Allgemeine Berichte | 14.03.2017

Feierliches Richtfest des WW-Hospizes in Dernbach

„Das Leben bejahen bis zum Schluss“

„Das Leben bejahen bis zum Schluss“

Dernbach. Die Verantwortlichen des Projektes Hospiz St. Thomas müssen wohl einen ganz besonderen Draht nach ganz oben haben, denn nach dem Schmuddelwetter der letzten Tag empfing der Himmel die vielen Gäste mit strahlend blauem Himmel, dazu schien die Sonne ohne Pause. Somit waren die Voraussetzungen für ein würdiges Fest gegeben. Das große Zelt auf dem Gelände des Dernbacher Krankenhauses war ob der vielen Besucher komplett gefüllt, deshalb versammelten sich noch etliche Besucher vor dem Zelteingang. Ohne Übertreibung kann man behaupten, dass sicherlich mehrere hundert Besucher zum Richtfest pilgerten.

Angenehmes Rahmenprogramm

Zunächst spielte die Bläsergruppe der Anne-Frank-Realschule plus Montabaur zur Einstimmung einige unterhaltsame Melodien, die mit viel Beifall bedacht wurden. Frau Elisabeth Disteldorf, die Geschäftsführerin von Katharina Kasper Hospiz, begrüßte dann die Gäste, samt Ehrengästen aus Politik, der Wirtschaft, Banken und Verwaltung. Es würde zu weit führen, diese hier alle zu benennen. Frau Disteldorf erläuterte nochmals die Entstehungsgeschichte des Projektes, welches unter dem Motto „das Leben bejahen bis zum Schluss“ im März 2014 begonnen wurde. Es war eine Vision, ein stationäres Hospiz für den Westerwald zu erschaffen. Um diese Vision wirklich werden zu lassen, haben der Orden der Armen Dienstmägde Jesu Christi, der Hospizverein Westerwald e.V. und die Katharina Kasper ViaSalus GmbH und deren Tochter, die Katharina Kasper HOSPIZ GmbH dieses Projekt gemeinsam in Angriff genommen. Frau Disteldorf berichtete vom Grundgedanken des Hospiz, schwerstkranke und sterbende Menschen, die nicht mehr zuhause versorgt werden können, sollen im Würde vom Leben in den Tod übergehen. Da in der BRD ein stationäres Hospiz keinerlei Fördermittel der öffentlichen Hand erhält, ging die Finanzierung nur über die Spendenbereitschaft der Bürger des Westerwaldes und von Firmen. So kamen aktuell genau 1.989.203 Euro durch Spenden, und einer Unterstützung von 500.000 Euro durch die Deutsche Fernsehlotterie, zusammen. Die Baukosten für das stationäre Hospiz St. Thomas sind mit 2,4 Mio Euro veranschlagt. Zur Zeit besteht also noch eine Deckungslücke von ca. 400.000 Euro, die man hofft, in der nächsten Zeit schließen zu können. Aus diesem Grunde ist man nach wie vor dankbar über jede Spende, und sei sie noch so klein, die in das Projekt fließen kann. Einen besonderen Dank sprach Frau Disteldorf an die Fa. HUF Haus GmbH & Co. KG aus, die das Projekt von Anfang an ideell und finanziell unterstützt hat. In ihrem DSank schloss Frau Disteldorf die folgenden Firmen ein: die Gebrüder Kämpf GmbH, Koch Bedachungen GmbH Wirges, Schütz GmbH & Co. KG,die das Projekt mit großzügigen Sachleistungen förderten. Einen verdienten Dank erhielten ebenfalls die Architekten und Bauplaner, Ingenieure und Statiker, sowie die exzellenten Handwerker, die es ermöglichten das Projekt bis zum heutigen Tag voran zu bringen. Dabei muss man bedenken, dass der Spatenstich erst im Mai 2016 erfolgte. Der besondere Dank galt den vielen Spenderinnen und Spendern, die ganz erheblich dazu beigetragen haben, dass der Bau des Hospizes überhaupt realisiert werden konnte. Sicherlich wären viele Spenderinnen und Spender unter den Gästen, die sich vor Ort vom Fortschritt der Baumaßnahmen überzeugen könnten.

