gegenstimmen der SPD dem „Handlungskonzept Wohnen Rheinbach 2030“ zu, die endgültige Entscheidung trifft aber der Rat in seiner nächsten Sitzung am 2. Dezember. Man sehe das Werk als gute Planungsgrundlage für das künftige Handeln an, stellten Lorenz Euskirchen (FDP), Dr. Reinhard Ganten (UWG) und Urte Seiffert-Schollmeyer (Grüne) unisono fest. Vor allem der Ruf nach mehr sozialem Wohnungsbau treffe den Nerv der Grünen, so Seiffert-Schollmeyer. Was jetzt noch fehle, sei die Festlegung, künftig klimaneutrales Bauen zu bevorzugen. Die SPD lehnte das Konzept ab, vor allem weil der Vorschlag von Ute Krupp nicht auf Gegenliebe stieß, ein Baulandmanagement in Rheinbach einzuführen. „Das haben wir bisher zu zögerlich vor uns hergeschoben“, fand sie. Nur so könne man schnell genug vorankomme, um die ausgegebenen Ziele rechtzeitig zu erreichen. Doch dafür, so begründete Silke Josten-Schneider (CDU) die Ablehnung, fehle der Stadt schlicht und einfach das nötige Geld.

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13.11.2019 13:19 Uhr
Uwe Klasen

Auch Interessant, vor allem bezüglich Altersarmut: Am Monatsende haben 28 % der Deutschen, nach Abzug aller Steuern und Abgaben sowie sonstiger Lebenshaltungskosten, weniger als 50 € übrig!



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Kommentare
juergen mueller:
Frau Esken u.Erfahrung? Die SPD u.gute Umweltentwicklungen u.sozial verträglicher Klimaschutz schon "immer" eine Herzensangelegenheit? Seit wann das denn?Schon mal besser gelogen. Es ist nicht zu fassen,mit welcher Abgebrühtheit man sich hier noch als glaubhaft verkaufen u.aus dem roten Scherbenhaufen noch ein einigermaßen ansehnliches Puzzel machen will.Anstatt sich die Glaubensfrage selbst zu stellen,wird weiter lustig polarisiert u.an für die mit sozialen Unwahrheiten zu fütternde Bevölkerung gearbeitet.Sozial u.christlich sollte die SPD aus ihrem Wortschatz einfach streichen.
Uwe Klasen:
Schon zweimal startete der Sozialismus in Deutschland " ... in die neue Zeit" und endete Tragisch!
juergen mueller:
Bei all dieser Lobhudelei wird wohl vergessen,dass durch SchuWi Koblenz in eine Schuldenfalle geraten ist,von der sie sich bis dato u.bis in die Zukunft nicht erholen wird.Auch unvergessen sollte sein,dass er Widerstände aus der Bevölkerung als "Blödsinn" abgetan hat.Und ja,zu seiner Zeit als OB durchgeboxte Projekte haben Koblenz auch geschadet.Apropo Umweltamt - eine Phantombehörde,deren Berechtigung über Jahrzehnte man als überflüssig bezeichnen kann,da sie in Sachen Umwelt total versagt hat.Vermessen u.voreingenommen ist zu behaupten,in seiner Amtszeit habe eine wohltuende/offenherzige Identifikation der Koblenzer Bevölkerung mit ihrer Heimatstadt stattgefunden.Ich finde,dass hier ein Mensch seine Arbeit gemacht hat nach dem Motto:"Mein Wort ist Gesetz",nach seinen Vorstellungen,keine Widerstände duldend,schon garnicht aus der Bevölkerung.Unter "etwas besonderes u.unverzichtbar" stelle ich mir etwas anderes vor.Es fehlt nur noch,dass Hofman-Göttig ebenfalls Ehrenbürger wird.
Christian S.:
Ich lebe seit Jahren in den USA. Eigentlich wollte ich zurückkehren nach Deutschland. Aber mir wird himmelangst bei diesen Entwicklungen. Ich fühle mich nicht mehr sicher bei meinen Besuchen in Deutschland. Es wird immer meine Heimat bleiben, doch eine die ich nicht wiedererkenne.
Karl:
Ein Deutschland in den wir gut und gerne leben!!!! Es kotzt einen an. Es wird einfach alles hingenommen!
Donald Trump:
An solche Vorfälle müssen wir uns erinnern, wenn wir auf dem Weg zur Wahlurne sind.
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