Das VaterUnser auf Aramäisch
Ahrweiler. Nach dem großen Interesse an der ersten Veranstaltung findet am Samstag, den 21. November, in Ahrweiler zum zweiten Mal das Tagesseminar „ABBA – Das VaterUnser auf Aramäisch neu entdecken“ statt.
Die Teilnehmenden hören die „Vater unser …“ – Worte, die sie alle seit Kindheit kennen, auf dem Seminar mit anderen Ohren, so wie sie sich aus dem Munde Jesu angehört haben. Durch die sachkundige Einführung des Seminarleiters, Herrn Hartmanns, nähern sich die Teilnehmer der mehrschichtigen aramäischen Sprachwelt an und entdecken, welche Bilder, Bedeutungsnuancen und spirituellen Impulse darin verborgen liegen.
Herr Hartmanns ist ausgebildeter Theologe und Altsprachler, der über 20 Jahre als Religionslehrer im Schuldienst tätig war. Er befasst sich seit vielen Jahren intensiv mit dem Leben Jesu im jüdischen Kontext seiner Zeit und insbesondere mit dem VaterUnser-Gebet.
Und welcher Ort könnte dafür stimmungsvoller sein als die ehemalige Synagoge in Ahrweiler? Jesus – auf Aramäisch Jeshúa – war als jüdischer Prediger und Heiler in der religiösen Welt seiner Zeit zu Hause. Die Synagoge war ein zentraler Ort seines jüdischen Glaubens, Gebets und der Begegnung.
Ein vertrautes Gebet mit neuen Augen sehen
Das VaterUnser ist uns aus den Evangelien vor allem in der griechischen Überlieferung bekannt. Von dort wurde es erste ins Lateinische, dann von Martin Luther erstmals ins Deutsche übertragen. Zugleich ist uns aber das Gebet in der syrisch-aramäischen christlichen Kirche in seiner ursprünglichen Sprach- und Überlieferungstradition erhalten geblieben. Die aramäische Sprachwelt eröffnet dabei besondere Bilder und Bedeutungsnuancen, die zu einer vertieften Auseinandersetzung mit dem Gebet einladen.
Nachdem man zunächst den Aufbau des Gebets erkennt, werden die einzelnen Zeilen des VaterUnser ganz bewusst zu betrachtet, indem die Teilnehmenden sich über Fragen austauschen wie:
Was könnte Jesus mit diesen Worten gemeint haben?
Welche Bilder stehen hinter den vertrauten Übersetzungen?
Welche neue Bedeutung kann das Gebet für unser eigenes Leben gewinnen?
Neben den Gespräch nähert man sich dem Gebet auch durch Meditation und Gesang. Dazu dient in erster Linie die Vertonung des aramäischen Gebets durch die syrisch-orthodoxe Kirche, die die Teilnehmer Zeile für Zeile zur Klavierbegleitung erlernen und singen. So verbinden sich
Impulse, gemeinsame Gespräche, Meditation und Gesang zu einem Tag in wertschätzender und offener Atmosphäre.