Brohler Narrenzunft startet in Jubiläumssession
Brohl. Am Samstag, den 25.01.2025, startete die Brohler Narrenzunft 1904 e.V. mit der Kostümsitzung in ihre Jubiläumssession 2025 und kann dabei auf 11 × 11 = 121 Jahre Tradition und Spaß an d’r Freud zurückblicken.
In der ausverkauften Brohler Festhalle warteten die Närrinnen und Narren gespannt auf ein buntes Programm, das einige Überraschungen zu bieten hatte. Pünktlich um 19:11 Uhr ging es los mit dem triumphalen Einzug des Brohler Prinzenpaares, Tobi I. und Monique I., dass nach dem Einzug des Elferrates wortgewandt durch Sitzungspräsident Ingo Schrade angekündigt wurde. In Begleitung der Prinzengarde Brohl, der Kinderfunken, der Brohler Möhnen und des Amazonen-Korps zogen die Tollitäten samt ihrem fürstlichen Hofstaat unter tobendem Applaus und großem Jubel in die feierlich geschmückte und vollbesetzte Halle ein. Auf der Bühne angekommen, richteten Prinz Tobi I. und Prinzessin Monique I. eine herzliche Begrüßung sowie Worte des Dankes an ihr geliebtes närrisches Volk.
Kinderfunken überzeugten
Als Erstes standen nun die Kleinsten der Zunft im Mittelpunkt. Die Kinderfunken überzeugten wieder einmal mit einem tollen Tanz zu kölscher Musik. Daraufhin wurden die frisch proklamierten Tollitäten der Nachbarstadt, Jan I. und Andrea I., samt Spielmannszug und der KG Bad Breisig begrüßt. Kurzerhand wurde auch der anwesende Sinziger Prinz Alexander I. auf die Bühne geholt, um nach einem kurzen Wort- und Ordenstausch gesellig und gemeinsam weiter zu feiern. So waren zeitweise sogar drei Prinzen der Rheinschiene auf den Brettern, die Brohl bedeuten, versammelt.
Nun war es Zeit für die nächste Jugendgruppe der Zunft: Die „Seven Up’s“ legten eine flotte Sohle mit einem schmissigen Tanz aufs Parkett. Direkt danach reihte sich das Amazonen-Korps ein, das ebenfalls zu kölschen Tönen die Beine fliegen ließ.
Im ersten und einzigen Zwiegespräch des Abends tauschten sich die zwei Nachbarinnen (Katharina Still und Alex Segl) in gelungener „Ost-trifft-West“-Manier über das Straßen- und Dorfgeschehen in Brohl aus. Unterstützung erhielten die beiden dabei von Prinz Tobi I. und Max Heidrich.
Publikum war super gelaunt
Da das Sitzungsprogramm der Narrenzunft diesmal keine Pause vorsah, ging es mit dem Präsidenten der Zunft, Arnold Joosten, und Ehrungen weiter im Programm. Dazu gesellte sich Verbandsgemeindebürgermeister Marcel Casper, der ebenfalls einige Worte an das feiernde und spaßhabende Publikum richtete. Mit der höchsten Ehre der Zunft wurde nach langer Zeit erstmals wieder ein verdientes Mitglied ausgezeichnet: Für seine langjährige Unterstützung und Arbeit in der Hintergrund-Design-Schmiede wurde Sebastian Still, der zahlreiche Orden und Gestaltungselemente der Zunft entwarf, mit dem Hausorden der Zunft geehrt – eine Auszeichnung, die nur Mitglieder der Narrenzunft erhalten können.
Noch applaudierend für den Geehrten standen die Stadtsoldaten Schwarz-Gelb (Feuerwehr Brohl/Rhein) schon im Gang bereit. Unter lautem Sirenengeheul, sich drehenden Blaulichtern und einer um Hilfe schreienden Frau stürmten sie auf die Bühne, um ihren akrobatischen sowie „feuergeladenen“ Tanz darzubieten. Die aus einer Bierlaune heraus formierte und durch das karnevalistische Urgestein Biggi Geef aus Bad Breisig trainierte Truppe hatte offensichtlich Spaß daran, sich zu präsentieren. Kaum war der Tanz vorbei, schallten bereits erste Rufe nach einer Zugabe durch die Halle. Spätestens jetzt war auch das Publikum „Feuer und Flamme“. Unter tosendem Applaus und mit flammenschlagenden Toiletten (!) marschierten die Floriansjünger nach einer kurzen Zugabe von der Bühne.
In einen gut gestimmten Saal konnte nun die „Schwadschnüss von Brohl“ hinabblicken, die es mit spitzer Zunge und ihrer schrillen Art schaffte, den ein oder anderen liebevoll durch den Kakao zu ziehen.
Als besonderes Highlight des Abends gaben die „Schäl Pänz“ ihr Bestes – so, wie man es in Brohl von ihnen gewohnt ist.
Angefeuert durch die musikalische Einlage war es nun für die Prinzengarde Brohl an der Zeit, alles zu präsentieren, was ihre zwei Altersgruppen und das neue Tanzpaar zu bieten hatten. Traditionell wurde das neue Marie, im Fass versteckt, auf die Bühne getragen. Dort angekommen, wurde kurz darauf das Geheimnis gelüftet: Das neue Marie, Janika Rudnik, und der neue Tanzoffizier, Simon Hartmann, wurden dem Publikum präsentiert. Die flotten Tänze der Kadetten und der Marketenderei begeisterten ebenso wie der Tanz des neuen Tanzpaares.
Tolle Tanzeinlagen
Zügig ging es weiter im Programm mit dem Solomariechen der Amazonen, Jennifer Büchner, gefolgt von den Brohler Möhnen. Die „Möhne-Warriors“ zeigten sich diesmal sowohl kämpferisch als auch tänzerisch elegant und setzten mit ihrem Banner „Make Love – Not War“ ein Zeichen der Zeit. Letztes Jahr erst 99 geworden, bestehen sie dieses Jahr bereits seit 100 Jahren.
Die beiden wortgewandten Sitzungspräsidenten, Ingo Schrade und Jürgen Köhler, spielten sich ohne Pause gegenseitig die Akteure zu und hatten dabei allerhand zu tun.
Als beinahe traditionelle Geste könnte man den abschließenden Besuch des Stadtsoldaten-Corps Remagen bezeichnen, das damit die Vertretungen der Rheinschiene komplettierte. Damit wurde einmal mehr bewiesen: Weder Remagen, Sinzig, Breisig noch Brohl müssen bangen, denn wir feiern, tanzen und „ston zesamme“! Zum Finale ließen sie mit kölschen Tönen noch einmal den Saal tanzen, sodass die Gäste mit bester Stimmung in die anschließende und bis in die Morgenstunden dauernde After-Sitzungsparty übergehen konnten.
