Allgemeine Berichte | 14.05.2018, 12:25 Uhr

Bundesligasaison endet mit Müllberg aus 11,5 Millionen Einwegbechern

Bundesliga-Clubs als Müllsünder

Deutsche Umwelthilfe fordert Umstieg auf Mehrweg

Symbolbild. Foto: Hans/Pixabay
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Berlin. Eine Müllflut von mehr als elfeinhalb Millionen Einweg-Plastikbechern sammelte sich in der Saison 2017/18 in den Arenen der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga an. Nebeneinandergelegt ergeben die verbrauchten Becher eine Plastikabfallschlange von Berlin bis Athen. Für die neue Saison fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) von allen Bundesligisten den Einsatz von Mehrwegbechern. Mit dem FC Bayern München und 1. FC Nürnberg wechseln ab der kommenden Saison bereits zwei Vereine von Einweg- auf Mehrwegbecher, insgesamt setzen dann 18 Vereine auf Mehrweg.

Den mit Abstand größten Müllberg von mehr als eineinhalb Millionen Plastikbechern verursachte Borussia Dortmund. Allein die fünf Bundesligisten Borussia Dortmund, Bayern München, Schalke 04, Hamburger SV und der FC Köln sind für mehr als die Hälfte aller verbrauchten Plastikbecher in der ersten und zweiten Liga verantwortlich. Eine Übersicht zu den Becherverbräuchen der deutschen Bundesligisten finden Sie hier: http://l.duh.de/p180511.

„Die Europäische Kommission erarbeitet derzeit eine Strategie, um Plastikabfälle in der Umwelt zu vermeiden und erwägt in diesem Zusammenhang auch ein Verbot von Einweg-Plastikbechern. Die Bundesligavereine sollten die Initiative aus Brüssel ernst nehmen und schon jetzt zu umweltfreundlichen Mehrwegbechern für den Getränkeausschank wechseln. Der FC Bayern München und der 1. FC Nürnberg haben bereits erkannt, welche Umweltsünde Einwegbecher sind und werden ab der kommenden Saison auf wiederverwendbare Becher setzen. Besonders Borussia Dortmund, Schalke 04 und der Hamburger SV sollten als größte Umweltsünder der Bundesliga die Reißleine ziehen und ebenfalls zu Mehrweg wechseln“, sagt die Stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz.

„Die gemeinsame Petition des Fußball-Fans Nick Heubeck und der Deutschen Umwelthilfe mit der Forderung nach Mehrwegbechern bei Borussia Dortmund haben inzwischen knapp 100.000 Fans unterzeichnet. Der überwältigende Zuspruch der Fans zeigt uns, dass sie die Nase voll haben vom Plastikmüll. Sie wollen Spaß haben ohne das Stadion und die Innenstadt in eine Müllhalde zu verwandeln“, sagt der DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer.

Auch Einwegbecher aus Bioplastik sind keine Alternative. „Der Einsatz von Bioplastikbechern ist reines Greenwashing und hat mit Umweltschutz nichts zu tun“, kritisiert Fischer. Der Anbau und die Verarbeitung von Pflanzen für Biokunststoffbecher belasten Gewässer und Böden. Die Kompostierung der Becher ergibt keinen Sinn, weil weder Nährstoffe entstehen, noch Bodensubstrat aufgebaut wird. Deshalb landen die Einwegbecher in der Verbrennung und wertvolle Rohstoffe gehen für immer verloren.

Wiederverwendbare Becher sind der beste Weg, um Abfälle zu vermeiden sowie Energie und CO2-Emissionen einzusparen. Schon nach dem fünften Gebrauch sind sie umweltfreundlicher als Einwegbecher.

Beim Ausschank von Getränken in Stadien spielen neben der Umweltfreundlichkeit auch Sicherheitsaspekte eine wichtige Rolle. Inzwischen werden erfolgreich sicherheitsoptimierte Mehrwegbecher eingesetzt, die leichter als bisherige Modelle sind, über abgerundete Kanten verfügen und am Boden abgeschrägt sind, sodass sie sich im Falle eines Wurfes in Sekundenschnelle entleeren. Mehrwegbecher sind also eine sichere Sache.

Links zum Thema

>> Übersicht zu den Becherverbräuchen der deutschen Bundesligisten

>> Übersicht Bechersysteme Fußballvereine 2017/18

>> Petition „Mehrwegbecher im Signal-Iduna-Park!“

Pressemitteilung Deutsche Umwelthilfe

Symbolbild. Foto: Hans/Pixabay

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