Wegweiser für römischen Aquäduktpfeiler aufgestellt
Das historische Bauwerk soll nun wesentlich mehr Beachtung finden
Lüftelberg. Im Jahr 1999 hat der Heimatverein Meckenheim in der Nähe des Verlaufs der Eifelwasserleitung bei Lüftelberg die Rekonstruktion eins römischen Aquäduktpfeilers errichten lassen. Das Aquädukt zur Überquerung der Swistbachniederung war mit einer Länge von über 1000 Metern und einer Höhe von zehn Metern am Swistübergang eines der bedeutendsten Bauwerke der Römer nördlich der Alpen. Es gibt nicht viele Städte, die auf eine römische Aquäduktbrücke verweisen können, die über 295 Bogenöffnungen verfügte. Das Bauwerk war so riesig, dass es nach seiner Nutzung als Trinkwasserleitung für Köln viele Jahre als Steinbruch für Klöster und Burgen gebraucht wurde. Das war durchaus auch historisch sinnvoll, denn der Heimatverein konnte nach den vorhandenen Originalen die Größe des Bogens, die Größe der Steine und die Steinart Tuff erkennen und rekonstruieren. Der Pfeiler selbst steht an historischer Stelle. Die Genauigkeit dieses Platzes war vor allem dem Planer, dem 2006 verstorbenen Dr. Wilhelm Piepers, sehr wichtig.
Doch was nützen die besten Denkmäler und Rekonstruktionen, wenn niemand davon Kenntnis bekommt. Und hierfür braucht man auch Grundstücke. Der rekonstruierte Pfeiler steht heute auf einem Grundstück der Stadt Meckenheim. Direkt daneben ist eine Tafel angebracht, auf der die Historie des Bauwerks erklärt wird. Doch das Bauwerk will erst einmal gefunden werden. Denn durch den Bau der Umgehungsstraße in Lüftelberg wurde der Verkehr von der Südstraße abgeleitet. Damit waren Pfeiler und Schautafel auch außerhalb des Sichtfelds. Dieses Schicksal teilt man mit vielen römischen Funden in der Eifel.
Der LVR stellt deshalb an vielen Stellen Vorwegweiser auf, unübersehbare Hinweisschilder. Dies hat man jetzt auch hier in Meckenheim umgesetzt, allerdings wurde das Schild nicht vom LVR, sondern vom Heimatverein aufgestellt. Die Stadtverwaltung unterstützte diese Maßnahme großzügig. Man erhofft sich nun auch noch einen Wegweiser an der Umgehungsstraße, allerdings ist dies eine Kreisstraße und damit in der Kompetenz des Rhein-Sieg-Kreises. Allerdings befindet man sich da in guten Gesprächen.
Für die Stadt Meckenheim freute sich Referatsleiterin Marion Lübbehüsen über das Engagement des Heimatvereins sowie der Dorfgemeinschaft Lüftelberg. Ortsvorsteher Siegfried Schwaner nutzte die Gelegenheit ebenfalls zu umfangreichem Dank bei den vielen Helfern und verwies auf die spannende Historie von Lüftelberg. STF
