Allgemeine Berichte | 20.04.2023

Ausflüge auf die Schmidtenhöhe mit Rücksicht auf die Tier- und Pflanzenwelt genießen

Bitte nicht stören!

Koblenz. Mit den ersten warmen Frühlingstagen zieht es viele Menschen wieder nach draußen in die Natur. Beliebtes Ausflugsziel ist auch die Schmidtenhöhe, ein ehemaliger Standortübungsplatz und artenreiches Naturparadies bei Koblenz. Gemeinsam mit dem NABU Rheinland-Pfalz engagiert sich die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe für den Schutz der wertvollen Tier- und Pflanzenwelt auf der Schmidtenhöhe und appelliert an alle Besucher, sich rücksichtsvoll in dem Schutzgebiet zu verhalten.

Im Frühling nutzen zahlreiche Wildtiere die artenreichen Wiesen als Kinderstube für ihren Nachwuchs. So ziehen hier bodenbrütende Vogelarten wie der in Rheinland-Pfalz stark gefährdete Baumpieper seine Jungen auf. Kommen Menschen oder freilaufende Hunde einem Nest zu nahe, verlassen die Vögel fluchtartig das Gelege. Dadurch kühlen die Eier und Küken rasch aus und sind ungeschützt vor Nesträubern. Das führt leider häufig zum Verlust der Brut.

Neben Wildtieren gibt es auch Weidetiere auf der Schmidtenhöhe, die einen Teil des Geländes naturschonend offenhalten. Hunde, die abseits der Wege freilaufen, beunruhigen die Weidetiere. Zudem kann der Hundekot auf den Weideflächen den Tieren gefährlich werden, weil über das verunreinigte Gras Krankheitserreger übertragen werden können.

Im Frühsommer blühen auf dem ehemaligen Standortübungsplatz wertvolle Orchideen wie Bienenragwurz oder Übersehenes Knabenkraut, das nur an zwei Stellen in Rheinland-Pfalz vorkommt. Beim Verlassen der Wege können Spaziergänger unabsichtlich die unscheinbaren Blattrosetten noch nicht blühender Orchideen zertreten und diese dauerhaft schädigen.

Damit die schützenswerte Tier- und Pflanzenwelt auf der Schmidtenhöhe erhalten bleibt, appelliert der NABU an alle Besucher, die regulären Verhaltensregeln im Schutzgebiet zu beachten. Insbesondere sollten Spaziergänger auf den Wegen bleiben, keinen Müll hinterlassen und die Weidetiere nicht füttern. Hundehalter werden gebeten, ihre Tiere an der Leine zu führen, um Störungen der Wild- und Weidetiere zu vermeiden, und die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner zu beseitigen.

Die Schmidtenhöhe entwickelte sich durch die frühere militärische Nutzung und ohne intensive land- und forstwirtschaftliche Bewirtschaftung zu einem Rückzugsraum für zahlreiche bedrohte Arten. Seit 2009 engagiert sich der NABU Rheinland-Pfalz mit einem Beweidungsprojekt für die Offenhaltung der artenreichen Landschaft. Als Eigentümerin von 235 Hektar ehemaliger Militärflächen unterstützt die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe seit 2017 das Beweidungsprojekt auf der Schmidtenhöhe. Bundesweit bewahrt die gemeinnützige Stiftung in über 360 Schutzgebieten wertvolle Naturschutzflächen für wild lebende Tiere und Pflanzen.

Pressemitteilung

NABU-Stiftung

Nationales Naturerbe

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