Nahwärmeverbund in Unkel
Den kommunalen Energieverbrauch senken
Blockheizkraftwerk in der Realschule würde auch die Rathäuser und die Grundschule mit Energie versorgen
Unkel. Unkel soll möglichst schon Ende nächsten Jahres über ein Nahwärmenetz verfügen, an das ausgehend von dem bereits bestehenden Verbund von Realschule, Schulsporthalle, Hallenschwimmbad und Turnhall neben der Grundschule „Am Sonnenberg“ auch das alte Rathaus und das Verwaltungsgebäude der Verbandsgemeinde angeschlossen werden sollen. Ausgeschlossen blieben zumindest vorerst die städtische Turnhalle und der Marien-Kindergarten. Beteiligt an dem Projekt wären neben der Stadt die VG und der Kreis, erfuhren die Teilnehmer an der Einwohnerversammlung, deren Hauptthema „Zukunftsfähige Energieversorgung“ war. Eingeladen zu dieser hatten Stadt und VG Mitte voriger Woche in das Bürgerhaus Heister, das für gut 40 Personen bestuhlt war. Abzählen konnte man die interessierten Bürger aber an einer Hand, wenn man von den Mandatsträgern absah.
„Eine Erweiterung des bestehenden Nähwärmeverbundes ist ökonomisch vorteilhaft.“ Zu diesem Ergebnis war das Institut für angewandtes (ISM) Stoffstrommanagement vom Umwelt Campus Birkenfeld an der Hochschule Trier gekommen. Die Ergebnisse der bei diesem in Auftrag gegebenen Untersuchungen trug der ISM-Mitarbeiter Daniel Oßwald vor.
„Ziel war, die optimale Möglichkeit einer nachhaltigen Energieversorgung der kommunalen Gebäude um das Schulzentrum herum auszuloten“, erinnerte er. Da die Gebäude äußerst nah beieinander liegen, sei man schnell von Einzellösungen zu einer sogenannten „Quartierslösung“ übergegangen, bei der Synergieeffekte genutzt und Nutzwerte maximiert werden könnten, was zu einer Erhöhung der Wirtschaftlichkeit führen würde. Aufgrund der Nähe müssten zudem von der Heizzentrale an der Realschule, die um Blockheizkraftwerk erweitert würde, lediglich Leitungen in einer Länge von rund 475 Meter bis zu den Rathäusern verlegt werden.
Nicht alles was zur Zeit technisch machbar sei, könne in dem Gebiet umgesetzt werden, da das Areal abgesehen von den beiden Rathäuser in der Hochwasserzone liege. „Daher sind Erdwärmesonden und -kollektoren eher ungeeignet ebenso wie auch eine Lagerung von Holzhackschnitzel“, erklärte Daniel Oßwald. Möglich sei dagegen eine Kraft-Wärme-Koppelung und auch Fotovoltaikanlagen könnten neben den bereits bestehenden in das Gesamtkonzept eingebunden werden. Während der Stadt neben dem Rathaus (103) und dem Dach der Turnhall gut 600 Quadratmeter zur Verfügung stünden, hätte der Kreis mit Sporthalle und Realschule weitere Dachflächen von 900 Quadratmeter für entsprechende Anlagen, die alleine schon 125.00 Kilowattstunden pro Jahr erzeugen könnten.
Investiert werden müssten für diese Quartierslösung rund 563.000 Euro.
„Wir hatten ursprünglich mit einer 65-prozentigen Förderung durch die KFW gerechnet. Diese Hoffnung hat sich aber zerschlagen“, berichtete Verbandsbürgermeister Karsten Fehr. Stattdessen gehe man nun von einer Förderung in Höhe von knapp 420.000 Euro aus dem Kommunalen Investitionsprogramm 3.0. des Landes Rheinland-Pfalz aus. Die verbleibenden Kosten müssten sich Stadt VG und Kreis ausgehenden von dem Energieverbrauch prozentual teilen, so der VG-Chef. Generell würden der Kreis und die VG durch den Nahwärmeverbund mit Blockheizkraftwerk je rund 7.700 Euro pro Jahr an Energiekosten einsparen, die Stadt rund 300 Euro weniger, sodass sich nach Daniel Oßwald das Projekt bereits nach rund sieben Jahren amortisiert hätte, immer vorausgesetzt, die Fördergelder würden fließen.
„Im Juni dieses Jahres könnte schon die Ausschreibung der Planungsleistungen erfolgen so dass es Anfang 2017 nach der Genehmigungs- und Ausführungsplanung zu den Ausschreibungen der Gewerke kommen könnte, so der ehrgeizige Zeitplan des Energie-Fachmanns, der den Baubeginn im April ansetzte und die technische Inbetriebnahme dann Ende 2017. „Die K-3-Förderung bietet uns große Möglichkeit dieses zukunftsweisende Projekt umzusetzen. Wenn dies gelingen würde, wäre das ein riesiger Erfolg, waren sich Stadtbürgermeister Gerhard Hausen und Karsten Fehr einig. DL
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