Allgemeine Berichte | 06.12.2021, 12:52 Uhr

Die Fotografien von Kai Schneiders sind im Ahrtal beliebt. Auch nach der Flut möchte er die Schönheit seiner Heimat einfangen.

„Das Ahrtal ist immer noch wunderschön!“

Schneiders Fotos zeigen das Ahrtal in der Phase des Wachwerdens. Fotos: Kai Schneiders | kai . travel & photography
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Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Fotografien von Kai Schneiders sind im Ahrtal überall zu finden. Als großformatige Bilder gedruckt, zieren Sie die Wände von Wohnzimmern und Büros, aber auch Wartezimmer von Arztpraxen oder die Desktop-Hintergründe von Heim-PCs. Allen gemeinsam ist der besondere Blickwinkel. Schneiders Fotos zeigen das Ahrtal in der Phase des Wachwerdens. Am frühen Sonntagmorgen, wenn seine Familie noch schläft, zieht er mit der Kamera los um neue Motive zu finden. Nebelverhangene Weinberge in sanfter Morgenröte sind zentrale Inhalte bei Schneiders Fotokunst. Das Schöne steht im Fokus. Nun, nach der furchtbaren Flutkatastrophe im Juli, hat sich das Ahrtal verändert. Wo einst bilderbuchhafte Landschaften dominierten, prägen Baustellen, Schutt und Schäden das Ortsbild. Vieles ist zerstört, vieles wird wieder aufgebaut. Und Kai Schneiders ist sich sicher: „Das Ahrtal ist immer noch schön.“ Deshalb zieht er auch weiter morgens los, um zu fotografieren. Die Zerstörung klammert er bewusst meist aus. Landschaftsfotografie ist „sein Ding“ und die Schäden fotografisch festzuhalten, „können andere besser“, wie er sagt. Dass er wieder auf Fototour gehen wollte, war für ihn von Anfang nach der Flut klar. Er dachte sich: Jetzt erst recht. „Auch wenn vieles im Ahrtal anders ist, müssen wir das Schöne hier unterstreichen“, so Schneiders. Diese Dokumentation des Tales gibt ihm Motivation. Beim Fotografieren lädt er seine Akkus auf, wie er sagt. Er ist sich ganz sicher: Es geht voran hier im Ahrtal. Gleichzeitig hofft er, dass nun die Weichen in der Planung richtig gestellt werden, so zum Beispiel im Hochwasserschutz.

„Kommen Sie ins Ahrtal“

Und der Fotograf und Familienvater hat auch eine klare Meinung, wenn ihn Menschen von auswärts fragen, ob es ratsam, aber auch sittsam wäre, das Ahrtal gerade jetzt zu besuchen. „Auf jeden Fall!“, gibt er dann entschlossen zurück. Es gäbe schließlich weiterhin viele Möglichkeiten, zu wandern, in Gaststätten einzukehren, die Natur zu genießen und den örtlichen Handel zu unterstützen.

Familie Schneidersist selbst betroffen

Dass Schneiders mit diesem Optimismus ans Werk geht, ist nicht selbstverständlich. Denn ihn und seine Familie hat die Flut ebenfalls schwer getroffen. Die Schneiders wohnen in der Bad Neuenahrer Straße Auf den Steinen, dort stand in der Flutnacht meterhoch das Wasser. Die Zerstörung des Hauses ist katastrophal. Doch die Schneiders sind guter Dinge, dass Sie schon Mitte Dezember wieder zurückkehren können. „Die Arbeiten dort laufen auf Hochtouren,“ sagt er, „und gerade für die Kinder ist es super, wenn wir Weihnachten zu Hause verbringen können.“ Zur Zeit die Schneiders bei einem Freund in Sinzig untergekommen. Natürlich ist der Wunsch groß, wieder nach Bad Neuenahr zurückzukehren. Und dann geht es für Kai Schneiders wieder los. Sonntagmorgens, noch vor dem Frühstück, zieht er mit der Kamera in die Weinberge, um das Ahrtal so einzufangen, wie es auch nach der Flut noch ist: Wunderschön. ROB

Fotograf Kai Schneiders.

Fotograf Kai Schneiders.

Schneiders Fotos zeigen das Ahrtal in der Phase des Wachwerdens. Fotos: Kai Schneiders | kai . travel & photography

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