Thuranter Ritterschaft feiert Saisonabschluss
Burg und Recken gehen in die Winterpause
Alken. „So vernehmet die Kunde und erscheinet zum letzten der Hoftage anno 2018 auf unserer Stammburg zu Thurant, gelegen über dem Flecken Alken im Moseltale!“ So erging der Aufruf an die Recken und Edeldamen der „Legatio ex Colonia Agrippinensis“ (L.E.C.A.) die, verstreut in den deutschen Landen, ihre Heimstätten hat, um den letzten Tag an dem die Besucher Zutritt zur Veste haben, gemeinsam zu begehen. Und so eilten sie herbei: Magister Claus von Alstaden aus Oberhausen, Ritter Baldur von Unbescheiden aus den kölnischen Landen, Fernhändler Petronius von Condas aus Confluentis, Ritter Ansgard von Portas aus Winningen und letztendlich Burgvogt Berlewin von Alzey, der Zorn von Thurant, allesamt mit ihren Damen. Weiterhin reisten die Damen Öznur vom Vringsveedel aus Colonia sowie Dajana von Metternich an, um sich nochmals dem Volke zu präsentieren und die Schließung der Burg (für dieses Jahr) gebührend zu feiern. Bei sonnigem Wetter - und frischem Wind - war es jedoch zuerst Aufgabe der „Interessengemeinschaft Historisches Alken e. V.“ (IHA) eine Tanne auf die Terrasse nächst dem Kölner Turm zu wuchten. Hiermit verbunden eine alte Tradition einen Weihnachtsbaum aufzustellen welcher schon von Weitem leuchtend zu erkennen ist. In diesem Jahr kam der Baum aus Löf, gestiftet von Frau Erna Stadler und von der LECA auf die Burg geschafft. Aufgabe der IHA war es dann nicht nur die Tanne an ihrem Bestimmungsort aufzurichten, sondern auch die neu angeschaffte Beleuchtung anzubringen. Mit entsprechender „man-power“ und nicht gerader historischer Säge-technik, hat man den Stamm dann so zurecht geschnitzt, dass er in den vorhandenen Baumständer eingepasst werden konnte. Nach Anbringung der Beleuchtungskörper hatten sich die Mannen einen Becher wohlschmeckenden Glühweins redlich verdient. Um 16 Uhr erschallte der Ruf durch die alten ehrwürdigen Mauern: „Schließet die Tore!“ welches dann umgehend durch die anwesende Ritterschaft vorgenommen wurde, damit nicht noch ungeladen Volk eindringen konnte. Mit hereinbrechender Dämmerung trafen dann noch Hörige des Kastellans aus dem Maifelde ein, welche sich übers Jahr auf der Burg im Frondienst verdingt hatten. Nach einem üppigen Mahl, zu dem die Kastellanin Petra von Ruitsch und ihr Gemahl Ottmar geladen hatten, konnten sich alle gesättigt zurücklehnen und den Worten des Ministerials und Scriptors Ansgard, der die Begebenheiten des letzten Jahres nochmals zu Gehör brachte lauschen. Waren es doch nicht nur die auf der Veste abgehaltenen Hoftage sondern auch Berichte über die Reisen der Recken - ob gemeinsam oder allein unternommen - wie zum MPS am Fühlinger See zu Cölln, die Lager unter Thurant und auf dem Kühkopf oder die Fahrten ins Land des Brexit um nur einige zu nennen. Alles kann die L.E.C.A. auf ein ereignisreiches Jahr zurückblicken. Im Anschluss wurde dem Kastellanenehepaar gehuldigt und für die gute Zusammenarbeit und Zuvorkommenheit während der Saison gedankt und angestoßen. Noch Stunden saßen alle zusammen und manche Geschichte ward erzählt und Moritat vorgetragen. Erst zu später Stunde trennten sich alle und zogen eigener Heimstatt. Die Burg Thurant öffnet ihre Tore nun erst wieder zum Moosemannfest anno 2019. Hier sollte der Besucher bereits jetzt darauf achten, dass dieses am 17. März (nicht wie ursprünglich am 24. März) stattfindet und dies in seinem calendarium vermerken. Bis dahin versinkt die Thurant aber keineswegs im Dornröschenschlaf. Die Zeit der Winterpause wird dazu genutzt Restaurierungs- und Erhaltungsarbeiten durchzuführen welche während der Öffnungszeiten den Besucherstrom stören würde und somit in diese Zeit verlegt werden. Und auch die Ritterschaft nutzt die kalte Jahreszeit sich nicht nur auf einem Bärenfell vor dem warmen Herd zu räkeln, vielmehr um ihr Rüstzeug zu polieren, damit zum Moosemannfest alles wieder rostfrei glänzt.
Thuranter Ritterschaft
