Notfallübung der Feuerwehren Kettig und Weißenthurm
„Brennende landwirtschaftliche Maschine in Schuppen“
Der Schwerpunkt der Übung lag auf der Ausbildung der Atemschutzgeräteträger
Kettig. Die erste Lagemeldung, die über Funk an die alarmierten Feuerwehren Kettig und Weißenthurm gegeben wurde, bedarf schon auf der Anfahrt der richtigen Vorbereitung. „Brennende landwirtschaftliche Maschine in Schuppen“, meldete die Feuerwehreinsatzzentrale (FEZ) Weißenthurm und gab weiter bekannt, dass mehrere Personen wohl noch im Anwesen vermisst werden. Einsatzleiter und stellvertretender Wehrführer Kettig, Timo Henn, musste gleich nach der Ankunft die Lage sondieren und stellte fest, dass bereits aus allen Gebäudeöffnungen dichter Rauch drang. Aus einem Dachgeschossfenster rief eine Bewohnerin um Hilfe. Zeugen gaben an, dass sich vermutlich zwei weitere Personen noch nicht ins Freie retten konnten. Schnell rüsteten sich die Feuerwehrleute unter schweren Atemschutz aus, verlegten Schlauchleitungen und schmissen die Pumpe auf dem Fahrzeug an.
Bei viel Rauch hilft nur der richtige Umgang mit Atemschutz
„Bei dieser Objektübung haben wir den Schwerpunkt auf die Ausbildung der Atemschutzgeräteträger gesetzt“, erklärt Holger Ring, Wehrführer der Einheit Kettig. Er hatte gemeinsam mit dem Atemschutzgerätewart der Einheit Weißenthurm, Niklas Lemler, das Szenario entworfen. „Gerade durch den giftigen und hochtoxischen Rauch kann es im Realfall um wenige Minuten gehen, bis man in einem brennenden Raum stirbt“, erklärt Lemler und ergänzt, „dass die permanente Weiterbildung solcher Schadenslagen oft trainiert werden muss“. Der klassische Brandeinsatz ist rein statistisch gesehen weiter auf dem Rückzug.
Zurück am Übungsobjekt: Während der erste Angriff läuft, treffen die Feuerwehrleute aus Weißenthurm unter Wehrführer Norbert Fachbach ein. Über eine angestellte Steckleiter kann nun die Person aus dem Dachgeschoss befreit werden.
Unter einem Traktor stellen die Einsatzkräfte eine eingeklemmte Bewohnerin fest – hier muss unter Atemschutz hydraulisches Gerät eingesetzt werden. Die drei befreiten Personen konnten im Anschluss fiktiv dem Rettungsdienst übergeben werden. Doch kurz vor Übungsende wird es dann noch einmal Ernst: Über Funk wird der Einsatzleitung mitgeteilt, dass ein Trupp einen Notruf abgesetzt hat. Ein Rettungsteam musste schnellstmöglich zu ihnen vorstoßen. „Das Ganze hat gut funktioniert“, bilanzieren die beiden Wehrführer Holger Ring und Norbert Fachbach bei der anschließenden Nachbesprechung im Feuerwehrhaus Kettig. „Kleine Stellschrauben müssen nachjustiert werden, dafür und genau deswegen trainieren wir das Jahr über hinweg.“ Positiver Nebeneffekt solcher Gemeinschaftsübungen: „Die Leute lernen sich weiter kennen und können sich auf sich und ihre Kameraden verlassen“, sind sich die beiden Führungskräfte sicher.
Der Schwerpunkt der Übung lag beim richtigen Handeln unter schweren Atemschutz.
Kommunikationsschnittstelle: In der Feuerwehreinsatzzentrale liefen die Fäden bei der Funkprotokollierung und Alarmierung zusammen.
