Allgemeine Berichte | 25.07.2017

Mitarbeiter des Forstamtes Adenau arbeiten befallene Bäume auf

Buchdrucker im Eifelwald

Gefährdete Bestände werden regelmäßig kontrolliert

Der kommunale Forstwirt Werner Sonntag kontrolliert im Stadtwald Adenau das Entwicklungsstadium der Borkenkäfer.Dietmar Ebi / landesforsten.rlp.de

Adenau. Die Mitarbeiter des Forstamtes Adenau arbeiten aktuell Bäume auf, die vom Buchdrucker, einer Borkenkäferart, befallen sind. Der wirtschaftliche Schaden für die Waldbesitzer soll hierbei möglichst gering gehalten werden.

Das trocken-warme Frühjahr und die geringe Winterfeuchtigkeit im Boden setzen die Bäume in der Ahreifel unter Stress. Sie sind dadurch anfälliger gegen Schadorganismen, und ihre natürlichen Abwehrmechanismen reichen kaum noch aus, sich gegen „Angreifer“ zu wehren.

Dies nutzt aktuell der große achtzähnige Fichtenborkenkäfer, auch Buchdrucker genannt, im großen Stil aus. „In Fichtenwälder, die ich Anfang vergangener Woche kontrolliert habe und in denen ich keinen Befall gefunden habe, stehen Ende der Woche bereits Bäume mit abplatzender Rinde“, berichtet Dietmar Ebi vom Forstamt Adenau.

Kampf gegen die Zeit

Wird ein Käferbefall festgestellt, beginnt der Kampf gegen die Zeit. „Idealerweise erwischen wir die Buchdrucker im Ei- oder Larvenstadium. Dann könnte durch das Entrinden der befallenen Bäume die Entwicklung der Käfer unterbrochen werden. Sicherheitshalber lassen wir aber befallene Bäume möglichst bald aus dem Wald abfahren und verhindern so die Weiterverbreitung“.

Die Forstwirte des Forstamtes Adenau haben aktuell die reguläre Holzernte eingestellt und arbeiten vom Buchdrucker befallenes Fichtenholz auf. Förster Ebi stellt fest: „Aus 15 von mir im Bruch, einem Teil des Stadtwaldes Adenau, festgestellten Käferfichten wurden letztlich fast 100 Festmeter aufgearbeitetes Käferholz.“

Regelmäßige Kontrolle gefährdeter Waldbestände auf Befalls-Kennzeichen durch den rindenbrütenden Borkenkäfer ist zur Zeit eine Schwerpunktaufgabe der Bediensteten des Forstamtes.

Zeichen für Befall

Folgende Zeichen weisen auf den Befall hin: Brauner Bohrmehlauswurf auf der Rinde, Harztröpfchen und Harzfluss speziell im Bereich des Kronenansatzes, Spechtabschläge und Ablösung größerer Rindenpartien bei fortgeschrittenem Befall, Verfärbung der Krone und Abfall roter Nadeln.

Privatwaldbesitzer sollten ihre Wälder unbedingt auf diese Kennzeichen hin kontrollieren. Besteht der Verdacht auf Borkenkäferbefall, stehen die beiden Privatwaldbetreuer Jens Marx für die Verbandsgemeinde Adenau und Andreas Zedler für die Verbandsgemeinde Altenahr zur Unterstützung zur Verfügung.

Der Buchdrucker legt in der Rinde ein Brutsystem an, daher gehört er zu den Rindenbrütern. Gesunde und gut wasserversorgte Fichten können sich durch Harzfluss wehren. Sind sie jedoch geschwächt oder greifen zu viele Käfer an, können sich die Bruten fertig entwickeln und auf Nachbarbäume übergreifen. Die jungen Larven unterbrechen beim Fressen die Leitungsbahnen, die den Saftstrom im Baum ermöglichen. Meistens verfärben sich dann die Nadeln in der Krone von unten nach oben rot.

Weitere Informationen zum Thema Wald unter www.adenau.wald-rlp.de. Pressemitteilung

Forstamt Adenau

Der kommunale Forstwirt Werner Sonntag kontrolliert im Stadtwald Adenau das Entwicklungsstadium der Borkenkäfer. Foto: Dietmar Ebi / landesforsten.rlp.de

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