Allgemeine Berichte | 02.08.2017

Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen informiert

Der Arbeitsmarkt rutscht ins „kleine Sommerloch“

Arbeitslosigkeit steigt in und um Koblenz saisonbedingt an

Mayen-Koblenz. Wie erwartet ist der Arbeitsmarkt in und um Koblenz im Juli ins „kleine Sommerloch“ gefallen. So steigt die Zahl der Arbeitslosen zum Monatsende in der Stadt um 177 auf 3.715 an. Im Landkreis steigt sie um 212 auf 4.049. Die Arbeitslosenquote klettert in Koblenz von 5,9 auf 6,2 Prozent. Im Landkreis MYK steigt sie um 0,2 auf 3,5 Prozent. Vor einem Jahr waren im Kreis 288 Menschen mehr arbeitslos gemeldet, die Quote lag bei 3,8 Prozent. Der Vorjahreswert in der Stadt lag um 8 niedriger bei einer Quote von 6,2 Prozent. Vor allem Schul- und Ausbildungsende vieler junger Menschen sind Gründe für die im Sommer regelmäßig ansteigende Arbeitslosigkeit.

Ende der Ausbildungen sorgt für erheblichen Anstieg

Viele derer, die nicht vom Ausbildungsbetrieb übernommen werden, finden häufig erst nach der Sommerpause eine Anschlussbeschäftigung oder können erst im Herbst mit weiterführenden schulischen Ausbildungen beginnen und melden sich solange arbeitslos. „Deshalb steigen die Arbeitslosenzahlen in jedem Sommer saisonbedingt leicht an, gehen aber im September und Oktober wieder deutlich zurück“, erklärt Ulrike Mohrs, die Leiterin der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen. So sei es keine Überraschung, dass der größte Zuwachs an Arbeitslosen in der Altersgruppe der unter 25-Jährigen zu finden sei, wo die Zahl um 100 auf 592 (Kreis) beziehungsweise um 82 auf 391 (Stadt) anstieg. Sorgen macht sich die Leiterin der Arbeitsagentur um diese jungen Leute allerdings nicht. „Sie sind gut ausgebildet und am Arbeitsmarkt deshalb gefragte Kräfte. Damit haben sie die besten Chancen, ihre berufliche Laufbahn, ohne größere Unterbrechung fortzusetzen.“ Die aktuelle Nachfrage am Stellenmarkt mit einem Zugang von 1.199 offenen Stellen in den vergangenen vier Wochen bestärkt Mohrs in dieser Einschätzung.

Junge Menschen brauchen sich keine Sorgen zu machen

Insgesamt registriert der Arbeitsgeberservice für Koblenz und den Umkreis damit 4.912 Stellenangebote – 859 mehr als im Jahr zuvor. Differenziert man nach den Rechtskreisen des Sozialgesetzbuches (SGB), schlägt der kurzfristige Anstieg der Arbeitslosigkeit vor allem in der Versichertengemeinschaft des SGB III zu Buche, also bei jenen Menschen, die in der Regel noch nicht länger als ein Jahr arbeitslos sind. Dort stieg die Zahl seit Ende Juni in Koblenz um 107 auf nun 1.138 und im Landkreis um 144 auf 1856. Vor einem Jahr wurden in diesem Rechtskreis in der Stadt 141 Arbeitslose weniger und im Kreis 92 mehr gezählt. In der Grundsicherung nach SGB II, also bei den so genannten Hartz IV-Empfängern, stieg der Wert in den vergangenen vier Wochen in Koblenz um 70 auf nun 2.577 und im Landkreis um 68 auf 2.193 an. Im Jahr zuvor waren in Koblenz noch 133 und im Kreis 196 Menschen mehr arbeitslos gemeldet. Zwei Faktoren spielen bei der unterschiedlichen Entwicklung in den Rechtskreisen eine Rolle. Einerseits schlägt sich die vorübergehende Arbeitslosigkeit der jungen Leute überwiegend im SGB III nieder, andererseits wirkt aber auch immer noch eine rechtliche Änderung seit Jahresbeginn nach: Die sogenannten Aufstocker, deren Arbeitslosengeld I-Anspruch so niedrig ist, dass sie zusätzlich Grundsicherung beziehen, werden seit Januar nicht mehr dem SGB II, sondern dem SGB III zugeordnet. Dies führt zwar zu einer Verschiebung von einem in den anderen Rechtskreis, wirkt sich jedoch auf die Gesamtzahl der Arbeitslosen nicht aus. Die meisten neuen Ausbildungsverhältnisse starten ab September. Gut fünf Wochen vor dem offiziellen Beginn des Ausbildungsjahres registriert die Agentur-Statistik noch 330 unbesetzte Lehrstellen für die Stadt und 505 im Landkreis. Ihnen stehen – zumindest theoretisch – 223 (Koblenz) und 333 (Kreis MYK) unversorgte Bewerber gegenüber. Tatsächlich melden sich in diesen Tagen noch viele junge Leute ab, die bislang einfach nicht daran gedacht hatten, der Arbeitsagentur mitzuteilen, dass sie längst einen Ausbildungs- oder Studienplatz gefunden haben.

Noch 330 freie Ausbildungsplätze im Kreis

„So gehen wir auch in diesem Jahr davon aus, dass wir am Ende mehr unbesetzte Ausbildungsstellen als unversorgte Bewerber übrig haben werden“, glaubt Ulrike Mohrs. Noch gebe es allerdings für beide Seiten viele Chancen. „Wer noch einen Ausbildungsplatz oder Nachwuchskräfte sucht, sollte sich spätestens jetzt mit uns in Verbindung setzen. Wir bringen dann diejenigen zusammen, die zueinander passen.“

Pressemitteilung von der Agentur für Arbeit Koblenz- Mayen

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