Brieftaubenverein Fritzdorf zieht Interessenten an
Das Fest zum 60-jährigen Jubiläum wurde ein voller Erfolg
Mehr als 100 Besucher gratulierten und informierten sich über Brieftauben
Wachtberg-Fritzdorf. Einen erfreulichen Erfolg verzeichnete der Fritzdorfer Brieftaubenverein „Auf zur Windmühle 1958“ am zweiten Märzwochenende im Jugendheim. Gut vorbereitet war man mit Tauben verschie
dener Farben, deren Namen und Besonderheiten die Mitglieder des Vereins gerne für die Laien erläuterten. Weil man einen
Taubenschlag schlecht zur Ansicht mal eben in einem Jugendheim installieren kann, lief während der Veranstaltung von 11 bis 17 Uhr auf einem großen Bildschirm ein Informationsfilm. So bekamen auch diejenigen, die noch nie mit diesem interessanten Hobby in Berührung
gekommen waren, einen Eindruck von dem, was in einem Taubenschlag Alltag ist und worauf die Halter und Züchter achten müssen.
Dass Verantwortung für die Tiere großgeschrieben wird, erkannten die Besucher bei den Ausführungen der Halter schnell. So werden die ersten Flüge der Jungtauben genau auf ihr voraussichtliches Flugvermögen angepasst, ehe sie im Schwarm mit den erfahreneren Tauben auf
den Weg geschickt werden. „Man fängt mit kleinen Strecken an und steigert sich dann“, berichtete Josef Wachendorf aus Fritzdorf, der selbst mit seinen Tauben von Mai bis September an den Wochenenden unterwegs ist. Schließlich sind die Tiere so weit trainiert, dass sie von Frankreich aus rund 600 Kilometer zurück in den heimischen Taubenschlag fliegen.
Die gelbflaumigen Küken sind nach dem Schlüpfen kleiner als ihre Verwandten, die Hühnerküken. Bis die kleinen Tauben flügge werden, dauert es rund 24 Tage, in der sie auf die Wärme, Pflege und Fütterung durch ihre Eltern angewiesen sind. Teile des flaumigen gelben Gefieders waren im Jugendheim noch bei zwei sehr jungen Tauben am Kopf zu erkennen. Außerdem hatten die Besitzer Tiere in verschiedenen Varianten mitgebracht. Dabei waren rot-weiße Meulemänner, gelb-weiße Sion, graue und blaue Tauben sowie eine reinweiße Hochzeitstaube und eine Kreuzung mit einzelnen weißen Federn, die man Schecke nennt.
Gutschein für ein Jungtier
Zur Feier des Tages versteigerte der Verein den Gutschein eines bekannten Züchters aus dem Rheinland, gegen den der stolze Sieger der Auktion ein Jungtier aus dessen Zucht erhält. Die Preise für die Tiere liegen im Normallfall bei durchschnittlich 50 Euro für eine Brieftaube. Allerdings gibt es auch fliegende Boten mit besonderen Zuchteigenschaften, für die bei entsprechenden Börsen in Dortmund oder Kassel mehrere Hundert Euro geboten werden. Im Extremfall können die Zahlen dort auch mal im vier- bis fünfstelligen Bereich liegen.
Schon bei dieser Jubiläumsfeier waren so viele Neugierige und Interessierte gekommen, dass man noch Tische und Stühle hatte zustellen müssen, um allen rund 100 Gästen einen Platz anbieten zu können. Eine weitere Gelegenheit zur eingehenden Information bieten die Fritzdorfer in Zusammenarbeit mit dem Brieftaubenverband am 15. April, dem Tag der Brieftaube, bei einem Tag der offenen Tür.
Foto: Petra Reuter
Anhand der jährlich wechselnden Farbe des Ringes erkennen die Sachkundigen gleich das Alter der Taube. Foto: Petra Reuter
