Große Prunksitzung der KG Grün-Weiß Oberwinter
Das Beste aus Wölle, Kölle und der Region
404 Jecken feierten ausgelassen im Glaspalast – Umjubelter Auftritt des Prinzenpaars Michael und Patty
Oberwinter. Sie hat eine lange Tradition in Oberwinter: die große Prunksitzung der KG Grün-Weiß Oberwinter, die am Sonntag erneut hunderte Gäste in den prächtig geschmückten Wölle Glaspalast lockte. Gedrängt voll war die Narrhalla, und die Gäste hatten ihre helle Freude am großartigen Programm mit dem Besten, was Wölle, Kölle und die Region zu bieten haben. Den Auftakt machte der Einmarsch der KG Grün-Weiß mit Elferrat um den Vorsitzenden Benjamin Kauert und Sitzungspräsident Ralf Otto, der die Moderation wieder bestens bestritt, und natürlich dem Tambourcorps um Vorsitzende Katja Pertz unter der Stabführung von Georg Gimnich. Grußworte galten den exakt 404 Jecken im Saal, besonders Bürgermeister Björn Ingendahl, Pfarrer Frank Klupsch und dem RKK-Bezirksvorsitzenden Willi Fuhrmann. Dank galt den Senatoren um Präsident Hermann-Josef Jahn und Vizepräsidentin Helga Schäfer für die Unterstützung und für die Idee für das neue Bühnenbild. Umjubelt wurde anschließend das Prinzenpaar Michael und Patty Rautenberg mit Hofstaat bei seinem Einzug auf die Bühne. Mit dabei waren Abordnungen der Möhnen um Obermöhn Heike Reinartz, der Fährnarren Rolandseck um Harald Pöhler und der Hafengarde mit Vorsitzendem Dominik Baumgart. Ein Dank des Prinzenpaares galt der KG für den toll geschmückten Saal und das wunderschöne Bühnenbild. Im Anschluss holten die Wölle Regenten auch die närrischen Herrscher aus Remagen und Kripp auf die Bühne, und alle sangen gemeinsam mit Hofmarschall Jürgen Heno „Oh lewen Jott“. Musikalisch von den Stühlen riss das Remagener Panikorchester die Jecken im Saal bei seiner Abschiedsvorstellung in Oberwinter.
32 Jahre Spaß verbreitet
Dirigent Tommy Pieper betonte die 32-jährige musikalische Laufbahn der Paniker und dass Ralf Otto immer an sie geglaubt habe. Vom Oberwinterer Prinzenpaar habe er den Orden, eine Art Kompass, schon bekommen. Den hätte er in den letzten 32 Jahren beim Heimweg nach den Auftritten manches Mal gut brauchen können. Als neues Musikstück intonierten die Paniker „Bella Ciao“, das Abschiedslied ihrer musikalischen Karriere, und der ganze Saal sang „Auf Wiedersehen“ und winkte mit Fähnchen und Servietten beim Auszug. Großes Lob hatte zuvor Otto den „schillerndsten Typen von Rhein und Ahr“ für den Spaß, den jahrzehntelang von der Bühne aus verbreitet hätten, gespendet. Helene Fischer hatte ihren Silbereisen, und die Paniker hätten ihren Silbervogel. „Sie sind ein Stück von Remagen und ein Stück Geschichte geworden“, so der Sitzungspräsident hervor. Freude im Saal kam auch auf, als Otto den 4:0-Sieg des 1. FC Köln verkündete und die komplette Narrenschar das FC-Lied schmetterte. Einen Tanz vom Feinsten präsentierte im Anschluss die Showtanzformation der Rot-Weißen Funken Unkelbach. Lautstarken Dank durften die Tänzerinnen für ihre Leistung entgegennehmen, ebenso wie das Tanzcorps der Wölle Hafengarde sowie deren Kinder- und Jugendgarde. Und auch bei den heimischen Formationen waren akrobatische Leistungen zu bewundern.
Büttenasse aus der Domstadt
„Et Klimpermännche“, alias Thomas Cüpper, gab einen „Klops“ nach dem anderen zum Besten und attackierte die Lachmuskeln der Jecken. Er verzällte von der Zinkwanne, durch die einst samstagsdie gesamte Familie nach und nach gezogen wurde. Auch die Fichtennadelsprudeltablette fehlte nicht, an Wochenenden eine halbe, vor Feiertagen eine ganze. Von der einstigen bunten Vielfalt des Fernsehens mit ARD und ZDF wusste et Klimpermännche ebenso zu erzählen. Mächtig Stimmung in den Saal kam erneut mit der Musiktruppe Jeckediz, bevor Bauchredner Klaus Rupprecht mit seinem frechen Affen Willi die Bühne eroberte. Da blieb kein Auge mehr trocken bei den Narren. Das Sprachgenie Willi zeigte sich der türkischen Sprache mächtig und übersetzte „dicke Frau“ als „Eiche massiv“. Launig auch die Büttenrede von „De Frau Kühne“, alias Ingrid Kühne. Deren Verzäll über Ehemann Ralf, Sohn Sven „un de Omma“ kam so gut an, dass sich die Narren die Bäuche hielten vor Lachen. Ebenso gut an kam Lieselotte Lotterlappen, alias Joachim Jung. Der Entertainer, Komiker und Comedian attackierte nicht nur die Lachmuskeln, er sang auch gekonnt und griff zum Schluss noch zur Trompete.
Grandioses Finale
Hochakrobatische Tänze lieferten das Tanzcorps der KG Sr. Tollität Luftflotte Köln und das Tanzcorps Kölner Rheinveilchen. Bei der atemberaubenden Akrobatik hielt der eine oder andere im Saal gar die Luft an. Auf den Stühlen stand das närrische Publikum dann bei den schmissigen Klängen der Brassband Druckluft aus Bonn wie auch bei der kölschen Truppe „De Räuber“, die den Schlusspunkt unter ein fantastisches Sitzungsprogramm setzten. Da schmetterte der ganze Saal mit. Es gab Zugabe auf Zugabe, und so wurde aus dem geplant sechsstündigen ein siebenstündiges Sitzungsprogramm, nach dem im Anschluss noch mächtig weiter gefeiert wurde. AB
Abschied von der Wölle Bühne: Es war der wohl letzte Auftritt der legendären Panikorchester im Hafenort.
Das Tanscorps der Hafengarde zeigte sein ganzes Talent und Können.
Bestens unterhielten sich auch Remagens Bürgermeister Björn Ingendahl (v. l.), Pfarrer Frank Klupsch und RKK-Bezirksvorsitzender Willy Fuhrmann.
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