Allgemeine Berichte | 08.12.2016, 20:00 Uhr

Gartenkolumne von Ulrich Junker

Der Monat im Garten

Ulrich Junker

Wachtberg. Pünktlich zum ersten Advent war die Wintervorbereitung abgeschlossen: zum letzten Mal Laub geharkt, Wassertonnen geleert, Außenhähne abgedreht, Vogelhäuschen aufgestellt. Was jetzt zu tun bleibt, ist schnell getan: Das schöne Herbstlaub des Farns abräumen, die Triebe von Forsythien, den Obststräuchern, dem Apfelbaum ausbrechen, Zaubernuss und Schneeball auf die Terrasse holen, ihre Kübel dick mit Sackleinen umwickeln. Aber sonst ist das Gartenjahr vorüber, es kann jetzt gerne auch Schnee kommen, dafür aber auch genügend Futter für Vögel, Eichhörnchen und eventuell Rehe vorrätig halten.

Manchen von uns wird die Gartenarbeit in den kommenden Monaten sogar fehlen und durch andere Bewegung in frischer Luft ersetzt werden müssen.

Und damit Zeit für die Bilanz des Gartenjahres: Wieder sah sie ganz anders aus als im Vorjahr. Bei den Obstbäumen war es ein reiches Pflaumen- und Apfeljahr, bei den Obststräuchern dagegen mager.

Im Obstgarten gab es eine Wiederentdeckung: die dicke Bohne, sonst eine Nachkriegserinnerung, aber tatsächlich eine schöne Kultur. Buschbohnen und Erbsen haben furchtbar unter dem Unwetter von Anfang Juni und dem folgenden Ungeziefer gelitten und wurden früh durch Gründünger ersetzt.

Auf der Blumenrabatte war besonders das Edellieschen dankbar, unermüdlich in voller Blüte bis zum ersten Nachtfrost, und dann die bewährte Sommerbepflanzung von Spinnenblumen, Zinnien, Vanilleblumen und Ziertabak. Es war ein kleines Erfolgserlebnis, dass die Wunderblume vom Vorjahr gesund wiedergekommen und auch in Blüte war. Und ein anderes eine Herbst-Mombretie von selten intensiver Kupferfarbe, ein kaum erinnerter glücklicher Kauf im Frühjahr.

Für die Vase gibt es ja nichts Dankbareres als die Kapuzinerkresse, flächendeckend auf einem ganzen Beet, und jeden Tag für eine neue Vase gut. Enttäuschend dagegen wieder einmal die Dahlien, als seien die Knollen jetzt überaltert, aber wo bekommt man neue? Also noch mal in Sandeimern eingelagert, vielleicht war ja auch da der Juni-Regen Schuld.

Der größere Gewinn war aber wieder die tägliche Freude am und im Garten. Ein Gärtner ist immer nahe bei der Schöpfung und der Natur, versteht ihr Wirken und beobachtet genauer.

Damit endet das dritte Jahr dieser Kolumne und im nächsten Jahr beginnt wieder eine andere Illustration. Allen Lesern vielen Dank für freundliche Begleitung und Lektüre, und auf ein schönes, neues Gartenjahr. Ulrich Junker

Foto: Ulrich Junker

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Imageanzeige
Rheinbacher Ausbildungsmesse
Magazin Rheinbacher Ausbildungsmesse
Rheinbacher Ausbildungsmesse
Auftrag, Nr. AF2026.000438.0, September 2026
Pellenzer Lehrstellenbörse
Empfohlene Artikel
Im Rahmen der Veranstaltungsreiche „Medizin verstehen“ informiert Dr. Thomas Lepping (Chefarzt Akutgeriatrie und Frührehabilitation, li.) über typische Anzeichen, mögliche Auslöser sowie Vorbeugung und Behandlung von Delir-Zuständen.  Foto: Joachim Gies | Marienhaus
55

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Operation ist gut verlaufen, doch plötzlich ist die 90-jährige Patientin nicht mehr wiederzuerkennen: Sie ist unruhig, verweigert Medikamente und fragt nach ihrem bereits verstorbenen Ehemann. „Hinter der plötzlich auftretenden Verwirrtheit kann ein akutes Delir stecken“, erklärt Dr. Thomas Lepping, Chefarzt der Akutgeriatrie und Frührehabilitation am Krankenhaus Maria Hilf in Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Weiterlesen

Das Band wird durchschnitten – die Wiederaufbaumaßnahmen in der Niederhut sind abgeschlossen.
67

Bad Neuenahr-Ahrweiler. „Heute ist ein besonderer Tag für unsere Stadt, denn man kann mit Fug und Recht sagen, dass die Niederhutstraße eine Hauptschlagader von Ahrweiler ist. Ein wichtiges Zeichen für den Fortschritt unseres Wiederaufbaus, denn diese Straße ist weit mehr, als Asphalt, Pflaster und neue Leitungen. Sie ist ein Teil der Innenstadt Ahrweilers, ein Ort der Begegnung und des täglichen Lebens.

Weiterlesen

Gegen das Verschwindenlassen von Menschen, insbesondere in El Salvador und Nicaragua, richtete sich ein Infostand der Neuwieder Gruppe von Amnesty International.
30

Neuwied. Gegen das Verschwindenlassen von Menschen, insbesondere in El Salvador und Nicaragua, richtete sich ein Infostand, den die Neuwieder Gruppe von Amnesty International aufgebaut hatte. Die AI Aktivisten prangerten vor allen Dingen diese Menschenrechtsverletzung in Diktaturen an, und sendete eine Petition an die Regierungsstelle von El Salvator, zu deren Unterschrift aufgerufen wurde und viele Passanten diese Form des Protestes mit ihrer Unterschrift unterstützten.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: Pixabay.com
2202

Für rund zweieinhalb Stunden blieb es dunkel:

05.09.: Langer Stromausfall in Remagen und Sinzig

Sinzig/Remagen. Am Samstagabend kam es um 20.07 Uhr zu einem Kurzschluss im Bereich der Umspannanlage Sinzig. In der Folge fiel im Bereich von 31 Netzstationen der Strom aus. Betroffen waren Haushalte in Sinzig und Remagen.

Weiterlesen

Symbolbild.
1518

Nach dem Crash flüchtete der Verursacher zunächst zu Fuß von der Unfallstelle

07.09.: Kreis AW: Britischer Autofahrer missachtet Rechtsverkehr: Verletzte und Totalschaden nach Frontalkollision

Quiddelbach. Der Fahrer eines britischen Pkw befuhr am Freitagabend gegen 19:40 Uhr die B 257 von Quiddelbach kommend in Fahrtrichtung Müllenbach. Dabei nutzte er über einen längeren Zeitraum den linken Fahrstreifen. Ausgangs einer Linkskurve oberhalb von Quiddelbach kollidierte der schwarze Pkw frontal mit einem entgegenkommenden Fahrzeug.

Weiterlesen

Nach der Flut bewiesen Gisela Dieringer und Brigitte Gafinen Durchhaltevermögen.
1016

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Nach mehr als 150 Jahren endet eine außergewöhnliche Familien- und Unternehmensgeschichte: Das traditionsreiche Schuhhaus Rollmann in Bad Neuenahr schließt seine Türen. Damit verliert die Innenstadt ein Geschäft, das für Generationen von Kundinnen und Kunden weit mehr war als nur ein Ort zum Schuheinkaufen, sondern einen Platz für Begegnungen und Gespräche. Nun haben sich die...

Weiterlesen