Allgemeine Berichte | 24.06.2019

Konzertreihe „Musik in alten Dorfkirchen“ zu Gast in Neuhäusel

Cecile Corbel entführte in eine Märchenwelt

Konzertgäste wurden in der Augst von der Bretonin und ihrer Harfe verzaubert

Cecile Corbel begeisterte das Publikum in der evangelischen Kirche in Neuhäusel. Foto: privat

Neuhäusel. Mit den ersten Tönen beginnt die Verzauberung. Und mit den ersten Tönen entführt Cecile Corbel aus der Bretagne ihre Zuhörer in ein musikalisches Märchenland. Vor dem Start einer Chinatournee war die Bretonin mit ihrer Harfe und ihrer Band für ein einziges Gastspiel in der Reihe „Musik in alten Dorfkirchen“ nach Deutschland gekommen. So war die beschauliche evangelische Kirche in Neuhäusel letzter Veranstaltungsort vor Konzerten in Peking, Schanghai und zwei weiteren chinesischen Riesenstädten.

Es scheint unglaublich, doch es geschieht: Es genügen ein paar perlende Läufe auf ihrer Harfe sowie das wärmende Strahlen ihrer Stimme, und die Zurückhaltung der Gäste in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche verschwindet wie ein Herbstnebel in den Strahlen der Sonne. Zuvor hatte Pfarrerin Lisa Maria Thoma die erwartungsvollen Konzertbesucher begrüßt und darauf hingewiesen, dass Musik eng zum Leben der christlichen Kirche dazugehört. „Es ist wunderbar, dass diese Konzertreihe mit Musik aus allen Teilen der Welt dazu auf hohem Niveau beiträgt“, so die Pfarrerin. Für die Kleinkunstbühne Mons Tabor stimmte dann deren Vorsitzender Uli Schmidt auf das Konzert ein, indem er einen Satz aus einer früheren Pressekritik über die Musik der Bretonin zitierte: „Lebe ich noch, oder bin ich schon im Himmel?“

Liedergeschichten aus der ganzen Welt

Im Laufe der folgenden zwei Stunden konnte man den Eindruck gewinnen, dass nicht wenige Konzertgäste diese Frage für sich nicht klar beantworten konnten. Denn bis zu diesem Zeitpunkt haben sich die elfengleiche Erscheinung mit den rötlichen Haaren und der märchenhaften Stimme und die drei französischen Musiker in ihrem Gefolge an Gitarre, Piano und Cello durch ganze Liedergeschichten und diese von den westlichen Ausläufern Europas, also der gesamten keltischen Welt, bis nach Ostasien gespielt.

Mal verträumt-melancholisch, dann wieder beschwingt sind diese Weisen, und ebenso wie der Rhythmus wechselt die Sprache zwischen altem Bretonisch, Englisch und Französisch. Seit dem 15. Lebensjahr spielt Cecile Corbel Harfe. Mit traumwandlerischer Sicherheit greifen ihre Finger in die Saiten, die Augen sind dabei zumeist geschlossen, so, als versinke sie wie in Trance in jede einzelne dieser Balladen. Diese handeln vom Regen in der Bretagne oder von einer Mutter mit ihrem Kind, oder Corbel spielt ein irisches Traditional. Auch die besondere Zuneigung zu Japan wird in einem Lied ausgedrückt.

Glück hat, wer den roten Feuerschopf live und in seiner ganz eigenen Märchenwelt in der Augst erleben durfte. Es scheint eine sehr alte Welt, aus vergessenen Träumen und einem selig machenden Glück, ein leuchtender Kosmos aus alten Gedichten, keltischen Liedern, mediterranen Melodien und Corbels Kompositionen. All das ist befreit vom Staub der Jahrhunderte – denn Cecile Corbel ist durchaus eine von diesen frischen und heutigen Folk-Sängerinnen, die sich auch einmal beim Pop bedienen, wenn er zu den alten filigranen Klängen passt.

Eins ist nach dem umjubelten Konzert in Neuhäusel mit vielen erklatschten Zugaben klar: Diese junge Musikerin ist kein Geheimtipp mehr. Cecile Corbel ist bereits in Frankreich, China und Japan ein Star der keltisch geprägten Folk-Szene. Nach dem Gastspiel in Neuhäusel ist sie das sicher jetzt auch im Westerwald.

Gefördert wird die Reihe „Musik in alten Dorfkirchen“ im Kultursommer Rheinland-Pfalz von der Sparkasse Westerwald-Sieg und der Energieversorgung Mittelrhein (EVM). Diese ermöglichen auch das nächste Konzert am 14. Juli in Selters mit „Las Migas“ aus Andalusien. Auch dafür empfiehlt es sich, Tickets im Vorverkauf zu besorgen oder zu reservieren.

Cecile Corbel begeisterte das Publikum in der evangelischen Kirche in Neuhäusel. Foto: privat

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