Unkeler Geschichtsverein
Carl-Loewe-Musiktage im Palmenhaus
Die fünf Konzerte sind Teil des 25. Kultursommers Rheinland-Pfalz „Sommer unseres Vergnügens“
Unkel. Immer im Juni lädt der Unkeler Geschichtsverein zu seinen „Carl-Loewe-Musiktagen“ ein und das nun dieses Jahr bereits zum 22. Mal. Die Veranstaltung, die 1995 von Heide Lorenz, damals noch in wesentlich bescheidenerem Umfang, ins Leben gerufen worden war, erfreut sich stetig zunehmender Beliebtheit. Grund genug für den Verein, der mit dem Pianisten und Kantor Marc Unkel einen engagierten musikalischen Leiter gefunden hat, neben den Loewe-Konzerten auch ein Rahmenprogramm anzubieten. Der Veranstaltungsort ist wie in den letzten Jahren wieder das Palmenhaus im Henkelpark, das der Henkelerbe, Fritz Bagel, dem Verein für die Konzerte zur Verfügung gestellt hat, die dieses Jahr Teil des 25. Kultursommers von Rheinland Pfalz „Sommer unseres Vergnügens“ sind.
„Wochenend und Sonnenschein. Musik trifft auf Lyrik“
Dieses Motto griff auch das Ensemble „Troubasis“ mit seinem Motto „Wochenend und Sonnenschein. Musik trifft auf Lyrik“ am Freitagabend auf. Neben seinem Programm im Stil der Comedian Harmonists stellte Marc Unkel mit Carl Loewes „Zigeuner-Sonate“ und der „Abendfantasie“, einem Frühwerk des 1796 in Löbejün geborenen Komponisten den Bezug zum Namensgeber der Musiktage her. Weiter ging es am Samstagnachmittag mit dem Kinderkonzert, das nicht nur nach rheinischer Zählweise bereits Tradition ist. Hauptakteure waren neben dem achtjährige Pianist, Wilhelm Unkel und seinem zwei Jahre älteren Bruder Lorenz, vor allem die Sänger des Trinitatis-Kinderchors unter Leitung von Svetlana Winnekes. Mit „Wir singen vor Freude, das Fest beginnt“, hatten sie das Konzert fortgeführt und erzählten mit „Fünf Brote und zwei Fische“ die Geschichte von der „Speisung der 5.000“. Mit drei Klavierstücken für sechs Hände, bei der die jungen Pianisten, Fabian Choholko und Fabian Thielicke, Svetlana Winnikes unterstützten, verschaffte die Chorleiterin ihren kleinen Sängern eine kurze Pause, nach der diese szenische Kantate von Peter Münden „Und sie aßen alle, alle alleluja“ anstimmten. Alle, alle einbezogen in das Konzert wurden zum Schluss die Zuhörer. Eingeteilt in einen großen Chor und eine Tanzgruppe, in Xylophonspieler und eine Gruppe mit Holz-Rhythmusinstrumenten sowie in „Wellenschläger“, die mit langen gelben, roten und grünen Folienbändern einen unruhigen Seegang simulierten, führten sie das „Seemannslied“ auf, in dem versichert wird: „Nach dem Sturme fahren wir sicher durch die Wellen!“ „Das Motto des Kultursommers hat uns inspiriert, dieses Jahr die Konzerte in ganz besonderer Weise zu präsentieren. Beim heutigen Konzert des Gesang-Quartetts von der Oper Braunschweig unter Leitung von Burkhard Bauche sitzen die Zuschauer nicht wie üblich in Stuhlreihen, sondern an kleinen Bistrotischen, auf denen sie eine Flasche Loewe-Wein und Salzgebäck finden“, erklärte Heide Lorenz am Sonntagabend. An diesem schien dann auch endlich die Sonne durch die großen Fenster an der Nordwestseite des Palmenhauses, die den Blick auf den Park frei geben und dem Raum so eine ausgesprochen intime Atmosphäre verleihen. „Gut gebrüllt Loewe!“ war der Liederabend überschrieben, an dem Andreja Schmeetz, Sopran, Masami Tanaka, Alt, Yuedong Guan, Tenor, und Franz Reichetseder, Bass, unter Leitung von Burkhard Bauche am Flügel für Varieté-Atmosphäre sorgten, allerdings erst nachdem das „Kyrie Eleison“ aus Carl Loewes Oratorium „Jan Hus“ verklungen war. „Dieses Werk ist 1841 in der Berliner Singakademie uraufgeführt worden und danach in Vergessenheit geraten, sodass es erst 2009 wiederentdeckt worden ist“, berichtete Heide Lorenz. Franz Reichetseder, der schon von Beginn an fester Bestandteil der Unkeler Musiktage sei, habe als Loewe-Sammler schon etliche Noten des Komponisten gefunden, wie der Liederabend belege. An dem trug das Gesang-Quartett von der Oper Braunschweig „Tierisches und Skurriles“ etwa von der „Katzenkönigin“ oder dem Kuckuck und der Nachtigall vor sowie Lieder unter dem Titel „Zauberspuk und gefallene Nonnen“, wobei die Sänger sich bei ihren kleinen szenischen Darstellungen auch zwischen den Besuchern bewegten. Nach der Pause hätte der Geschichtsverein besser einen Unkeler Roten statt des Rivaners ausgeschenkt, ging es doch nicht nur beim „Erlkönig“ oder „Herr Oluf“ um „Mord & Totschlag“, bevor „Tom der Reimer“ als Nachspeise dem begeisterten Publikum serviert wurde. Das war nicht erst nach sieben Jahren im Bann der zauberhaften Elfenkönigin, sondern bereits nach dem zweistündigen Konzert überglücklich und dankte dem Braunschweiger Quintett entsprechend mit frenetischem Beifall.
Vorschau
Weiter geht es am Freitag, 24. Juni, mit dem Meisterkonzert, das von Marc Unkel, Klavier, und seiner Frau Joanne Walter-Unkel, Oboe/Englischhorn, ab 19.30 Uhr im Palmenhaus, Fritz Henkel-Straße 1, bestritten wird. „Die Moderation übernimmt wie in den Vorjahren Konrad Beikircher, der auch als Musikwissenschaftler, den Erwartungen des Publikums gerecht wird, das ihn als Kabarettisten so schätzt“, war sich Heide Lorenz sicher. Den Abschluss bildet das Kammermusikkonzert am Sonntag, 26. Juni, mit dem „Mosaik Trio Solingen“. Das wagt ab 18 Uhr den Versuch, bekannte klassische Musik, unter anderem auch von Carl Loewe, für Tango-Rhythmen zu bearbeiten. In der Pause werden wieder „Loewe-Wein“ und ein Büffet mit kulinarischen Leckerbissen, diesmal scharf-südamerikanisch, angeboten. Noch gibt es einige Karten im Vorverkauf die unter Tel. (0 22 24) 61 77, Tel. 7 59 16 und Tel. 1 02 54 oder per E-Mail: heide.lorenz@t-online.de bestellt werden können. DL
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