Zehn Jahre Förderverein des BSV: Spitzen- und Breitensportler werden gezielt unterstützt
Dank Glühwein auf dem Weg nach Tokio
Koblenz/Bad Kreuznach. Es ist eine kleine Erfolgsgeschichte des Behindertensports, die bald vielleicht durch ein großes Kapitel ergänzt wird. Was vor Jahrzehnten mit dem Verkauf von Glühwein auf einem Weihnachtsmarkt begann, könnte in gut drei Jahren mit der Teilnahme rheinland-pfälzischer Sportler an den Paralympics in Tokio fortgeschrieben werden.
Seit gut zehn Jahren besteht der Förderverein des Behinderten- und Rehabilitationssport-Verbandes Rheinland-Pfalz (BSV). Initiator und Gründungsvorsitzender war der frühere Innenminister Walter Zuber. Sein Nachfolger an der Spitze des Vereins, Hans-Artur Bauckhage, erinnert sich an die Überlegungen, auf der die Gründung im Jahr 2006 basierte: „Es ging uns darum, Gelder für die Unterstützung von Sportlern zu akquirieren, die wir dann auch wieder passgenau einsetzen können. Als Verband hat man viele Möglichkeiten nicht, die ein Förderverein hat, weil man wegen der Landeshaushaltsordnung in ein Korsett gesetzlicher Vorgaben eingebunden ist. So war die Gründung des Vereins die logische Konsequenz.“
Der ehemalige rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister sieht einen weiteren Vorteil in der enormen Flexibilität: „Wir können über den Förderverein ganz gezielt und direkt einzelne Spitzensportler unterstützen, aber auch im Breitensport bei sinnvollen Projekten aktiv werden und Vereinen unbürokratisch Finanzmittel zukommen lassen.“
Glühweinverkauf auf dem Weihnachtsmarkt
Diese Gelder generiert der Verein zum Teil über Spenden. Wichtigster Einzelbaustein ist allerdings eine Initiative, die schon vor Jahrzehnten gestartet wurde: der Glühwein-Verkauf an einem eigenen Stand auf dem Koblenzer Weihnachtsmarkt. Der stellvertretende Vorsitzende Rolf Boettiger denkt an die Anfangsjahre zurück:
„Der frühere Landesvorsitzende Bernd Herrmann war die treibende Kraft, als wir es in den 80er-Jahren erstmals mit dem Glühweinstand auf dem Weihnachtsmarkt versuchten. Er hat damals nicht nur die Idee gehabt, sondern auch selbst die Säckchen mit den Gewürzen in den Wein getan und mit verkauft.“
Hintergrund der Initiative war, dass der Verband Vereinen dabei helfen wollte, behindertengerechte Fahrzeuge anzuschaffen, um damit Sportler besser zum Training und zu Wettkämpfen bringen zu können. Aus einer spontanen Hilfeaktion wurde dann eine langjährige Tradition. Rolf Boettiger: „Dass sich daraus eine solch feste Größe entwickelt, hätte wohl keiner gedacht, auch Bernd Herrmann nicht.“
Schon nach wenigen Jahren zeigte sich, wie und wo die aus dem Glühweinverkauf erwirtschafteten Gelder auch bei anderen Projekten sinnvoll eingesetzt werden konnten. Rolf Boettiger: „Nach der Deutschen Einheit haben wird unseren Partnerverband in Thüringen bei seinem Aufbau durch Hilfe zur Selbsthilfe unterstützt. Da waren die Mittel sehr gut angelegt.“
Der Glühweinstand hat rund 30 Jahre später immer noch seinen festen Platz vor dem Rathaus auf dem Koblenzer Weihnachtsmarkt. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer sorgen dafür, dass Jahr für Jahr erkleckliche Summen zusammenkommen, mit denen behinderte Sportler und der Behindertensport generell unterstützt werden können – seit 2006 unter dem Dach des Fördervereins. Hans-Artur Bauckhage weiß das sehr zu schätzen: „Ein solches Projekt wie der Glühweinstand steht und fällt mit dem ehrenamtlichen Engagement. 2016 haben wir allein durch den Stand 10.000 Euro erwirtschaftet, die wir in förderungswürdige Projekte stecken können.“
Förderungswürdig – das sind sowohl Spitzensportler als auch Breitensportler. Der Leichtathletin Maike Hausberger vom PSV Trier konnte im vergangenen Jahr ein zusätzliches Trainingslager finanziert werden. Danach schaffte die durch zahlreiche Verletzungen zurückgeworfene Sportlerin es noch, an den Paralympics in Brasilien teilzunehmen. Aber auch eine Sitzski-Fahrerin mit eher langfristiger Perspektive, Verena Stursberg“ vom SRC Heimbach-Weis 2000, wird unterstützt.
Die Finanzmittel werden nicht nur personenbezogen eingesetzt, sondern fließen zum Beispiel auch in ein Inklusionsprojekt an der Koblenzer Schule Am Bienhorntal oder in eine inklusive Schulfreizeit, damit eine zusätzliche Betreuungskraft mitfahren kann.
60.000 Euro für den Boccia-Landesleistungsstützpunkt in Bad Kreuznach
In den kommenden vier Jahren wird ein großer Teil der Gelder nun konzentriert eingesetzt: 60.000 Euro fließen in den Boccia-Landesleistungsstützpunkt in Bad Kreuznach. Der dort tätige Bundestrainer kann damit durch eine 30-Prozent-Kraft unterstützt werden, mit einer klaren Zielsetzung. Hans-Artur Bauckhage: „Wir haben die Paralympics in Tokio im Blick und wollen unseren Teil dazu beitragen, dass einer oder mehrere Boccia-Sportler sich dafür qualifizieren können.“
Konzentration auf eine Aufgabe heißt aber nicht, dass andere Projekte vernachlässigt werden. Der Vorsitzende umreißt die Aufgaben, die sich der Förderverein selbst stellt: „Wir werden auch Trainingslager als Vorbereitung auf Deutsche Meisterschaften in nicht-paralympischen Sportarten unterstützen, zum Beispiel im Fußballtennis, Kegeln oder Sitzball.“
Gleichwohl liegt der Focus des Fördervereins in den kommenden Jahren auf der Boccia-Förderung. Wenn das neue Projekt, das Hans-Artur Bauckhage, Rolf Boettiger und ihre Mitstreiter in Bad Kreuznach starten, von Erfolg gekrönt sein sollte, dann wird man darauf sicherlich beim Weihnachtsmarkt 2020 in Koblenz mit einem Glühwein anstoßen.
Über spezielle Rampen können auch Rollstuhlfahrer mit starken körperlichen und/oder geistigen Beeinträchtigungen Boccia-Kugeln ins Spiel bringen. Foto: Picasa
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