Das 280. Stiftungsfest der Erpeler Junggesellen startet am Samstag mit dem Preisschwenken
Christian Breuer aus Oberdrees ist der Rheinland-Pfalz-Meister
Jan-Philipp Wallek holte den Amtspokal zum 3. Mal in Folge nach Unkel
Erpel. Von dem „hochwürdigen“ Pfarrer Mürl ist der Junggesellenverein der Alten und Freien Herrlichkeit am 13. Dezember 1737 als Junggesellenbruderschaft zu Ehren des heiligen Josephs für Erpel und Heister gegründet worden. Deren Wahlspruch „Brauchtum, Tradition, Heimatliebe“ wurde bis heute im 280. Jahr des Bestehens nicht geändert. Dieses Jubiläum war Anlass für den Verein, am Samstag der Johannes-Kirmes befreundete Junggesellenvereine einzuladen, die ab 13 Uhr auf dem Festplatz eintrudelten. Gut eine Stunde später begann dann das Fähndelschwenken, zu dem mit Christian Breuer aus Oberdrees, dem Bundesmeister aller Klassen 2009, den Unkelern Julian Muss und Jan-Philipp Wallek, dem Rheinlandmeister aller Klassen, Fabrizio Alemanno aus Bad Hönningen, dem Dattenberger Rheinlandmeister Kilian Birrenbach, dem Bundesmeister 2015, Philipp Schmitz aus Bruchhausen, und dem jungen Leubsdorfer Lukas Ley sieben Fähnriche antraten. Ihre Leistungen, bei denen es neben dem Titel des Rheinland-Pfalz und dem Wachtberg-Wanderpokal, die der Erpeler Vorsitzende Dominik Schwager an die Ley geholt hatte, auch um den Amtspokal der VG Unkel ging, den Jan-Philipp Wallek 2015 und 2016 gewonnen hatte. Als Juroren fungierten neben dem Erpeler Fähnrich Alexander Hirzmann, seinem Vorgänger Sebastian Koch sowie „Altmeister“ Ralf Wester auch der Dattenberger Bernd Birrenbach.
In der Vorrunde hielt sich Christian Breuer mit den Kunstschlägen noch zurück, sodass er Kilian Birrenbach in der Wertung an sich vorbei ziehen lassen musste. Da Philipp Schmitz nicht mit seiner Fahne schwenken konnte, weil sich deren Tuch wegen lockerer Nägel zu lösen drohte, musste er zur ungewohnten Unkeler Fahne greifen, die ihm doch erhebliche Schwierigkeiten bereitete, sodass er zur Enttäuschung des großen Anhangs aus Bad Hönningen Jan-Philipp Wallek als dritten und damit letzten Final-Schwenker an sich vorbeiziehen lassen musste. So war schon klar, dass der Amtspokal der VG Unkel weiter in der Kulturstadt am Rhein bleiben würde.
Auch aus Dattenberg war eine große Delegation nach Erpel gereist, die nun ihrem Fähnrich die Daumen drückte. Und Kilian Birrenbach machte seine Sache ausgezeichnet – bis ihm gegen Ende seiner Darbietung die Fahne entglitt. Das wäre beinahe auch dem Unkeler Fähnrich passiert, der alles andere als einen konditionell starken Tag erwischt hatte. Damit hätte sich der Fähnrich aus dem Rheinbacher Stadtteil eigentlich schonen und auf Sicherheit schwenken können. Das aber scheint die Sache von Christian Breuer nicht zu sein. Nach sauberen „Regel“-Schlägen in perfekter Haltung zeigte er eine Kür mit höchsten Schwierigkeiten, sodass er klar als Sieger feststand, lange bevor die Juroren zur Auswertung der beiden Final-Darbietungen schritten. Entgegennehmen konnte der Fähnrich aus dem Rhein-Sieg-Kreis den Pokal als neuer Rheinland-Pfalz-Meister erst kurz vor Mitternacht bei der Siegerehrung, bei der Philipp Wallek neben dem Amtspokal auch der n Wachtberg-Wanderpokal überreicht wurde. DL
Der alte und neue Inhaber des Unkeler Amtspokals, Jan-Philipp Wallek, musste sich mit dem Wachtberg Wanderpokal begnügen.
