Allgemeine Berichte | 18.10.2021

Veranstaltung der Kolpingsfamilie Ransbach-Baumbach

Das Blut der Märtyrer ist der Samen des Christentums

Während des Vortrags von Prälat Prof. Dr. Helmut Moll.Foto: privat

Ransbach-Baumbach. „Das Blut der Märtyrer ist der Samen des Christentums“ - so könnte man die Kernbotschaft des Vortrags von Prälat Prof. Dr. Helmut Moll zusammenfassen, den er auf Einladung der Kolpingsfamilie Ransbach-Baumbach im vollbesetzten Pfarrsaal von Ransbach hielt.

Prälat Moll gibt im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz das auf Anregung des heiligen Papstes Johannes Paul II. erstellte „Martyrologium des 20. Jahrhunderts“ heraus (Zeugen für Christus. 2 Bände: Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts, Schöningh-Verlag). Darin sind unter anderem auch zahlreiche Blutzeugen für den Glauben aus dem Bistum Limburg und dem Kolpingwerk verzeichnet.

Prälat Moll zeigte anhand kurzer Lebensbeschreibungen und Fotos von mehr als 20 Männer und Frauen, Priestern, Ordensleuten, Laien darunter der inzwischen selig gesprochene Richard Henkes aus Ruppach, was es bedeuten kann, Christus an die erste Stelle im Leben zu setzen. „Lest die Lebensbeschreibungen der Märtyrer, das kann einem schwachen Glaubensleben zu neuer Kraft verhelfen!“ So lautete der Appell des Geistlichen.

Dass sie recht haben könnten, spürten die Anwesenden, als eine Zeitzeugin im Auditorium das Wort bekam. Ottilie Michels, 94, geborene Hehl, aus Helferskirchen, jetzt wohnhaft in Ransbach-Baumbach, erzählte von ihrem Bruder Herbert Hehl, dessen Aufnahme in das Martyrologium derzeit vom Bistum Limburg geprüft wird. Herbert, geboren 1925, von Pfarrer und Kaplan geprägt, wurde überzeugter Christ und wollte von den Nazis nichts wissen. Er war ein charismatischer junger Mann, wurde Diözesanjugendführer, mit 18 zum Reichsarbeitsdienst, dann zur Wehrmacht einberufen. An der Front setzte man ihn im Kampf gegen Partisanen in Polen ein. Er bekam den Befehl, drei Polen - einen Vater mit seinen zwei Söhnen - zu erschießen, was er verweigerte, wie es in der Wehrmacht sein gutes Recht war. Daraufhin wurde er allein - und nicht wie üblich zu dritt - auf nächtliche Wachpatrouille geschickt. Am nächsten Morgen wurde er noch lebend mit einem Messer im Bauch gefunden. Er verstarb in den Armen eines Kameraden. Die offizielle Nachricht an die Familie lautete: Heldentod. Die Wahrheit erfuhr die Familie durch einen Besuch dieses Kameraden - eines Priesters.

Ebenso konnten zwei Dernbacher Schwestern aus dem Leben von Luise Löwenfels berichten, die, als Jüdin geboren, zum katholischen Glauben konvertierte, in ihre Gemeinschaft der Armen Dienstmägden Jesu Christi eintrat und schließlich in Auschwitz vergast wurde.

Die zahlreichen Besucher erlebten einen eindrucksvollen und bewegenden Abend und konnten feststellen, dass das Martyrologium des 20. Jahrhunderts die alte Erkenntnis von Tertullian bestätigt: „Das Blut der Märtyrer ist der Samen des Christentums.“

Während des Vortrags von Prälat Prof. Dr. Helmut Moll.Foto: privat

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