Allgemeine Berichte | 19.06.2020

Projekt des NABU Neuwied und Umgebung erhält Auszeichnung der „UN-Dekade Biologische Vielfalt“

Buntes Leben auf der Concordia Sandhalde

Concordia Sandhalde heute. Foto: Leonhard

Bendorf. Ulrike Höfken, Umweltministerin des Landes Rheinland-Pfalz, verleiht dem Projekt „Biologische Vielfalt auf einem ehemaligen Industriegelände“ des NABU Neuwied und Umgebung im Rahmen einer Führung über das ehemalige Industriegelände die Auszeichnung der UN-Dekade Biologische Vielfalt.

Biologische Vielfalt auf einem ehemaligen Industriegelände

Die ca. fünf Hektar große Concordia Sandhalde in Bendorf wurde 150 Jahre lang von der Concordia Hütte als Abraumhalde genutzt, um unbrauchbar gewordene Formsande, Hüttenzement, Schlacke, Hochofenreste, Eisengussabfälle und weitere Verbrauchsmaterialien aus der Eisenverhüttung abzulagern. Dadurch ist ein ca. fünf Hektar großer und 20 m hoher Hügel mit einer trockenen Hochfläche entstanden. Nach der Schließung und dem Abriss der Hütte 1995 lag das Gelände zehn Jahre lang brach. Im Jahre 2005 erwarb der NABU Neuwied und Umgebung e.V. das Gelände, zäunte es ein, beseitigte den Müll und expansive Pflanzenarten und startete ein Beweidungsprojekt mit Burenziegen als lebendige Landschaftspfleger. In den vergangenen 13 Jahren konnte sich so ein Biotopverbundsystem entwickeln, das einzigartig in der Region ist. Halbtrockenrasen (Mesobrometen) und Trockenrasen (Xerobrometen) auf der offenen sandigen Hochfläche grenzen direkt an einen ursprünglichen Schluchtwald, der die Sandhalde sowohl mit den Rheinauen einerseits und den Seitentälern das Rheins (Brexbachtal, Saynbachtal) und dem Westerwald andererseits vernetzt. Durch die zentrale Lage inmitten der landwirtschaftlichen Monokulturen des Koblenz-Neuwieder Beckens, dient sie als Vernetzungselement und als Trittstein vieler selten gewordener Arten.

Die Concordia Sandhalde mit dem angrenzenden Schluchtwald und dem NSG „Hüttenweiher“ liegt inmitten industriell und landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen und grenzt direkt an das Stadtgebiet der Stadt Bendorf an. Biologische Vielfalt war durch die intensive Nutzung der umliegenden Flächen und durch die Nutzung der Sandhalde selbst über 150 Jahre als Abfallhalde der Eisenverhüttung, nicht zu erwarten. Nach Schließung und Abriss der Hütte 1995 breiteten sich expansive Pflanzenarten aus, die der Biodiversität auch entgegenstehen. Im Jahre 2005 erwarb der NABU Neuwied und Umgebung e.V. das Gelände mit dem Ziel, durch eine halboffene Weidehaltung von Burenziegen, hier wieder ein Biotopverbundsystem zu fördern, das durch seine biologische Vielfalt als ein wichtiges Vernetzungselement zwischen den Rheinauen und den Seitentälern des Rheins mit dem Westenwald dienen kann.

Durch Führungen über das Gelände soll auch die Bevölkerung durch praktische Hinweise und Beispiele der naturnahen Gartengestaltung an die Biodiversität herangeführt werden.

Biologische Vielfalt

Durch die unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten, Expositionen und die Einbindung des Brexbaches konnten sich eine Vielzahl von unterschiedlichen Pflanzengesellschaften entwickeln. Auf den südexponierten Bereichen aus Hochofenschlacke entwickelte sich eine Xerothermvegetation, die Spinnen, Insekten und Reptilien als Lebensgrundlage dient.

Die Hochfläche aus Formsanden und alten Ausmauerungen der Hochöfen bietet durch den wasserdurchlässigen Untergrund die idealen Voraussetzungen für einen Halbtrockenrasen mit weiteren Spinnen, Insekten und Reptilien.

In den bachseitigen Geröllhalden entwickelte sich der ursprüngliche Schluchtwald, der typisch war für die Seitentäler des Rheins.

Das unebene Gelände mit seinen unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten und verschiedenen Expositionen begünstigt eine kleinflächige, mosaikartige Struktur von Pflanzen- und Tiergesellschaften. Über 60 Vogel- und 300 Pflanzenarten, Moose, Flechten, Spinnen, Insekten, Reptilien, Amphibien und Kleinsäuger konnten sich in den letzten 13 Jahren durch gezieltes Biotopmanagement hier ansiedeln.

