Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen informiert über die Arbeitslosenzahlen
Der Arbeitsmarkt bereitet sich auf den Winter vor
Arbeitslosigkeit steigt in und um Koblenz leicht an – Flüchtlingszuzug wirkt sich auf Statistik aus
Mayen-Koblenz. Eine leichte Zunahme der Arbeitslosenzahlen registriert die Agentur für Arbeit in und um Koblenz. So stieg der Wert in der Stadt in den letzten vier Wochen um 68 auf nun 3.642 an. Im Landkreis bedeuten 4.049 arbeitslose Menschen eine Zunahme um 103. Allerdings liegen beide Werte deutlich unter jenen des Vorjahres: Im November 2015 waren in Koblenz 94 und im Landkreis 404 Frauen und Männer mehr arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote in der Stadt liegt derzeit bei 6,1 Prozent – 0,1 Prozentpunkte höher als im Oktober und 0,3 niedriger als vor einem Jahr. Der Landkreis verzeichnet zum Monatsende eine Quote von 3,5 Prozent, das sind ebenfalls 0,1 Prozentpunkte mehr als vier Wochen zuvor und 0,4 weniger als vor einem Jahr. Ein Blick auf die beiden Rechtskreise des Sozialgesetzbuches (SGB), die die Arbeitslosigkeit regeln, zeigt, dass der Zuwachs im November fast ausschließlich in der Personengruppe stattgefunden hat, die dem SGB II zugeordnet wird, also bei den sogenannten Hartz IV-Empfängern, die auf Grundsicherung angewiesen sind und vom Jobcenter betreut werden. Dort sind in Koblenz zurzeit 2.789 arbeitslose Menschen gemeldet – 118 mehr als im Oktober und 48 mehr als vor einem Jahr. Im Landkreis nahm die Arbeitslosigkeit im SGB II in den letzten vier Wochen um 84 auf 2.312 zu, liegt aber mit einem Minus von 301 noch immer deutlich unter den Vorjahreswerten. Im Rechtskreis SGB III, also bei jenen Menschen, die meist noch nicht länger als ein Jahr arbeitslos sind und zur Gemeinschaft der Arbeitslosenversicherung gehören, werden in der Stadt Ende November 853 Menschen registriert – 50 weniger als im Oktober und 142 weniger als vor einem Jahr. Im Landkreis sind in diesem Rechtskreis 1.737 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das sind 19 mehr als vier Wochen zuvor und 103 weniger als im November 2015. Da die rein saisonbedingte Arbeitslosigkeit sich regelmäßig stärker im SGB III als im SGB II niederschlägt, liege der Schluss nahe, dass es sich beim aktuellen Anstieg der Arbeitslosigkeit nicht vordringlich um die typische Winterentwicklung handle, erklärt Frank Schmidt, der Leiter der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen. Stattdessen mache sich nun, wie bereits länger erwartet, der Zuzug von Flüchtlingen in die Region auch in den Arbeitsmarkzahlen bemerkbar. „Viele Asylbewerber, deren Anträge zwischenzeitlich bewilligt wurden, melden sich nun vor Ort arbeitslos und tauchen damit auch in unseren Statistiken auf.“ Da ein Teil dieser Menschen keine adäquate berufliche Qualifikation mitbringt und deshalb relativ lange brauchen werden, um dauerhaft in den Arbeitsmarkt integriert zu werden, müsse man zumindest vorübergehend mit leicht ansteigenden Arbeitslosenzahlen rechnen. „Auf Dauer wird das jedoch kaum ein Problem darstellen, denn der Arbeitsmarkt in der Region braucht Fachkräfte. Wir müssen deshalb gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern dafür sorgen, dass aus den bei uns lebenden Flüchtlingen möglichst schnell diese Fachkräfte werden.“ Wie viele Möglichkeiten sich gerade rund um Koblenz bieten, zeigt ein Blick auf den aktuellen Stellenmarkt. 630 offene Stellen wurden dem Arbeitgeberservice in den letzten vier Wochen aus dem Landkreis Mayen-Koblenz gemeldet, hinzu kamen 392 aus der Stadt. Damit liegen zurzeit aus dem Kreis 2.290 Stellenangebote vor, aus der Stadt 1.884 – insgesamt sind das 552 unbesetzte Stellen mehr als vor einem Jahr. Auch wenn der Winter sich bislang eher von seiner milden Seite zeigte, rechnet Frank Schmidt in den nächsten Wochen und Monaten auch rund um Koblenz mit einer wetterbedingten Zunahme der Arbeitslosigkeit. „Wie stark der Anstieg am Ende ausfallen wird, hängt maßgeblich von den Temperaturen ab“, erklärt er. „Denn während viele touristische Betriebe an Ahr und Mosel bereits jetzt eine Winterpause einlegen, machen zum Beispiel Bau- und Gartenbaubetriebe die Zwangspause meist ganz konkret vom Wetter abhängig und arbeiten so lange, bis der Frost dies nicht mehr zulässt.“ Diese alljährliche, saisonbedingte Winterarbeitslosigkeit werde aber, wie immer, im Frühjahr wieder zurückgehen.
