Allgemeine Berichte | 12.02.2026

Stellungnahme von Stadtbild Deutschland – Regionalverband Unteres Mittelrheintal

Brückenpläne zwischen Remagen und Erpel: Diskussion über Gestaltung

Erpel. Die aktuelle Berichterstattung zur geplanten Rheinquerung zwischen Remagen und Erpel wirft aus Sicht von Stadtbild Deutschland mehrere Fragen auf.

Verwunderlich ist insbesondere, dass der Vorsitzende des Vereins „Ad Erpelle“ in einem früheren Beitrag erklärte, die architektonische Gestaltung der Brücke sei für ihn gleichgültig, nun jedoch eine historisch orientierte Form pauschal als „Kriegsbrücke“ bezeichnet.

Diese Neubewertung bleibt unbegründet und ist inhaltlich nicht nachvollziehbar.

Brückenarchitektur am Rhein ist historisch aus der Ingenieurbaukunst ihrer jeweiligen Zeit entstanden und nicht Ausdruck militärischer Symbolik. Die Ludendorffbrücke war eine Eisenbahnbrücke, deren Form sich aus Spannweite, Material und technischer Machbarkeit ergab. Eine Orientierung an historischen Formen bedeutet weder eine Rekonstruktion noch eine Verherrlichung von Krieg, sondern einen respektvollen Umgang mit einer gewachsenen Kulturlandschaft.

Die pauschale Etikettierung historischer Ingenieurbauten als „Kriegsarchitektur“ führt argumentativ in eine Sackgasse. Nach dieser Logik dürften Autobahnen, Eisenbahnlinien oder wasserbauliche Anlagen heute ebenfalls nicht mehr genutzt oder saniert werden, da sie ursprünglich auch militärstrategischen Überlegungen dienten. Eine solche Sichtweise blendet die tatsächliche Funktion, den gesellschaftlichen Wandel und die kulturelle Bedeutung technischer Bauwerke vollständig aus.

Ebenso unzutreffend ist die Behauptung, eine bogenförmige Brückenkonstruktion erfordere Strompfeiler im Rhein. Moderne Bogenbrücken für den Fuß- und Radverkehr – wie etwa die Drei-Länder-Brücke in Weil am Rhein – belegen seit Jahren, dass solche Konstruktionen technisch ohne Eingriffe in die Schifffahrtsrinne realisierbar sind.

Darüber hinaus stellt sich die Frage der Verhältnismäßigkeit: Eine landesweite Stiftung zur Finanzierung und Unterhaltung einer einzelnen Brücke wäre ein Sonderweg, der gegenüber zahlreichen vergleichbaren, kommunal getragenen Brückenprojekten von hoher regionaler und überregionaler Bedeutung erklärungsbedürftig ist.

Stadtbild Deutschland fordert zudem ausdrücklich keine Rekonstruktion der ehemaligen Ludendorffbrücke. Ziel ist vielmehr eine zeitgemäße Bogenbrücke, die sich in Form, Maßstab und Tragwerkslogik an der historischen Rheinlandschaft und an den vorhandenen Brückentürmen orientiert. Einen absichtsvoll herbeigeführten architektonischen Bruch (wie bei der Stimmgabelvariante oder dem geplanten Luxushotel auf Remagener Seite), wie er vielerorts zu einer nachhaltigen Entfremdung zwischen Baukultur und Bevölkerung geführt hat, lehnen wir kategorisch ab. Solche Gesten finden regelmäßig Akzeptanz in einem kleinen, fachinternen oder akademischen Milieu, nicht jedoch in der breiten Öffentlichkeit, die diese Bauwerke täglich nutzt und mit ihnen lebt.

Pressemitteilung

Stadtbild Deutschland –

Regionalverband

Unteres Mittelrheintal

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