Wichtiger Meilenstein beim Wiederaufbau im Ahrtal:
Baugenehmigung für das neue Lebenshilfehaus in Sinzig übergeben
Sinzig. Landrätin Cornelia Weigand hat am Montag die Baugenehmigung für das neue Lebenshilfehaus in Sinzig übergeben. Die Lebenshilfe Kreisvereinigung Ahrweiler e. V. plant den Neubau an der Ecke Münzgasse/Renngasse in Sinzig. Die Übergabe fand im sanierten alten Lebenshilfehaus in der Pestalozzistraße statt. Zu den Teilnehmern gehörten Bürgermeister Andreas Geron, Ortsvorsteher Reiner Friedsam und der frühere Sinziger Bürgermeister Norbert Hesch.
„Heute ist für uns ein besonderer Tag“, sagte Ulrich van Bebber, Vorsitzender der Lebenshilfe. „Die Baugenehmigung ist für uns weit mehr als ein Verwaltungsakt. Sie ist ein entscheidender Schritt auf einem langen, oft entmutigenden Weg – und vor allem ein Grund zur Freude.“
„Mit der Übergabe der Baugenehmigung gehen wir einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum Wiederaufbau des Lebenshilfehauses in Sinzig. Ein Weg, der untrennbar mit der Erinnerung an die zwölf Menschen verbunden ist, die bei der Flutkatastrophe im Juli 2021 ihr Leben verloren haben. Ihr Schicksal und die Trauer ihrer Angehörigen vergessen wir nicht. Zugleich eröffnet der Neubau eine Perspektive für die Zukunft: Hier soll wieder ein Zuhause entstehen, das Menschen mit Unterstützungsbedarf Geborgenheit, Gemeinschaft und Teilhabe ermöglicht. Dass dieses Vorhaben nun vorankommt, ist ein ermutigendes Zeichen für die Menschen, die hier künftig leben werden, und für alle, die sich mit großem Engagement für den Wiederaufbau einsetzen“, sagt Landrätin Cornelia Weigand. Van Bebber dankte der Landrätin, der Bauabteilung der Kreisverwaltung, der Stadt Sinzig und dem Ortsbezirk für die Unterstützung. Trotz zahlreicher rechtlicher, planerischer und bürokratischer Herausforderungen hätten alle Beteiligten konstruktiv zusammengearbeitet und gemeinsam Lösungen gefunden. „Im Mittelpunkt stand nicht das Problem, sondern die Lösung“, betonte van Bebber. Sein Dank galt auch dem Projektsteuerer, dem Architekten sowie Vorstand und Baukommission der Lebenshilfe. Besonders würdigte er den früheren Sinziger Bürgermeister Norbert Hesch, der bereits den Bau des ursprünglichen Lebenshilfehauses begleitet hatte. Nach der Flut unterstützte Hesch die Lebenshilfe unermüdlich – von der schwierigen Grundstückssuche bis zur Baugenehmigung. Van Bebber äußerte seine Bewunderung für die Tatkraft und Beharrlichkeit, mit der der über 80-Jährige das Vorhaben vorangetrieben habe. „Ohne dich wären wir heute nicht so weit“, sagte er an Hesch gewandt. Bürgermeister Andreas Geron bekräftigte, dass die Stadt Sinzig und ihre Gremien stets mit voller Überzeugung hinter dem Neubau gestanden hätten. Ortsvorsteher Reiner Friedsam hob die große Bedeutung der Lebenshilfe für die Inklusion und das gesellschaftliche Miteinander in Sinzig hervor.
Van Bebber erinnerte an die Flutkatastrophe vom Juli 2021, bei der zwölf Bewohnerinnen und Bewohner des Lebenshilfehauses ums Leben kamen. Seitdem musste die Lebenshilfe neue Unterkünfte schaffen und ihre Angebote neu organisieren. Auch die Suche nach einem neuen Zuhause war schwierig: Rund 30 Grundstücke wurden geprüft, mehrfach gab es Rückschläge. Erst 2025 konnte die Lebenshilfe das Grundstück an der Münzgasse/Renngasse erwerben. Bis zum geplanten Einzug Anfang 2029 werden seit der Flut mehr als sieben Jahre vergangen sein. „Das ist eine sehr lange Zeit“, sagte van Bebber. Wie viel die Baugenehmigung für die betroffenen Menschen bedeutet, machte Andrea Münz, Vorsitzende des Bewohnerbeirats, deutlich. Sie brachte ihre große Freude darüber zum Ausdruck, dass das neue Lebenshilfehaus nun endlich Wirklichkeit werden kann. Die Bewohnerinnen und Bewohner hätten lange auf diesen Moment gewartet und freuten sich darauf, wieder in Sinzig leben zu können. Denn für sie bedeutet der Neubau weit mehr als eine neue Unterkunft: Es ist die Rückkehr in ihre Heimat, zu vertrauten Menschen und in ein Umfeld, in dem sie sich zu Hause fühlen.
Geplant ist eine moderne Wohneinrichtung mit 24 Plätzen, die Menschen mit Behinderung ein selbstbestimmtes Leben mitten in Sinzig ermöglichen soll. Der Einzug ist für 2029 vorgesehen. Van Bebber zeigte sich zuversichtlich: „Wir haben das Grundstück. Wir haben die Pläne. Und jetzt haben wir auch die Baugenehmigung. Aus einer langen Suche ist eine konkrete Perspektive geworden. Und aus dieser Perspektive wird jetzt Schritt für Schritt ein neues Zuhause.“
Foto: B. Risse / Kreisverwaltung Ahrweiler
Foto: B. Risse / Kreisverwaltung Ahrweiler
Foto: B. Risse / Kreisverwaltung Ahrweiler