Frauenbegegnungsstätte UTAMARA e.V. hält Jahreskongress ab
Den Aufbau auch in schweren Zeiten stärken
Kasbach-Ohlenberg. Jüngst fand in den Räumen der Frauenbegegnungsstätte UTAMARA der Jahreskongress 2023 statt. Etwa 50 Frauen kamen zusammen, um das vergangene Jahr zu bewerten und gemeinsame Planungen für das Jahr 2023 zu machen. Am Anfang standen ein paar ermutigende Worte nach der tragischen Erdbebenkatastrophe in Syrien, Kurdistan und der Türkei. Auch hier seien Frauen und Kinder massiv betroffen, viele Familien hier haben Angehörige verloren, betonte eine Teilnehmerin zu Beginn. Am Rande der Versammlung wurden Spenden gesammelt.
In der Diskussion um den Rechenschaftsbericht des Vorstands wurde vor allem die gute Ansprechbarkeit der muttersprachlichen Beratung gelobt. Die Kontinuität der Ortes und die Beharrlichkeit aller Beteiligten wurde besonders hervorgehoben.
Für die Zukunft wurde betont, dass eine Konzentration der Beratungsarbeit auf Frauen aus Kurdistan und dem gesamten Mittleren Osten notwendig sei, weil dort die Kompetenzen des Vereins liegen. UTAMARA bleibe weiterhin ein Ort für alle Frauen, aber man müsse sich auch der eigenen Stärken und Grenzen bewusst sein. Mittlerweile kommen Anfragen aus dem gesamten Landkreis, viele Behörden benötigen die Unterstützung durch UTAMARA, was gut sei, aber auch nicht immer einlösbar sei – schließlich wird weiterhin ein Großteil der Arbeit ehrenamtlich gestemmt.
Im Bereich der Planung soll ein Schwerpunkt der Bildungsaktivitäten auf die Arbeit mit Familien gelegt werden – wie können die Teilnehmer*innen das erlernte Wissen auch zu Hause umsetzen, lautete eine zentrale Frage. Außerdem wurde besonders der Wunsch im kommenden Jahren mehr Angebote für jugendliche und jüngere Frauen bereitzustellen hervor gehoben. Dies kann mit dem Projekt „iMpuls“ auch direkt in die Tat umgesetzt werden. Hierbei soll es auch um eine verstärkte Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen gehen. Auch der Aspekt Identität wurde erwähnt – viele der jugendlichen Migrantinnen in erster, zweiter und dritter Generation seien verunsichert und müssten auf ihrem Weg zu einem selbstbewusstem Umgang mit ihrer Herkunftskultur und -sprache gestärkt werden.
Trotz der großen ehrenamtlichen Unterstützung wurde sich eine größere Beteiligung der Mitglieder in der alltäglichen Arbeit der Frauenbegegnungsstätte gewünscht – Hilfe sei an vielen Stellen notwendig und schon kleine Arbeiten seien sinnvoll. In der Versammlung wurde auch deutlich, wie sehr die Corona-Pandemie das Zusammenkommen einschränkte und als wie wichtig die gemeinsame Zeit von Allen erachtet wird – auch und gerade, wenn es darum geht gemeinsam gegen Gewalt und für ein freies Leben für alle Frauen einzustehen.
In Zukunft soll die Öffentlichkeitsarbeit weiter verstärkt werden und es wird wie jedes Jahr ein internationales Kinderfest – diesmal am 20. Mai im Bürgerpark in Unkel – stattfinden. Neben Ferienkursen und regelmäßigen Cafés wird es Seminare zum Thema Feminizid, Gartentage, niedrigschwelige Sprachkurse, Selbstverteidigungskurse und vieles mehr geben. Das Haus des Vereins steht weiterhin allen interessierten Frauen(gruppen) zur Nutzung für Sitzungen und Seminare offen.
In Zukunft soll die Öffentlichkeitsarbeit weiter verstärkt werden und es wird wie jedes Jahr ein internationales Kinderfest – diesmal am 20.5. im Bürgerpark in Unkel – stattfinden.
