Allgemeine Berichte | 14.12.2018

Bis April in der StadtGalerie: Im Spielzeugwunderland deutsche Geschichte erleben

„Das hab´ ich auch gehabt“

Musikalisch wurde die Eröffnung von Alexander Reffgen und Achim Bruchhausen begleitet. Fotos: FF

Neuwied. Die StadtGalerie in der ehemaligen Mennonitenkirche ist derzeit bis unter das Dach mit Spielzeug vollbepackt. Mit Weihnachten hat das zwar nichts zu tun, passt aber trotzdem prima in diesen Wochen. Unter dem Titel „Das hab´ ich auch gehabt“ stellt Sammler Jörg Bohn Spielzeug aus den vergangenen Jahrzehnten aus. „Auf die Überschrift bin ich gekommen, weil dies der häufigste Ausspruch in meinen Ausstellungen ist“, erklärt der 57-jährige aus Rheinberg. Zur Eröffnung stand der Sammler den zahlreichen Interessierten persönlich zur Verfügung. In Sachen Spielzeug und Puppenhäuser kennt er sich aus wie kein anderer und ist ein gefragter Experte. Beim Aufräumen des Speichers kam Jörn Bohn im Jahr 2001 auf die Idee und macht seitdem vielen Menschen große Freude. „Das Spielzeug weckt Erinnerungen an unbeschwerte Zeiten in uns. An das Spielen mit den Eltern oder den Kindheitsfreunden“, führte Jan Einig in die Ausstellung ein. Der Oberbürgermeister hieß die Gäste im „Spielzeugwunderland“ willkommen und lud dazu ein, längst vergessene Kleinigkeiten wiederzuentdecken. Er unterstrich die große Bedeutung des Spielens für die menschliche Psyche. „Spielzeug prägt die Menschen“, ist Jan Einig überzeugt. Der Oberbürgermeister wies auf einen weiteren Aspekt der Ausstellung hin: „Das Spielzeug ist Teil unserer Kulturgeschichte und ein aussagekräftiger Zeitzeuge“. Und in der Tat lässt sich der Wandel der Zeit beobachten. Unter anderem an den verwendeten Materialien und Werkstoffen. Sehr schön zu beobachten, wie ab den 1960er Jahren der Kunststoff in den Kinderzimmern Einzug hält und Holz und Blech verschwinden. Im Gegensatz zu heute gab es Plastikbausteine damals noch von vielen Herstellern. Unterteilt ist die Ausstellung in unterschiedliche Themen. Bewusst hat es Jörg Bohn aber vermieden, räumlich zwischen Mädchen und Jungs Spielzeug zu trennen. Gemein haben alle Spielsachen, dass sie gebraucht sind. „Mir geht es nicht darum, wertvolles oder unbespieltes zu sammeln“, sagte Jörg Bohn. Viel lieber seien ihm sichtbare Gebrauchsspuren. Und billiges Kirmesspielzeug gebe es auch zu sehen. Immerhin stecken auch darin Erinnerungen. Jede Vitrine hat er mit kleinen

Texten versehen. Etwas, „das man im Geiste nach Hause tragen kann“, wie der Sammler sagt. Über die Verkehrsspiele, die es heute in dieser Form gar nicht mehr gibt, ist zu lesen, dass sie nicht nur der Unterhaltung, sondern der Verkehrserziehung auf spielerische Art und Weise dienten. „Sparen schafft Wohlstand“. An dieser Überschrift zu den Spardosen, sieht man, wie sich die Zeiten ändern. In Zeiten der Null-Zins Politik vernichtet Sparen eher Vermögen. An die Nachkriegszeit erinnert die Spardosen in Brikettform mit der Aufschrift „Spart für Braunkohle“. Die Kaufmannsläden sind Spiegelbild des wirtschaftlichen Aufschwungs. „In dem einen sind Lebensmittel noch Mangelware, in einem aus späteren Jahren gibt es Abführmittel“, berichtete Jörg Bohn.

Aus Zeiten knapper Lebensmittel sei eine Überflussgesellschaft entstanden. Autos, Flugzeuge, Schiffe und Züge zeigen, wie in den Deutschen die Leidenschaft für das Reisen erwachte. Von der Faszination Fußball berichten ganz unterschiedliche Tischspiele: Combi-Match, Fußball-Toto oder Tippkick. Die meisten Männer kamen beim Betrachten unvermittelt ins Schmunzeln. Ebenso wie bei den vielen Konstruktionsbaukästen, die in vielen Jungs den Wunsch, Ingenieur zu werden, weckten. Früher war noch nicht alles Barbie, aber die Ausstellung zeigt, wie eine der ersten Barbiepuppen Deutschland eroberte. Gar nicht mal so viel verändert hat sich bei den Spielesammlungen. Mühle oder „Mensch ärgere Dich nicht“ haben bis heute nichts von ihrer Faszination auf Alt und Jung verloren. Anders dagegen die Gesellschaftsspiele und Puzzles zu den Kinderserien im Fernsehen. Flipper, Bonanza, Daktari oder Lassie kennen die Kinder heute nicht mehr. „Das hab´ ich auch gehabt“ ist ein tolles Programm für die ganze Familie. Denn während die Eltern oder Großeltern in Erinnerungen schwelgen, gibt es für die Kinder einige Möglichkeiten, sich zu beschäftigen. Auf Tischen steht verschiedenes Spielzeug zur Verfügung. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 30. April in der Stadtgalerie, Schlossstraße 2. Die Öffnungszeiten: mittwochs 12 bis 17 Uhr, donnerstags bis samstags 14 bis 17 Uhr, sonntags und feiertags von 11 bis 17 Uhr. Gruppen nach Vereinbarung. Weitere Informationen gibt es in der StadtGalerie unter 0 26 31 - 2 06 87, stadtgalerie@neuwied.de oder www.neuwied.de/galerie.html.

FF

„Das hab´ ich auch gehabt“

Interessiert lassen sich OB Jan Einig und Benita Roos (StadtGalerie) von Sammler Jörg Bohn und Arwen Bohn für das historische Spielzeug begeistern

Interessiert lassen sich OB Jan Einig und Benita Roos (StadtGalerie) von Sammler Jörg Bohn und Arwen Bohn für das historische Spielzeug begeistern

„Das hab´ ich auch gehabt“

Musikalisch wurde die Eröffnung von Alexander Reffgen und Achim Bruchhausen begleitet. Fotos: FF

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