Allgemeine Berichte | 07.01.2020

250 Jahre Kapelle St. Josef Walporzheim

Dechant Jörg Meyrer eröffnete das Jubeljahr

Die Kapelle St. Josef in Walporzheim. Foto: privat

Walporzheim. Im Jahre 1770, wurde Ludwig van Beethoven am 17. Dezember in Bonn getauft. Im gleichen Jahr errichtete Walporzheim eine neue Kapelle.

In der ersten heiligen Messe im neuen Jahr 2020 hat Dechant Jörg Meyrer das Jubiläumsjahr 250 Jahre Kapelle St. Josef Walporzheim eröffnet. An der Empore sind 25 Papiersterne angebracht. Jeder Stern erinnert an ein Jahrzehnt seit der Gründung der Kapelle.

Auf dem Türsturz ist die Zahl 1770 eingemeißelt

Die erste Spur vom Dasein einer Kapelle in Walporzheim findet sich im Jahre 1660, wo steht, dass die Inhaber von zwei Häusern in Walporzheim je zwei Quart „Glockwein“ zu liefern haben. Das ist die Zuwendung an den Glöckner des Gotteshauses. Somit wäre die Kapelle eigentlich schon 360 Jahre alt. Die Zahl 1770, die über dem Eingang der Kapelle eingemeißelt ist, weist jedoch darauf hin, dass in jenem Jahre ein Neu- oder Anbau des Gotteshauses erfolgte. Deshalb feiert Walporzheim in 2020 das 250-jährige Jubiläum der Kapelle St. Josef.

Für die wachsende Bevölkerung in Walporzheimer reichte das kleine Gotteshaus Anfang des letzten Jahrhunderts scheinbar nicht mehr aus und ein Anbau an die Kapelle wurde in der Bevölkerung überlegt. Bald festigte sich dieser Wunsch, die Kapelle zu erweitern und zu verschönern. So war es ein guter Gedanke, dass am 24. Mai 1914 der Walporzheimer Kapellenbauverein gegründet wurde, der sich die Verwirklichung dieses Wunsches zur Aufgabe machte. Da von vornherein einige Mittel vorhanden waren, konnten zunächst Tabernakel, Kelch und Harmonium neu beschafft werden.

Hausammlungen deckte ein Teil der Kosten

Um weitere Kosten abzudecken, fanden all‘ monatlich Sammlungen für die Kapelle statt, wobei sechs Bürger aus dem Dorf die Sammlungen durchführten. Auch hier zeigte sich der altbewährte Opfersinn der Walporzheimer Bevölkerung. Von den Junggesellen und jungen Frauen des Dorfes wurden in dieser Zeit z.B. je ein neues Fenster zu Ehren des Hl. Aloysius und der Hl. Agnes gestiftet.

Mit einer reichen Spende des Winzervereins und anderen großzügigen Sponsoren konnten weitere Anschaffungen gemacht werden. Als Ersatz für die im Weltkrieg geopferte Glocke wurde eine neue dem Hl. Sebastianus gewidmet, eine andere dem Hl. Josef, zum Andenken an das 50-jährige Jubelfest des Walporzheimer Winzervereins. Am St. Josefstag, 19. März 1923, konnten beide Glocken feierlich geweiht werden. Bald waren genügend Geldmittel vorhanden und man konnte an den eigentlichen Erweiterungsbau der Kapelle denken. Ganz besonders freudig war hierbei zu begrüßen, dass Dr. Ernst Dahm von dem Nachbargrundstück eine an die westliche Kapellenwand anstoßende Parzelle stiftete.

Anbau wurde fertiggestellt

Am 9. April 1924 begannen die Bauarbeiten mit dem Abbruch des Westgiebels. Das Bauvorhaben ging gut voran und am Sonntag, den 20. Juli 1924, konnte der neue Anbau der Kapelle mit einer Kriegergedächtnistafel, zum bleibenden Andenken der im Ersten Weltkrieg gefallenen Walporzheimer Männer, eingeweiht werden.

Zur Zeit finden nur noch donnerstags um 18.30 Uhr regelmäßig Gottesdienste statt.

Kapellenverein neu gegründet

Seit dem Jahre 2017 gibt es wieder einen Kapellenverein in Walporzheim den „Freundeskreis der Kapelle St. Josef“.

„Der Zweck des Vereins ist die Übernahme einer Patenschaft für die Kapelle St. Josef Walporzheim und damit verbunden die Förderung der Pflege, Unterhaltung und Betreuung des Gotteshauses sowie die Förderung und Durchführung von kirchlichen und kulturellen Veranstaltungen in und außerhalb der Kapelle und die Förderung der kirchlichen Gemeinschaft in Walporzheim.“ So steht es in der Satzung.

Diesen Anforderungen wurde der Verein bisher in jeder Hinsicht gerecht.

Werner Schüller

Dechant Jörg Meyrer eröffnete das Jubeljahr

Dechant Jörg Meyrer eröffnete das Jubeljahr

Die Kapelle St. Josef in Walporzheim. Foto: privat

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