Allgemeine Berichte | 19.09.2018

Von den Anfängen in Bonn-Röttgen zur modernen Schule auf dem Meckenheimer Campus

Das Konrad-Adenauer-Gymnasium wird 50

Schulleiter Dirk Bahrouz und seine Stellvertreterin stellen den offiziellen Festakt am 21. September sowie den Tag der offenen Tür am 6. Oktober vor.StF

Meckenheim. Der Schulcampus ist längst vielen Meckenheimern zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Was heute als modern daherkommt, hat jedoch eine recht lange Geschichte und es gab längst nicht zu allen Zeiten drei weiterführende Schulen in der Stadt. Das Konrad-Adenauer-Gymnasium in seiner heutigen Form gibt es erst seit 50 Jahren, davor mussten die Schüler nach Bonn-Röttgen oder nach Rheinbach fahren. Im Jahre 1968 regten Bürger und Politiker der Stadt die Gründung einer weiterführenden Schule in der Stadt an, da dies auch im Zuge des schnellen Bevölkerungswachstums Meckenheims getrieben wurde. Im gleichen Jahr wurde das Genehmigungsverfahren eingeleitet zur Einrichtung einer Außenstelle des Gymnasiums Duisdorf-Röttgen. Diese startete am 13.08.1968 mit damals 68 Schülern. Allerdings räumlich stark beengt, denn man hatte im Ruhrfeld hierzu einige „Baracken“ angemietet. Am 20.02.1969 wird aus der Außenstelle das Staatliche Gymnasium Meckenheim, auch weil die Schülerzahl bereits auf 142 angestiegen war. Es folgten überaus langwierige Verhandlungen um den Bau eines Schulzentrums, welche sich durch unterschiedliche schulpolitische Vorstellungen (Gesamtschule oder Gymnasium) und Finanzierungsfragen verzögerten und erst im Dezember 1975 in den Baubeginn für ein Schulzentrum in der Neuen Mitte Meckenheims mündeten. Wie noch heute gut zu erkennen ist, mussten sich die Architekten an die Vorgaben halten, welche die Einrichtung sowohl einer integrativen als auch einer additiven Gesamtschule ermöglichen sollte. Während dieser Phase stieg die Schülerzahl jedoch kontinuierlich weiter an, 1975 wurden bereits 803 Schülerinnen und Schüler in 26 Klassen von 30 Lehrkräften unterrichtet. Im Jahre 1976 konnte der Grundstein gelegt werden und es entbrannte eine heftige Debatte um die Namensgebung für die Schule. Denn auch der Name „Thomas Mann“ war hoch favorisiert, letztlich konnte sich jedoch im Jahr des 100. Geburtstag von Konrad Adenauer dieser Name durchsetzen, wenn auch nur mit einer Mehrheit von drei Stimmen im damaligen Stadtrat. Im Jahr 1977 wurde der erste Abiturjahrgang dann mit 58 Schülern verabschiedet. Im Jahre 1979 wurde erstmals der Leistungskurs Kunst angeboten und bietet seitdem für die Schüler einen verlässlichen Wahlschwerpunkt im literarisch-künstlerischen Aufgabenfeld. Aus diesem Leistungskurs entsprangen viele Anregungen zur Teilnahme an Wettbewerben und Ausstellungen. Im Jahre 1980 machte die gesamte Schule eine Schifffahrt auf dem Rhein von Bonn zur Erpeler Ley im Rahmen eines gemeinsamen Projektes. Aber dies war organisatorisch nur sehr schwer zu stemmen, denn mit 1273 Schülern war der Höhepunkt der Schülerzahlen erreicht. Diese Zahl überforderte die Raumkapazität des Schulzentrums erheblich und für vier Jahre wurden bis zu neun Klassen der Erprobungsstufe in die alte Hauptschule im Ortskern von Meckenheim ausgelagert.

Bis heute wirkende Veränderungen ab 1983

Das Jahr 1983 brachte bis heute wirkende Veränderungen mit sich. Der Leistungskurs Sport wurde erstmals angeboten und das Schulorchester wird mit zunächst 15 bis 20 Schülern gegründet und entwickelt sich zu einem Grundpfeiler der Musicalarbeit.

Der „Literaturkurs Deutsches Theater“ wird für die Jahrgangsstufe 12 ins Leben gerufen und sorgt mit den jährlichen Aufführungen eines Theaterstückes für kulturelle Bereicherung in Meckenheim. Gleichzeitig wird für die Mittelstufe der Kurs „Informatik“ ins Leben gerufen.

Asbestalarm im Jahr 1989

Im Jahre 1989 gab es Asbestalarm. Landesweit wurden damals alle öffentlichen Gebäude untersucht und auch im Meckenheimer Schulzentrum wurde man fündig. Da hieß es dann gewaltig improvisieren, zumal die die Unterrichtsräume über mehrere Wochen geschlossen wurden, die Dreifachturnhalle sogar für mehrere Monate. Im Jahre 1999 beginnt mit der Aufführung von „African Jigsaw“ die Zeit der Musicals, welche prägend werden sollten auch für den Auftritt der Schule. Mit der Veranstaltung „Flashback“ wurde bereits vor einigen Monaten an diesen Abschnitt der Schulgeschichte in Meckenheim erinnert („Blick aktuell“ berichtete). Im Jahre 2001 begann das Kooperationsprojekt „Schule und Wirtschaft“ gemeinsam mit den Unternehmen in der Region. Im Jahr 2005 werden erstmals Schüler eingeschult, welche das Abitur nach nur 8 Jahren ablegen sollen im Rahmen der G8 Lehrpläne.

