Allgemeine Berichte | 09.02.2026, 09:07 Uhr

Alle drei Damensitzungen der Karnevalsgesellschaft 1903 Obermendig waren restlos ausverkauft

Der „Hexenkessel“ machte seinem Spitznamen wieder alle Ehre

Als Geschenk erhielt Kreiswackes-Träger Frank Neideck einen Orden der KG von 1903 in Eichenholz.
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Mendig. Drei ausverkaufte Sitzungen in der zur Narrhalla umfunktionierten Schützenhalle, die ihrem Spitznamen „Hexenkessel“ wieder mal alle Ehre machte:

Die Karnevalsgesellschaft 1903 Obermendig sorgte auch in diesem Jahr ausschließlich mit Akteuren aus den eigenen Reihen an drei Abenden für närrische Sternstunden. Bei der Premiere am letzten Tag des Monats Januar wurden Michael Hamann, der langjährige Vorsitzende des 123 Jahre alten Vereins, und der ehemalige Sitzungspräsident Peter Schlaus für ihre Verdienste um das rheinische Brauchtum sowie für ihre 22-jährige Mitgliedschaft im Elferrat mit Urkunden ausgezeichnet. Sitzungspräsident Nicolas Junglas legte in seiner traditionellen Eröffnungsrede die Finger in vielerlei Wunden und sprach genau die Themen an, die ihm (noch) unter den Nägeln brennen oder in der Vergangenheit Bauchschmerzen hervorriefen.

Die Veranstaltung am vergangenen Freitag stand vor allem im Zeichen des Kreiswackes-Trägers: Frank Neideck, Kommandeur des Husarencorps „Jack von der Wasserschöpp“, hatte diese höchste närrische Auszeichnung des Kreises Mayen-Koblenz wenige Tage zuvor aus den Händen von Landrat Marko Boos bei der 27. Auflage des Kreisnarrentreffens in der Von-der-Leyen-Halle in Saffig entgegennehmen dürfen. Genau am Gründungstag der KG 1903 am 4. Februar.

Neideck durchlief die klassischen Stationen: 1998 war er Prinz, über 20 Jahre lang Präsident. Er hat der KG, die damals am Tropf hing und dem Tod zwischenzeitlich näher war als dem Leben, wieder auf die Füße geholfen. Was die wenigsten wissen: Neideck hat die Neugründung der Möhnen initiiert und deren Angliederung an die KG. Erfolgsgeschichten wie das Kellbach-Trio und die „Hex von Mennesch“ gehen maßgeblich auf sein Konto.

„Ich möchte die Gelegenheit nutzen, an dieser Stelle einen ganz besonderen Mann zu ehren. Er mag das nicht, aber es muss sein“, so Sitzungspräsident Junglas in seiner Laudatio. „Nicht zuletzt er war es, der an der Gründung dieses Husarencorps federführend mitgewirkt und dem Hexenkessel seinen Namen gegeben hat. Die, die uns beide kennen, wissen, warum ich ihn Menti nenne: Ich habe viel von ihm lernen dürfen, bis heute ist er mir Vorbild und Freund.“

Die Belange des Vereins hätten für ihn stets an erster Stelle gestanden, das Private sei dabei allzu oft zu kurz gekommen. „Die Karnevalsgesellschaft 1903 Obermendig würde es ohne ihn in der Form heute wohl nicht geben, die Erfolge der vergangenen Jahre wären ohne seinen unermüdlichen Einsatz kaum denkbar“, verdeutlichte Junglas. „Obwohl er sich mehr und mehr zurückgezogen hat, um der jüngeren Generation Platz zu machen, ist er bis heute die Seele des Vereins.“

Nicht fehlen bei den drei Sitzungen durften die „Johannishöfer“. Seit 33 Jahren ist dieses Männerballett, das von Judith, Lea und Naya Fuchs trainiert wird, nicht mehr aus dem Mendiger Karneval wegzudenken. Beim 32. Männerballettfestival des Carnevals Comité Oberlahnstein (CCO) errang das Mendiger Aushängeschild in der Lahnsteiner Stadthalle bei seiner achten Teilnahme den ersten Platz, punktgleich mit den konkurrierenden „Bordsteinschwälbchen Langendernbach“. Es gab also viel zu feiern in den vergangenen Tagen.

Neben dem Husarencorps (mit Kommandeur Neideck, Regimentskapellmeister German Heuft, Tanzcorps-Trainerin Vanessa Müller und Angi Müller als Verantwortliche für den Kadettentanz) und den „Johannishöfern“ war bei insgesamt 14 Programmpunkten alles zu Gast, was auf der karnevalistischen Bühne Rang und Namen hat: die Kellbach-Funken (mit den Trainerinnen Sophia Stahl und Chiara Centonze), die Jugendgarde mit Übungsleiterin Sarah Uelmen, die Kindergarde und die Jugendtanzgruppe als Piraten (44 Kinder unter der Leitung von Angi und Andreas Müller), Prinz Alexander I. mit seinem gesamten Hofstaat, ein Bänkelsänger mit Begleitung (Andree Niederelz und Christian Müller am Keyboard), das Urgestein „Hexje“ (Annette Tiede), das Duo Lukas Furch und Debütant Paul Mintenig, die Tanzgruppe Owemagics (mit Trainerin Malena Bahr und Co-Trainerin Vanessa Müller), Solist Bruno Zengler, die Highstone Dancers (Trainerin Angi Müller, Choreo Kai Biewald), Michael und Caroline Hamann als Ehepaar und zum Finale die Gruppe Seleweknäin mit den Sängern Nico Junglas und Christopher Endres, Simon Schumacher an der Gitarre, Stefan Schumacher mit dem Akkordeon, David Endres (Bass) und Thomas Alef am Schlagzeug.

SK

Piraten durften auf der karnevalistischen Bühne nicht fehlen.

Piraten durften auf der karnevalistischen Bühne nicht fehlen. Foto: SK

Prinz Alexander I. konnte die zweite Sitzung mit seinem Hofstaat in voller Länge genießen.

Prinz Alexander I. konnte die zweite Sitzung mit seinem Hofstaat in voller Länge genießen. Foto: SK

Ein fester Programmpunkt: der Auftritt der Highstone Dancers.

Ein fester Programmpunkt: der Auftritt der Highstone Dancers. Foto: SK

Streitbares Ehepaar: Der KG-Vorsitzende Michael Hamann bekam von seiner Ehefrau Caroline gehörig die Leviten gelesen.

Streitbares Ehepaar: Der KG-Vorsitzende Michael Hamann bekam von seiner Ehefrau Caroline gehörig die Leviten gelesen. Foto: SK

Fotogalerie: Damensitzung in Obermendig 2026

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Als Geschenk erhielt Kreiswackes-Träger Frank Neideck einen Orden der KG von 1903 in Eichenholz. Foto: SK

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