Kunst ist Natur
Blättertiere verdanken dem Zufall ihr Leben
Ausstellung im „Garten der Schmetterlinge“ bis zum 11. Juni
Bendorf-Sayn. Gleich zwei Zufälle führen zur aktuellen Ausstellung, so Gabriela Fürstin zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, Inhaberin des „Garten der Schmetterlinge“ in Bendorf-Sayn.
Die Fotografin und Mitarbeiterin für Publikationen wie Stern, Brigitte, Die Zeit und die New York Times, Eva Häberle aus Hamburg, nutzte die Langeweile an einem Bahnhof in England (wo sie vergessen wurde abzuholen), dazu, ihr erstes der zahlreichen Kunstwerke aus Blättern zu gestalten, eine Eule. Heute sind es ungezählte Tiere, die so bisher ihr Licht der Welt erblickten. Und dies zu Hause in der gemeinsamen Wohnung mit Freundin Silke Burmester, deutsche freie Journalistin, Kolumnistin und Autorin mit den Schwerpunkten Gesellschaft, Kultur und Medien. Diese fasste in der Ausstellungseröffnung ihre Erlebnisse mit Eva Häberle und den Blättertieren beziehungsweise dem Ausreizen jedes Quadratzentimeters in der gemeinsamen Wohnung pointenreich zusammen. Im Buch „Was macht das Blättertier denn hier“, welches zur Ausstellung erschienen ist, hat Thomas Gsella zu jeder Tierseite ein Gedicht verfasst und erweckt die bunte Tierwelt somit zum Leben. „Mit viel Fantasie entstehen hier mit Blüten und Blättern aus Wald und Garten die verrücktesten Tiere: ein Pusteblumen-Pudel, ein Chicorée-Kakadu, eine Seerosen-Ente, eine Maroni-Maus oder gar ein Wirsing-Elefant. Begleitet werden diese zarten Gebilde von humorvoll satirischen Versen mit unerwarteten Wendungen, viel Witz und Nonsens. Ein ungewöhnliches Geschenkbuch, das zum Nachahmen anregt“, so der vielversprechende Klappentext. Das Buch ist im Knesebeck-Verlag erschienen.
Der Autor Thomas Gsella war von 1992 bis 2008 Redakteur und von Oktober 2005 bis zu seinem Ausscheiden Chefredakteur der Frankfurter Satirezeitschrift Titanic. Er schreibt für verschiedene Zeitungen und Rundfunksender. Er ist vor allem als Verfasser von komischer Lyrik hervorgetreten. Er ist Mitglied der Titanic Boy Group (zusammen mit Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn).
Die beeindruckenden Fotografien der Kunstwerke sind sowohl im unmittelbaren „Garten der Schmetterlinge“ wie auch im Veranstaltungsraum neben dem Café zu sehen. Der zweite Zufall, der zur Ausstellung führte, war dann der, dass man in Sayn auf das Buch aufmerksam wurde und die Ausstellung unbedingt haben und zeigen wollte. Wobei man mit diesem Anliegen bei der Künstlerin offene Türen einlief. Und hierbei kann man letztlich auch selbst zum Künstler oder zur Künstlerin werden.
Auf einem Tisch in der Ausstellung liegen ausreichend Materialien, die zu neuen Kunstwerken führen können. Die Novizen-Künstler sind eingeladen, Fotos von den eigenen Arbeiten an schmetterlinge@sayn.de zu senden. Diese werden auf der Homepage des Gartens der Schmetterlinge veröffentlicht und evt. gibt es dann ja bald auch noch eine weitere Ausstellung, so Gabriela Fürstin zu Sayn-Wittgenstein-Sayn.
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