Buchpräsentation „Natur.Ästhetik.Design“ von Peter Berg
Das verborgene Naturidyll von Westum
Sinzig-Westum. Wer in Westum durch den Wachtelweg schlendert ahnt nicht, welch monumentale und geheimnisvolle Welt sich hinter einem Haus verbirgt. Nur Wenige wissen, dass im beschaulichen Sinziger Stadtteil einer der der ganz Großen des modernen Garten- und Landschaftsdesigns und ein Meister des europäischen Steingartens lebt und wirkt. In Fachkreisen gilt der Mann als Koryphäe seines Fachs, was sich durch etliche hochkarätige Wettbewerbspreise dokumentieren läßt.
Die Rede ist von Peter Berg, einem Sohn des Ahrtals, der nach einem kurzen Bauingenieurstudium und einer Tätigkeit in der Spielbank Bad Neuenahr sich ab 1986 zum Gärtnermeister und Techniker im Garten- und Landschaftsbau weiterbildete. Seit dem Jahr 2000 besteht die Firma „GartenLandschaft Peter Berg“, die er zusammen mit Susanne Förster leitet.
Peter Berg plant und gestaltet Projekte in ganz Deutschland und im europäischen Ausland, wobei er als Experte für Hanggärten, Trockenmauerbau und Steinsetzungen gilt. Seine Arbeits- und Werksphilosophie orientiert sich einerseits an der japanischen Ästhetik, die durch Schlichtheit, Einfachheit und Selbstgenügsamkeit gekennzeichnet ist, mit Reduzierung auf das Wesentliche und Respekt vor der Natur. Andererseits ist sie beeinflusst durch die Arbeiten des genialen Industriedesigners Dieter Rams und dessen Philosophie, dass gutes Design in seiner Form und Funktion dem Menschen dienen und ihn vor Reizüberfrachtung, Schnelllebigkeit und Ausbeutung der Natur schützen soll. Peter Berg ist aber nicht nur als Gartendesigner, sondern auch als Referent, Ausbilder und als Autor tätig. Bereits fünf großformatige Gartendesign-Bücher sind in den letzten Jahren erschienen, und zur Präsentation des völlig überarbeiteten Klassikers
„Natur.Ästhetik.Design“, der die Grundprinzipien seiner Gartengestaltung dokumentiert, waren Familie, Freunde und Kollegen, Weggefährten und Mitarbeiter nach Westum geladen. Von der weltberühmten Gartenfotografin über die Landtagsabgeordnete bis hin zu bekannten Journalisten machten Alle ihre Aufwartung, um den kreativen Visionär Peter Berg zu ehren. Diesem unprätentiösen Mann schien es fast unangenehm zu sein im Mittelpunkt zu stehen, und so ließ er lieber den imponierenden Hanggarten als Quintessenz seines beruflichen Lebens für sich sprechen.
Was einmal als Weinberg angelegt und bis 1999 nur noch verwildertes Gelände war, hat Berg auf 3000 qm das steile Gelände durch sieben Ebenen gegliedert und neu geordnet. Mächtige Felsen und große Blöcke sowie Steine aus Basalt, Grauwacke und Sandstein bilden Wälle, Stützmauern, Mauern, Beete und Terrassen. Darauf und in den Lücken und Fugen wachsen Pflanzen, vor allem Gehölze, Stauden, Gräser und Bodendecker, und ein Arrangement aus Naturstufen, Rinnen, Holzdecks und Pflanzgefässen lockert die mächtige Felsenlandschaft auf. Dazwischen lassen sich kleine verschwiegene Plätze zur Kontemplation oder zur Fernsicht entdecken, bestückt mit eleganten Gartenmöbeln, oder offene Räume begehen, die ganz aus Trockenmauern errichtet sind. Überall Natur und Naturstoffe, kein Plastik, kein unnötiger Zierrat, keine Überladenheit! Damit gestaltet Peter Berg einen wohltuenden Gegenentwurf zu den opulenten, schreienden, goldbehangenen Räumlichkeiten zeitgenössischer Potentaten in West und Ost.
Mit staunenden Augen erkletterten und durchschritten die ca. 100 Gäste das geheimnisvolle Gelände, labten sich an kulinarischen Köstlichkeiten und feinen Ahrweinen, und lauschten der Livemusik von Stephan Maria Glöckner & Band. Jeder Gast erhielt als Geschenk ein Exemplar des neuen Buches, das auf 260 Seiten die Philosophie des Autors darlegt, und in vielen großformatigen Fotos Schöpfungen des Gartendesigners präsentiert. Die verschiedenen Kapitel, von „Stadtoase zum Genießen“, „Garten in einer Bach-Aue“ bis „Hanglage als Chance“ zeigen kreative Möglichkeiten der Park- und Gartengestaltung auf und regen zum Nachdenken an. „Die Bücher müssen zu den Menschen“ meint Peter Berg, dem Nachhaltigkeit und Langlebigkeit seiner Projekte sehr wichtig sind.
Als „Kind der Ahr“ hat er nach der Ahrflutkatastrophe seine Heimat unterstützt, und drei große Projekte des Wiederaufbaus initiiert und durchgeführt: die Neugestaltung der Außengelände von Knappschaftsklinik und Augustinum, beide in Bad Neuenahr-Ahrweiler, und des Jägerstübchens in Mayschoss.
Der Gartenästhet, der im kommenden Jahr seinen 70. Geburtstag begehen kann, ist froh, dass eines seiner Kinder, die Architektin Mirjam Schuth, bereits dem Planungsteam des Unternehmens angehört und irgendwann den Staffelstab übernehmen wird. Selbst der achtjährige Enkel Matheo interessiert sich für Felsen und Gärten und möchte später im Betrieb seines Opas mitarbeiten.
So scheint der Fortbestand des faszinierenden Unternehmens und des magischen Gartens in Westum gesichert zu sein, und die Visionen des Peter Berg können weiterleben.
AKS
Foto: Andreas Kraus
Foto: Andreas Kraus
Foto: Andreas Kraus