Noch immer denkt man mit Grauen an die Nacht vom 1. auf den 2. November 2008. Damals brannte die Dreifachturnhalle infolge Brandstiftung komplett ab. Jugendliche hatten sich in die Halle geschlichen und dort Turnmatten entzündet. In einer Solidaritätsaktion bildeten mehr als 1600 Schüler aller Schulen, verstärkt durch zahlreiche Meckenheimer Bürger, am 13.11.2008 eine Menschenkette um das Schulzentrum, um gegen Gewalt und Vandalismus sowie für ein friedliches Miteinander zu demonstrieren. Es sollte bis 2011 dauern, bis die neue Dreifachturnhalle eingeweiht werden konnte. Am 1. Juli 2016 übernimmt Dirk Bahrouz die Leitung der Schule und führt im Jahr 2017 das Doppelstundensystem ein. Damit wird auch der traditionelle Gong abgeschaltet, Ziel war und ist es, Ruhe in den Schulalltag zu bringen. Heute besuchen 750 Schülerinnen und Schüler das Konrad-Adenauer-Gymnasium. Sie werden von 73 Lehrkräften und Referendaren in 21 Klassen und Kursen unterrichtet. Zahlreiche AG´s und Kurse geben den Schülern die Möglichkeiten zur individuellen Förderung und sich und ihre Talente zu erproben. Gefeiert wird in diesem Jahr, neben dem offiziellen Festakt am 21. September (nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe, Bericht folgt) auch am 6. Oktober bei einem Tag der offenen Tür. An diesem Tag wird es auch wieder Führungen durch die Räumlichkeiten der Schule geben, ein immer wieder gerne genutzter Anlass vor allem auch für ehemalige Schüler, noch einmal durch die alten Räume zu gehen. Wie Schulleiter Dirk Bahrouz und seine Stellvertreterin Iris Kadner erläutern, gibt es nun auch schon Generationen von Schülern, die auf dem KAG ihr Abitur gemacht haben, während nun die eigenen Kinder dort ebenfalls die Schule besuchen.

STF

Schulleiter Dirk Bahrouz und seine Stellvertreterin stellen den offiziellen Festakt am 21. September sowie den Tag der offenen Tür am 6. Oktober vor.Foto: StF

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Julia Doll : Lieber Roman, ja absolut, sehe ich ganz genauso
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Ignaz Wrobel: Bedauerlich und fragwürdig finde ich, dass offenbar nicht die konstruktive Mitarbeit (!!!) in kommunalen Gremien zur grundlegenden Mitwirkung bei solchen Entscheidungen gesucht wird. Ich würde mich...
  • W. Harkort: Danke für diesen Kommentar. Gab es auch Einwendungen wegen seltener Ameisen? Irgendwann in naher Zukunft werden diese Leute ihre Entscheidung bereuen. Dann ist es aber zu spät.
  • Walter Knieps: Warum erst jetzt ?!?!
Dauerauftrag Imageanzeige
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
AZ_Gelenk 2026
Aktionstage 5.-7. Mai
Biergarteneröffnung
Stellenanzeige Servicekräfte
Empfohlene Artikel
Die Vierklässler entdecken die Römerwelt.  Fotos: Grundschule Rheinbrohl
37

Rheinbrohl. Ein außergewöhnliches Projekt voller Entdeckungen, Abenteuer und lebendiger Geschichte liegt hinter den vierten Klassen der Astrid-Lindgren-Schule Rheinbrohl. In den vergangenen Wochen verwandelte sich der Unterricht in eine kleine Römerwelt. Im Rahmen eines umfangreichen Römerprojekts tauchten die Kinder tief in das Leben der alten Römer ein und erfuhren Geschichte nicht nur aus Büchern, sondern mit allen Sinnen.

Weiterlesen

Gemeinsam mit dem Ersten Beigeordneten Hans Dieter Wirtz und dem Moderator Frank Lohse (Mitte, von links) begrüßt Bürgermeister Sven Schnieber (Mitte, rechts) die zahlreichen Teilnehmenden des Betreuungsgipfels.Foto: Stadt Meckenheim
27

Meckenheim. Aktuelle Herausforderungen im Bereich Kindertagesbetreuung zu identifizieren und tragfähige Perspektiven für eine verlässliche und qualitativ hochwertige Betreuung zu eröffnen, mit diesem Ziel hatte die Stadt Meckenheim in Kooperation mit dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) zum ersten Betreuungsgipfel U6 in den Ratssaal eingeladen. Fachkräfte aus den Kindertageseinrichtungen, Vertreterinnen...

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: pixabay.com
62

Bonn. In der Leitstelle von Feuerwehr und Rettungsdienst ging am 1. Mai gegen 21 Uhr ein Notruf ein. Der Anrufer meldete dunkle Rauchschwaden im Bereich des 80 Meter hohen Vierungsturms des Bonner Münsters. Umgehend wurden wegen des möglichen Schadenpotentials zahlreiche Einsatzkräfte zum Münsterplatz alarmiert.

Weiterlesen

Imageanzeige
Holz Loth-Entsorgung
Dachdecker (m/w/d)
Shopping Genuss Abend Ahrweiler / o.B. Sponsoring
Innovatives rund um Andernach
10 Jahre NoWi Bau
10 Jahre NoWi
10 Jahre NoWi
10 Jahre NoWi
Anzeige "Rund ums Haus"
Media-Auftrag 2026/27
Grünpflegedienst
Heizöl/Diesel/Holzpellets
Zukunft trifft Tradition KW 18
First Friday Anzeige Mai
Zukunft trifft Tradition KW 18
Anzeige neuer Mitarbeiter Jürgen Paaß