Imposante Ausstellung über das Mühlsteinrevier in der Verbandsgemeinde Vordereifel
Den „Welterbetag“ mit dem Start einer interessanten Vortragsreihe begangen
Referat von Nicolas Junglas zur Einführung in das hiesige UNESCO-Projekt
Mayen/Region. Eines ist klar – Wir leben in einer, von Vulkanen geprägten, steinreichen, wundervollen Gegenden, die von der Werbung gerne mit dem Slogan: „Leben da, wo andere Urlaub machen“, angepriesen wird. Eine Region mit liebevollen Menschen, voller Herzlichkeit. Man könnte auch sagen „Harte Schale, wie das vulkanische Basaltlava-Gestein der Region, aber mit weichem Kern, rundum im „Mühlsteinrevier“ der Ettringer Lay, dem Mayener Grubenfeld, den Mendiger Lavakellern, dem Kottenheimer Winfeld, oder dem Andernacher Hafen, dort wo unzählige in harter Arbeit gefertigte Mühlsteine verladen wurden. Perfekt in der Bilder-Ausstellung, mit „früher“ und „heute“ gegenüber gestellten historischen und jetzigen Motiven präsentiert. Sehr zur Freude des Bürgermeisters der VG, Alfred Schomisch, der die zum Anlass erschienen Gäste, auf das herzlichste Willkommen hieß. „Die heutige von unserer Tourismusexpertin Svenja Schulze-Entrup, gemeinsam mit dem Arbeitskreis konzipierte Ausstellung, die hier gezeigt wird, stellt historische Aufnahmen vom Revier aktuellen Bildern gegenüber. Damit wird aufgezeigt, dass eine Vielfalt von Sachzeugen, die zum Basaltbetrieb in der Osteifel gehören, bis heute erhalten ist. Das wiederum ist ein wichtiges Kriterium im Antragsverfahren zum Welterbe-Status“ so Schomisch. Mit viel Optimismus bekannte der VG Chef: „Ich denke, wir sind alle, die sich mit der Materie beschäftigen, vom Potenzial des Mühlsteinreviers, Welterbe zu werden, überzeugt“. Der hervorragende, seit 2020 für das Projekt tätige Referent, Niclas Junglas, der zunächst in das hiesige UNESCO Projekt, und seine Historie einführte, verstand es perfekt, wissenschaftlich fundiert, nicht nur die Zielsetzung zu beleuchten, sondern er ging auch mit viel Überzeugung darauf ein, warum man vom Potential des Mühlsteinreviers, „Welterbe“ werden möchte. Denn bisher, so der Deutsch und Geschichte studierte Doktorant an der Uni Koblenz, beinhaltet die Welterbeliste keine Stätte der Mühlsteinproduktion. Aber, da das Mahlen von Getreide mit Mühlsteinen als essentielle Kulturtechnik betrachtet werden muss, klafft hier also eine Lücke. Nach der internationalen Vergleichsanalyse hatte es sich heraus gestellt, dass diese Lücke mit dem Mühlsteinrevier Rhein-Eifel zu schließen sei. Denn es ist Fakt – keine andere Produktionsstätte für Mühlsteine kann auf eine dem Mühlsteinrevier vergleichbare Nutzungskontinuität zurückblicken. Kurz gesagt – dieses Revier hat einen außergewöhnlichen universellen Wert. Und so passt das Motto: „Erbe erhalten - Zukunft gestalten“ am Welterbetag der 1972 in Kraft getretenen Welterbekonvention, , wie der berühmte „Deckel auf den Topf“. Klar, dass auch die Menschen des Mühlsteinreviers die sich gegenwärtig, hoffentlich erfolgreich, als serielles Kulturgut, um den begehrten Welterbestatus bewerben, diese hehre Idee feiern. Jedenfalls waren Ausstellungseröffnung und Vortrag, sozusagen der „Startschuss“ für eine weitere Serie, die im Laufe der kommenden Monate in allen, dem Mühlsteinrevier zugehörigen Bestandteilen, ihre Fortsetzung finden soll, um dadurch die heimische Bevölkerung in den Bewerbungsprozess einzubinden, sie über das Projekt zu informieren, und natürlich für das potentielle Welterbe Mühlsteinrevier Rhein-Eifel zu begeistern. Jedenfalls war die Meinung der anwesenden Freunde des Reviers einhellig: „Wir werden das schon schaffen, diese Auszeichnung zu erlangen“. Und dieser Wunsch ist weiß Gott nicht abwegig. Denn neben den weiteren Bewerbern in diesem Metier, „Hyllestad“ im Norwegischen Fylke Vestland, „La Ferté-sous-Jouarre“ in Frankreich oder der Griechischen Insel „Melos“ haben die heimatlichen Gefilde große Chancen, wie auch eine Vergleichsanalyse bestätigt. Darin heißt es: Keine der vergleichbaren Stätten scheint geeignet, dem für das Mühlsteinrevier Rhein-Eifel angenommenen, außergewöhnlichen universellen Wert in übereinstimmendem Ausmaß zu verkörpern. Nur das Mühlsteinrevier Rhein-Eifel besitzt heute noch die Sachzeugen einer derart langen, ungebrochenen Kontinuität. Denn es war und ist auch heute so: „Die Lay, das ist ein Zauberwort - Die Lay sie lebt in einem fort - Dort wo einst geschafft von früh bis spät - Wo der Atem der Geschichte weht“. BS
Die visuellen Gegenüberstellungen, früher und heute, wie hier beim Ettringer Grubenfeld, gaben einen Einblick in die Geschichte der „steinreichen“ Region.
Niclas Junglas stellte in seiner Ansprache die UNESCO als Hüterin des Kulturellen Erbes der Menschheit vor.
Am Kottenheimer Bahnhof wurden die Mühlsteine in der Blütezeit verladen.
Die Vertreter der einzelnen Regionen im Arbeitskreis (v.l.): Robert Dewald, Mayens OB Dirk Meid, Svenja Schulze-Entrup, Christoph Kicherer, Irmgard Kicherer, Frank Neideck, Niclas Junglas, Uwe Hoffmann, VG Bürgermeister Alfred Schomisch, Achim Grün und Dr. Kai Seebert, waren begeistert von diesem heimatlichen „Startschuss“ am Welterbetag. Fotos: BS