Trockenrasen mit Schlacke.Foto: Leonhard

Trockenrasen mit Schlacke. Foto: Leonhard

Raupe des fauenauges.Foto: Leonhard

Raupe des fauenauges. Foto: Leonhard

Sandhalde im Urzustand2005.Foto: Wischnat

Sandhalde im Urzustand2005.Foto: Wischnat Foto: Picasa

Männliche Zauneidechse.Foto: Leonhard

Männliche Zauneidechse. Foto: Leonhard

Burenziegen auf der Sandhalde. Foto: Leonhard

Burenziegen auf der Sandhalde. Foto: Leonhard

Concordia Sandhalde heute. Foto: Leonhard

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Ein CDU-Mitglied aus Koblenz: Herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Wahl! Ich wünsche Ihnen viel Kraft für diese neue Herausforderung! Sie haben uns heute auf dem CDU-Kreistag mit Ihrem „Feuer in den Augen“ voll überzeugt!
  • Boomerang : Ein Problem unserer modernen inclusions Gesellschaft. Einer der die Bestimmungen nicht kennt oder der sie nicht akzeptiert fängt damit an und viele andere folgen dem Negativbeispiel. Abhilfe - Videoüberwachung mit Gesichtserkennung.
  • Peter Heinrichs : Ein sehr ausführlicher Bericht über eine so wunderbare Sache. Ich bin sehr stolz auf meine Tochter Anna Fraser.
Dauerauftrag
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, Januar 2026
Daueranzeige (Januar 26)
Currywurst&verkaufsoffener Sonntag
Physiotherapeut/in (m/w/d)
Umbau Vulkan Brauerei
Schwerdonnestag Koblenz
Imageanzeige
Umbau Vulkanbrauerei Mendig
Empfohlene Artikel

Mayen. Mit dem Beginn des neuen Jahres fällt in Mayen zugleich der Auftakt für ein abwechslungsreiches Veranstaltungsjahr. Auf dem Programm steht ein abwechslungsreicher Veranstaltungsmix– von großen regionalen Highlights bis hin zu kurzweiligen Unterhaltungsangeboten. Dabei ist für jedes Alter und jedes Interesse etwas dabei.

Weiterlesen

Swisttal. Der Rat hat in seiner Sitzung vom 16. Dezember 2025 eine Resolution zur Übernahme kommunaler Personalkosten aufgrund des Wiederaufbaus nach der Unwetterkatastrophe 2021 ab dem 01.01.2026 beschlossen. Die Resolution wurde Anfang 2026 durch die Gemeindeverwaltung an die Bundes- und Landesregierung versendet.

Weiterlesen

Mayen. Bereits ein halbes Jahr vor dem offiziellen Startschuss der Jubiläumstour der VOR-TOUR der Hoffnung haben erste Gespräche mit der Stadtspitze in Mayen stattgefunden. Oberbürgermeister Dirk Meid und Bürgermeister Bernhard Mauel zeigten sich erfreut darüber, dass Mayen als Stopp-Ort der Jubiläumstour 2026 ausgewählt wurde. „Wir freuen uns, dass die VOR-TOUR der Hoffnung im Jahr 2026 in Mayen...

Weiterlesen

Weitere Artikel

Fünfter karnevalistischer Stammtisch des VdK Andernach begeistert

Humor, Musik und Alaaf

Andernach. Am 14. Januar ab 15.11 Uhr lud der VdK Andernach zum fünften karnevalistischen Stammtisch in den Saal des ehemaligen Schwesternwohnheims ein. In gemütlicher Runde bei Kaffee, Nautzen und weiteren Getränken konnte die fünfte Jahreszeit gefeiert werden. Nach dem Prolog der ersten Vorsitzenden stimmte Musikus Heinz ein Schunkellied an, bei dem alle kräftig mitmachten.

Weiterlesen

Odendorf. Nach einem Wasserrohrbruch Ende 2024 wurde das denkmalgeschützte Zehnthaus in Odendorf erheblich beschädigt. Dank der engen Zusammenarbeit zwischen dem Verein Zehnthaus e. V. und der Gemeindeverwaltung Swisttal konnte das historische Gebäude im Sommer 2025 umfassend saniert werden. Im Zuge der Arbeiten wurde zudem eine behindertengerechte Toilette eingebaut.

Weiterlesen

DA bis auf Widerruf
Rund ums Haus
Karneval in Ettringen 2026
Kostenfreie Anzeige Stephan Schneider
Kostenfreie Anzeige Helene Theis
Werbeplan 2026
Fahrer für Schülerverkehr
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Umbau Vulkan
Umbau Vulkan Brauerei
Karneval Ettringen 2026
49/307639/2366526/4622273
Angebotsanzeige (Januar)
Anzeige KW 4
Anzeige Neueröffnung
Titelanzeige