Remagener Dreigestirn wühlte sich durch Prinzenrolle, Korn und Damenhandtaschen um den Rathausschlüssel zu ergattern
Bürgermeister Björn Ingendahl machte es den närrischen Regenten nicht leicht
Panikorchester erhielt eine Dankurkunde für 32-jähriges Engagement
Remagen. Großen Zuspruch fand am Sonntagmorgen die Schlüsselübergabe mit Prinzenempfang in der Rheinhalle, zu der die KG Narrenzunft um Vorsitzenden Martin Dinkelbach und Sitzungspräsidenten Guido Selbach eingeladen hatte. Nicht nur viele bunt kostümierte Freunde des Karnevals ließen sich die Schlüsselübergabe nicht entgehen. Auch zahlreiche Regenten aus der Region mit Hofstaat und begleitenden Korps tummelten sich in einzelnen Blocks auf der Rheinhallenbühne und eroberten das närrische Volk. Schon der Einzug des gesamten närrischen Remagener Schmölzje war eine Augenweide. Minutenlang dauerte der Einzug unter der Musik des Spielmannzuges Rheinklänge mit Vorsitzendem Adi Görres bei stehenden Ovationen des jecken Publikums. Mit dabei natürlich die strahlende Kinderprinzessin Sara I. Muth und ihre Hofdame Emily Kuhlen und natürlich das amtierende Dreigestirn mit Prinz Werner Efferz, Jungfrau Wilma (Wilfried) Schwarz und Bauer Wolfgang Reisdorff samt Hofstaat. Begleitet wurden die Remagener närrischen Regenten von den Magic Dancers der KG, der Prinzengarde um Kommandanten Paul Alfter und den Gardepänz der Prinzengarde, einer Abordnung der Möhne um Obermöhn Ulla Fuchs und der Remagener Stadtsoldaten um Kommandanten Marcel Möcking und Vorsitzenden Michael Tillmann. Nach den Ansprachen von Dreigestirn und Kinderprinzessin und vielen Alaaf-Rufen, galt der Dank des Prinzen Werner den Panikern, die allesamt im Publikum mit dabei waren. Und Dank sollte es da noch mehr geben von Bürgermeister Björn Ingendahl, der kurzerhand alle Paniker auf die Bühne bat. Zum Dank für ihre 32-jährige musikalische Karriere, bei der sie viel Freude und Stimmung verbreitet hätten, übergab der Bürgermeister an Dirigenten Tommy Pieper eine Dankesurkunde der Stadt Remagen. Tommy Pieper dankte im Namen der Paniker, die nach Karneval in den musikalischen Ruhestand gehen, dem immer tollen Publikum. „Wir geben unsere Karriere nicht ganz auf. Wir werden jetzt die Kirche erobern“, schmunzelte Pieper und machte die Narren schon mal neugierig auf die Narrenmesse am Karnevalssonntag um 11 Uhr in der Pfarrkirche Sankt Peter und Paul. Eine Kostprobe ihres musikalischen Könnens gaben die Musiker des Spielmannszuges Rheinklänge nach dem Ausmarsch der Remagener Tollitäten, bevor in mehreren Blocks närrischen Regenten aus der Region vorgestellt. Nach der Vorstellung des Damendreigestirns aus Fritzdorf und der Kripper Regenten mit Prinzenpaar Jörg und Manuela Laux sowie Kinderprinzenpaar Luca und Saskia aus Kripp kam, worauf die Jecken so warteten: die närrische Schlüsselübergabe.
Ein gut gesicherter Schlüssel
Hierzu hatte Bürgermeister Björn Ingendahl wie schon im Vorjahr sein durchsichtiges Kästchen mit Stadtschlüssel mitgebracht. Gesichert war der durch drei Ketten mit drei Schlössern. Jeder der drei vom Dreigestirn, sollte hier seine Aufgabe bekommen. Prinz Werner sollte hierzu in einer Rolle Kekse, natürlich der Prinzenrolle, das kleine Schlüsselchen für die erste Kette finden. Nachdem er die gesamte Keksrolle zerbröselt hatte, und, so der Stadtchef, „man die Kekse schon fast inhalieren“ konnte, war der Schlüssel trotzdem nicht zu finden. So zog der Bürgermeister das Ersatzschlüsselchen aus seiner Tasche und die erste Kette war geöffnet. Etwas leichter hatte es Bauer Wolfgang, der den Schlüssel rasch in einem Säckchen Korn gefunden hatte. Mächtig zu tun hatte Jungfrau Wilma, die das Schlüsselchen in einer voll beladenen Damenhandtasche finden musste. Nachdem alle Schlösser geknackt waren, gab Bürgermeister Ingendahl freiwillig den Rathausschlüssel an den strahlenden Prinz Werner II. Efferz weiter.
Nach dem tollen orientalischen Tanz der Showtanzgruppe der Ringener Windböggele kam mit der Sinziger Prinzessin Sentiaca Dagmar I. eine in Remagen ganz bekannte Prinzessin, denn Dagmar gehörte vor Jahren in die Reihe der Remagener Prinzengarde. Aus Oberwinter wurde Prinzenpaar Micha und Patty gefeiert, und auch das Prinzenpaar aus Bad Neuenahr eroberte zum Schluss die Rheinhallenbühne. Fantastische Tänze und Musik servierten die Remagener Stadtsoldaten dem bestens gelaunten Publikum und auch aus dem Rheinhöhenort Oedingen kamen die Rheinhöhenfunken mit begeisternden Tänzen. Den tänzerischen Abschluss lieferte die Magic Dancers mit ihrem spektakulären Showtanz.
Eine Überraschung gab es noch zum Schluss der Schlüsselübergabe. Der Vorsitzende der KG Narrenzunft, Martin Dinkelbach, verabschiedete sich vom Publikum und deutete damit auch seinen Rücktritt als Vorsitzender der KG Narrenzunft an. Nähere Informationen werde es nach der Jahreshauptversammlung geben, betonte Dinkelbach am Montag bei einem Telefongespräch. Auf jeden Fall werde er der KG Narrenzunft in irgendeiner Form erhalten bleiben. AB
Eine Dankurkunde von Bürgermeister Björn Ingendahl an die Paniker, die 32 Jahre lang mit ihrer Musik Freude verbreiteten.
Beste Stimmung beim Publikum.
Das Musikkorps der Stadtsoldaten war ein musikalisches Highlight.
Um an den Schlüssel zu kommen mussten erst knifflige Aufgaben gelöst werden.
