Allgemeine Berichte | 18.06.2016, 17:00 Uhr

NABU Rheinland-Pfalz informiert

Dauerregen setzt Fledermäusen zu

Aktuelle Wetterlage könnte in diesem Jahr zu großen Verlusten führen

Mainz. Die anhaltenden Unwetter der letzten Wochen machen den heimischen Fledermäusen zu schaffen. Dies meldet der NABU Rheinland-Pfalz. Aktuelle Beobachtungen und erste Ergebnisse des landesweiten Fledermauszensus geben demnach Anlass zur Sorge. Zur Jungenaufzucht schließen sich Fledermausweibchen im Frühjahr zu sogenannten Wochenstuben zusammen, in denen sie ihre Jungen aufziehen. Die Weibchen bekommen dann je nach Art im Juni meist ein einziges Jungtier. Normalerweise erreichen den NABU zu dieser Jahreszeit daher immer wieder Meldungen zu gefundenen Jungtieren. Doch in diesem Jahr ist alles anders: Der anhaltende Regen macht den Tieren extrem zu schaffen. Viele bekannte Quartiere bleiben leer. Dies geht auf erste Ergebnisse des landesweiten Fledermauszensus zurück, bei dem der NABU jährlich Anfang Juni alle Quartierbesitzer zur Meldung der Fledermäuse aufruft. Auffällig sind aber vor allem die stark zunehmenden Meldungen von geschwächten, erwachsenen Fledermäusen, die nun gefunden werden.

„Erfahrungsgemäß erreichen uns solche Anrufe vermehrt kurz nachdem die Fledermäuse aus dem Winterschlaf erwachen oder nachdem die Jungtiere gerade selbstständig geworden sind. Doch in diesem Jahr scheinen die Fledermäuse große Probleme zu haben“, sorgt sich Cosima Lindemann, Naturschutzreferentin und Fledermausexpertin beim NABU Rheinland-Pfalz. Der NABU führt dies auf die anhaltenden Regenfälle zurück. Diese setzen nicht nur temporär das Nahrungsangebot für die insektenfressenden Fledermäuse herab, sondern geben den Tieren schlichtweg keine Möglichkeit zum Jagen. „Dies kann zu großen Ausfällen beim Nachwuchs, aber auch bei den adulten Tieren führen“, so Cosima Lindemann. Denn direkt nach dem Winter hatten die Tiere kaum Möglichkeiten ihre Fettreserven wieder aufzufüllen.

Ist die Nahrungssituation und/oder das Wetter im Frühjahr ungünstig, wird der Zeitpunkt der Geburt einige Zeit hinausgezögert. Dies macht sich in diesem Jahr beispielsweise beim Großen Mausohr bemerkbar: „Während die Tiere in den letzten Jahren oft schon Anfang Juni ihre Jungen bekamen, werden dieses Jahr erst jetzt die ersten Jungtiere geboren“, berichtet Cosima Lindemann. „Bis in den Mai waren die Nächte sehr kalt und dann haben die Unwetter mit den heftigen Regenereignissen eingesetzt.“

Aufgrund der aktuellen Situation ruft der NABU Rheinland-Pfalz die Bevölkerung dazu auf, bekannte und neu entdeckte Fledermausquartiere zu melden. „Auch wenn es traurig ist, der Verlust einzelner Tiere kann von einer Population ausgeglichen werden. Beunruhigend sind aber vor allem die vielen Meldungen über komplett verwaiste Quartiere. Diese erreichen uns derzeit so häufig wie schon lange nicht mehr“, so Cosima Lindemann. Informationen über die aktuelle Situation der heimischen Fledermäuse sind demnach von enormer Bedeutung für die Naturschützer. Meldungen bitte an E-Mail: Fledermaus@NABU-RLP.de.

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Kreishandwerkerschaft
Kreishandwerkerschaft
Rund ums Haus
Kreishandwerkerschaft
Vorabrechnung, Nr. AF2026.000438.0, Oktober 2026
Imageanzeige "Der nächste Sommer kann kommen"
Immobilienanzeige
Innovatives aus der VG Weißenthurm
Empfohlene Artikel
BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 28
9

Jede Woche präsentieren wir Euch einen neuen Schnappschuss aus dem BLICK aktuell-Land. Die Bilder zeigen bekannte Orte, besondere Details oder überraschende Perspektiven aus der Region – doch nicht immer ist auf den ersten Blick erkennbar, was genau zu sehen ist.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die B267 in Altenahr.  Foto: ROB
1246

Die Sperrung bedeutet Einschränkungen im ÖPNV

Altenahr: Vollsperrung der B 267 ab 19. Oktober

Altenahr. Ab Montag, 19. Oktober 2026, muss die B 267 in Altenahr auf Höhe des Bahnübergangs an der Altenburger Straße voll gesperrt werden. Grund hierfür ist die Herstellung einer Außenanlage. Die Sperrung wird voraussichtlich bis einschließlich 6. November dauern. Die Umleitung erfolgt aus Fahrtrichtung Altenburg kommend über die B 257 und den Roßberg, aus Fahrtrichtung Altenahr kommend erfolgt die Umleitung entgegengesetzt, das heißt über den Roßberg und die B 257.

Weiterlesen

Symbolbild.
3508

Astrologische Vorschau für die KW XX: Gesundheit, Liebe und Erfolg im Fokus bei den Sternzeichen

Sterne im Blick: Horoskop für die Woche 19. bis 25. Oktober – zwischen Herzensangelegenheiten und neuen Chancen

Die Woche vom 19. bis 25. Oktober 2026 bringt Bewegung in festgefahrene Situationen, überraschende Erkenntnisse und die eine oder andere Herausforderung. Während sich in der Liebe neue Türen öffnen können, verlangen berufliche Aufgaben nach Geduld, Weitblick und einer guten Portion Durchhaltevermögen. Auch die Gesundheit verdient besondere Aufmerksamkeit: Wer zu viel auf einmal erledigen möchte, könnte schneller an die eigenen Grenzen stoßen.

Weiterlesen