Landrat als Schirmherr

Landrat Achim Schwickert meinte zu Beginn seiner Grußadresse, dass er als Schirmherr des Projektes wegen des schönen Wetters den Schirm heute nicht hochhalten müsse, sondern nach unten, damit er mit dem Schirm weitere spenden auffangen kann. Achim Schwickert betonte, dass er sehr gerne die Schirmherrschaft übernommen habe und von Beginn an die Realisierung des Projektes geglaubt habe. Auch der Landrat war von der Spendenbereitschaft der Westerwälder tief beeindruckt und bat darum, nicht nachzulassen, da immer noch jeder Euro gebraucht würde.

Der Vorsitzende des Hospizvereins Westerwald e.V., Herr Heinz-Peter Rüffin, richtete ebenfalls ein Grußwort an die Festgemeinde. In den Mittelpunkt seiner Rede stellte er die Erzählung „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupery. Diese Erzählung sei ein Plädoyer für Vertrauen, Freundschaft und Menschlichkeit. Sie gilt als literarische Umsetzung des moralischen Denkens und als Lehrstück für gastfreundliche, hozpizliches Handeln. Ein Kernsatz der Ansprache von Herrn Rüffin lautete: „Du kannst nicht in die Zukunft schauen, aber man kann den Grund für etwas Zukünftiges legen, denn Zukunft kann man bauen. Jedes starke Bild wird Wirklichkeit“. Herr Rüffin bedanke sich im Namen des Hospizvereines Westerwald ebenfalls bei allen beteiligten Spendern und beteiligten Firmen, ohne deren großes Engagement dieses Projekt nicht hätte verwirklicht werden können. Herr Georg Huf, geschäftsführender Gesellschafter der HUF HAUS GmbH & CO.KG erläuterte, wie es zu dem Engagement von HUF HAUS kam und wie gerne sie sich an dem Projekt beteiligt hätten. Schließlich richtete noch Sr. M. Simone Weber ADJC, Vorsitzende der Stiftung Dernbacher Schwestern e.V. einige Grußworte an die Gäste, sie beendete ihre Ansprache mit einem Gebet. Alle Redner wurden mit lautem Beifall bedacht.

Feierliche Segnung

Zur Einsegnung des Rohbaus versammelten sich die meisten Gäste vor dem Zelt am Bauzaun, der den Rohbau des Hospizes absichert. Die Pfarrer Ralf Büscher und Frank Dönges segneten anschließend gemeinsam den Rohbau. Die Einsegnungszeremonie wurde mit einem „Vater unser“ beendet. Dann richteten sich alle Blicke auf das Dach des Hospizes. Dort stand der Richtpolier Matthias Ermert neben dem Richtbaum, der mit einem bunten Kranz geschmückt war. Matthias Ermert trug sodann den Richtspruch vor und warf zum Ende, nach altem Brauch, ein mit Wein gefülltes Glas auf die Erde. Dieses Ritual ist bei allen Richtfesten Tradition und soll dem Haus und den Bewohnern Glück bringen. Nach dem Richtspruch hatten die Gäste Gelegenheit, sich an einem leckeren Imbiss zu stärken, oder den Rohbau des Hospizes von innen zu besichtigen. Beim Betreten des Rohbaus fiel auf, dass beim Planen und Bauen Wert auf helle, lichtdurchflutete Räumlichkeiten Wert gelegt wurde. Im Hozpiz können bis zu acht Gäste umsorgt, versorgt und begleitet werden. Die Betreuung der Erkrankten wird von hauptamtlichen Pflegekräften und von Ehrenamtlichen übernommen. Alle Zimmer liegen auf einer Ebene, Treppen sind in dem Hospiz nicht vorhanden. Die offizielle Einweihung und Eröffnung des „gastfreundlichen Hauses des Lebens“ wird am Samstag, den 24. Juni stattfinden. Dieser Termin dürfte bei dem Elan und dem Engagement der Verantwortlichen in Stein gemeißelt sein. Zusammenfassend kann den Organisatoren des Richtfestes konstatiert werden, dass es ihnen gelungen ist, ein beeindruckendes Richtfest auf die Beine zu stellen. Über dem gesamten Gelände lag eine heitere, entspannte Stimmung. Entsprechend sah man nur glückliche Gesichter, wohlwissend, dass hier etwas ganz Besonderes entsteht.

„Das Leben bejahen bis zum Schluss“
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