Allgemeine Berichte | 08.09.2020

Zahl der Arbeitslosen verändert sich in und um Koblenz kaum

Der Arbeitsmarkt erholt sich nur langsam von Corona

Wichtiges Instrument, um die Folgen der Corona-Krise abzumildern, ist nach wie vor die Kurzarbeit

Koblenz. Nur langsam beruhigt sich der regionale Arbeitsmarkt von den Folgen der Corona-Pandemie: Ende August waren bei der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen 4.518 Koblenzerinnen und Koblenzer arbeitslos gemeldet. Das sind 22 weniger als vier Wochen zuvor, aber noch immer 1.025 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sinkt um 0,1 Punkte auf 7,2 Prozent. Im August 2019 lag sie bei 5,6 Prozent.

Im Landkreis Mayen-Koblenz zählten die Statistiker zum Monatswechsel 4.675 arbeitslose Frauen und Männer – 4 mehr als im Juli und 956 mehr als im August 2019. Die Arbeitslosenquote steigt von 3,9 auf 4 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 3,1 Prozent.

Bemerkbar macht sich nun auch das „kleine Sommerloch“ – ein kurzfristiger, moderater Anstieg der Arbeitslosigkeit zu Beginn der Sommerferien, der auf jene jungen Leute zurückzuführen ist, die nach dem Ende ihrer Ausbildung nicht übernommen werden und während der Haupturlaubszeit nicht sofort eine Anschlussbeschäftigung finden. Da viele Abschlussprüfungen wegen Corona verschoben werden mussten, ist auch dieses saisonale Phänomen im Kalender nach hinten gerückt.

„Dadurch haben wir die Chance, dass es sich in diesem Jahr gar nicht allzu stark auswirken wird, weil die Zeitspanne, die die jungen Fachkräfte überbrücken müssen, sich durch späte Prüfungen und relativ frühes Ferienende deutlich verkürzt“, erklärt Peter Hahn, stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit Koblenz Mayen. Tatsächlich waren in Stadt und Landkreis lediglich 11 junge Leute unter 25 Jahren mehr arbeitslos als im Vormonat.

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit in den letzten vier Wochen wirkt sich auf beide Rechtskreise des Sozialgesetzbuches (SGB) aus, die sich mit der Arbeitslosigkeit befassen. So gab es im SGB III (Arbeitsagentur) in Koblenz 1.795 Arbeitslose, das sind 50 mehr als im Juli und 636 mehr als im August 2019. Für den Landkreis wurden im SGB III 2.815 arbeitslose Frauen und Männer gezählt – 49 mehr als im Juli und 956 mehr als vor einem Jahr.

Im SGB II (Jobcenter) sank die Zahl der arbeitslosen Koblenzer(innen) um 72 auf 2.723. Vor einem Jahr waren 389 Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Im Landkreis liegt die Zahl der Arbeitslosen im SBG II Ende August laut Statistik bei 1.860. Das sind 45 weniger als im Juli und exakt so viele wie im Vorjahr.

Auch der Stellenmarkt erholt sich nur langsam. Zwar wurden dem Arbeitgeberservice in den vergangenen vier Wochen aus der Stadt 215 und aus dem Landkreis 232 zusätzliche Stellenangebote gemeldet, wodurch die Gesamtzahl nun in Koblenz bei 1.233 und im MYK-Kreis bei 1.379 offenen Stellen liegt. Dies sind jedoch in der Stadt noch immer 777 und im Landkreis 1.083 weniger als vor einem Jahr.

Ein wichtiges Instrument, um die Folgen der Corona-Krise abzumildern, ist nach wie vor die Kurzarbeit. In den letzten vier Wochen zeigten in 18 Koblenzer Betriebe für 664 Beschäftigte Kurzarbeit an. Insgesamt gab es seit Anfang April aus der Stadt 1.729 Anzeigen für 30.082 Beschäftigte. Im Landkreis griffen im gleichen Zeitraum 2.145 Betriebe für 23.058 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf diese Unterstützung zurück. Im August gab noch 28 Anzeigen für 2.205 Beschäftigte.

Da mit einer solchen Anzeige lediglich die Möglichkeit geschaffen wird, Kurzarbeit zu nutzen, ist dies jedoch nur ein Indiz dafür, wie viele Betriebe und ihre Mitarbeiter(innen) diese Unterstützung tatsächlich geltend machen. Klarheit wird es erst verzögert geben, da die Abrechnung im Nachhinein erfolgt und die Unternehmen bis zu drei Monate Zeit haben, ihre Unterlagen bei der Arbeitsagentur einzureichen.

„Wie sich die Situation am Arbeitsmarkt weiterentwickeln wird, hängt natürlich maßgeblich davon ab, wie gut es gelingt, eine zweite Erkrankungswelle zu verhindern und weitere Auswirkungen auf die sich gerade erst erholende Wirtschaft gering zu halten“, erklärt Peter Hahn. „Insofern sind die üblichen jahreszeitlichen Abläufe 2020 nur bedingt gültig.“ In „normalen“ Jahren wäre in den nächsten Wochen mit einem deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit zu rechnen, denn September und Oktober gelten als die Monate mit der geringsten Arbeitslosigkeit, bevor die Kurve witterungsbedingt wieder ansteigt.

Tiefe Spuren auf dem Ausbildungsmarkt

Tiefe Spuren haben Pandemie und Lockdown auch auf dem Ausbildungsmarkt hinterlassen, denn während Schulen geschlossen waren und für Berufsorientierung kaum Gelegenheit war, haben auch viele Betriebe das Thema Nachwuchsgewinnung für Monate zurückgestellt. Zum klassischen Starttermin der meisten Ausbildungsverhältnisse am 1. September sind in Koblenz noch 121 junge Menschen auf der Suche nach einer beruflichen Perspektive, 310 Betriebe konnten ihre Lehrstellen bislang nicht besetzen.

Damit kommen rein rechnerisch 2,6 Stellen auf jeden Bewerber und jede Bewerberin. Ähnlich sieht es im Landkreis Mayen-Koblenz aus, wo auf 188 Bewerberinnen und Bewerber derzeit 321 offene Lehrstellen kommen. Statistisch gesehen stehen damit jedem und jeder Jugendlichen 1,7 Stelle zur Verfügung.

Zum Glück hielten letztlich die meisten Unternehmen, wenn auch mit deutlicher Verzögerung, an ihren Ausbildungsplänen fest, betont Hahn. „Die Corona-Krise wird vorübergehen, der hohe Fachkräftebedarf nicht.“ Er gehe allerdings davon aus, dass in diesem Jahr deutlich länger nachvermittelt werde als üblich. „Wir haben ein großes Interesse daran, möglichst viele der noch unversorgten Bewerber mit jenen Arbeitgebern in Kontakt zu bringen, die kurzfristig Ausbildungsstellen zu vergeben haben.“

Eine gute Gelegenheit biete der von der Arbeitsagentur gemeinsam mit HwK und IHK geplante „Azubispot mit Unternehmermeile“ am Samstag, 19. September, auf dem Koblenzer Clemensplatz. Dort können Jugendliche direkt mit Unternehmen aus der Region in Kontakt kommen und sich um offene Lehrstellen bewerben.

Pressemitteilung Agentur für

Arbeit Koblenz-Mayen

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