Evangelische Kirchengemeinde Montabaur
Der „Herr der Glocken“ geht in den Ruhestand
Montabaur. Da steht er nun ganz vorne, im Rampenlicht, nach 33 Jahren im Hintergrund. Schüchtern wirkt er, fast ist es ihm peinlich. Alle Augen auf ihn gerichtet. Nein, das ist nicht sein Ding, das braucht er nicht. Lieber selbst alles im Blick haben, dafür Sorge tragen, dass alles läuft und dass alles für den Gottesdienst vorbereitet und da ist. Das ist und war seins für nun zu Ende gehende dreiunddreißig Dienstjahre als Küster der evangelischen Kirche Montabaur im Lutherbezirk: Hermann Dunker. Er ist Jahrgang 1936, ein Franke, geboren in Hof an der Saale und aufgewachsen im Fichtelgebirge. Er war stets zum Dienst bereit und war folgerichtig als Zeitsoldat zur Bundeswehr in München und Koblenz und seit 1967 in Montabaur. Seit 1983 arbeitete er als „Herr der Glocken“, des Gartens und der Grundstückspflege an der evangelischen Lutherkirche. Hermann Dunker, die Treue und Verlässlichkeit in Person. Er ist immer da, immer im Hintergrund und stets damit zufrieden.
Bis er erkennen musste, dass Alter und Gesundheit ihm dann doch einen Strich durch die Fortsetzung seines Küsterdienstes machten. Und so ließen es sich Pfarrer Michael Dietrich und Thomas Lehnet, seit 2015 Vorsitzender des Kirchenvorstandes, nicht nehmen, „ihren“ Küster offiziell im Gottesdienst gebührend und von vorne zu verabschieden. Mit Laudatio, großem Präsentkorb und mehrfachem, dankbaren Applaus der anwesenden Besucher. Den er dann auch genoss. Endlich mal. Von vorne.
