Städtischer Kindergarten „Haus Maria Anna“
Der Schokolade auf der Spur
Bad Ems. Fairtrade, was ist das eigentlich und was bedeutet dies? Die Erwachsenen, haben sich mit diesem Thema ja schon lange auseinandergesetzt. Auch in der Kurstadt Bad Ems legt man großen Wert auf „Fairen Handel“. Die Fair Handels-Bewegung kam in den 1970er Jahren in Gang. In Bad Ems beginnt die Geschichte im Jahr 1987 mit der neu gegründeten „Arbeitsgemeinschaft Eine Welt Bad Ems e.V. Inzwischen gibt es viele Einzelhandelsgeschäfte in Bad Ems mit „Fairem Handel“ und seit 2016 gehört Bad Ems zu den „Fairtrade-Town“.
Die älteren Kindergartenkinder des Städtischen Kindergartens „Haus Maria Anna“ haben sich gemeinsam mit den Erzieherinnen Nina Jansen und Christina Abt in einem Projekt auf den Weg gemacht, um zu erfahren, „Wo kommt eigentlich unsere leckere Schokolade her“?
Petra Seifert (Kita-Leitung) begrüßte die eingeladenen Gäste Rüdiger Glodek (Vorstandsmitglieder des Gewerbevereins Bad Ems Plus), Berny Abt (Stadtbürgermeister), Frank Ackermann (Vorsitzender der Steuerungsgruppe und erster Beigeordneter), Gerth Stecher (Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft „Eine Welt Bad Ems e.V.“), Monika Fuchs (BLICK aktuell) und freute sich sehr, dass alle Zeit gefunden hatten, um der Projektvorstellung mit der Zielsetzung, anerkannter Fairtrade-Kindergarten zu werden, beizuwohnen.
Mit einem Lied in australischer Sprache („Wir freuen uns, dass ihr heute bei uns seit“) begrüßten die Kinder Lena, Olcan, Jordan, Emma, Ivan, Daniela, die Gäste.
Sie erzählten, wo die vielen Früchte wie Ananas, Kiwis, Bananen und so weiter, die wir essen, herkommen. Auf dem Globus zeigte Daniela Australien, Afrika und Südamerika, die sie markiert hatten. Die Früchte schmecken süß und saftig.
„Fairtrade“ ist für die Kinder ein ganz schwieriges Wort. Die Kinder in diesem Projekt haben alle einen interkulturellen Hintergrund und lernen Deutsch als Zweitsprache. Es war eine doppelte Anstrengung zu erfahren, was „Fairtrade“ bedeutet. Veranschaulicht wurde das Wort „Fair“ mit Schokolade und dem Begriff teilen. Christina Abt brachte eines Tages eine Tafel Schokolade mit. Diese aß sie aber alleine. Das fanden die Kinder „unfair“. Daraufhin teilte sie dann mit ihrer Kollegin Nina Jansen. Die fand das „fair“, aber die Kinder schauten noch immer mit großen erwartungsvollen Augen zu. „Das war unfair“, sagten sie im Chor.
Daraufhin teilte Christina mit den Kindern und das fanden sie richtig „fair“. Mit Bildern wurde alles dokumentiert und den Gästen gezeigt. Zuerst rochen die Kinder an der Schokolade, erklärten Olcan und Ivan. Auch die Kakaobohne hatten sie sich genau angeschaut und in einer Mühle zermahlen. Dann hatten sie daraus „Kakao“ gekocht und probiert. Der Stadtbürgermeister durfte an dem Kakaopulver riechen und die andern Gäste auch. „Das riecht ein bisschen nach Essig“, meinte der Stadtchef. Gerth Stecher erklärte, warum das so ist: „Die Kakaobohnen werden mit dem Fruchtfleisch aus der Kakaoschote genommen. Das Ganze wird dann in Bananenblätter gewickelt und in Holzkisten gelagert. Dabei entsteht eine Gärung. Man nennt das auch „Fermentation“. Dabei entstehen hohe Temperaturen von circa 45 bis 50 Grad. Ausgelöst durch diese Temperaturen laufen die verschiedensten chemischen und biologischen Prozesse ab. Entscheidend für die spätere Schokolade ist, dass die Bohnen kurz aufkeimen, um dann durch die hohen Temperaturen und dem hohen Säuregehalt abzusterben. Danach werden die Bohnen getrocknet. So entsteht der leichte Essiggeruch“.
Gemeinsam auf die Schokoladeninsel
Die Kitakinder entführten die Gäste gemeinsam mit einem Lied und einem Stück Fairtrade Schokolade auf eine Schokoladeninsel. Zuerst mussten alle an der Schokolade riechen, sie roch herrlich. Dann kam diese in den Mund unter die Zunge und wanderte von einer Seite zur anderen. „Wir genießen die Schokolade und lassen sie ganz langsam schmelzen, wie ein Bonbon“.
Die Gäste waren begeistert von dieser Reise und sich einig, „Schokolade schon lange nicht mehr so gut intensiv genossen zu haben“. Dies lehrt, dass Lebensmittel ganz wertvoll sind und man sie immer mit Bedacht essen sollte. Jordan und Daniela erklärten nun mit ihren Worten, was für sie „Fairtrade“ bedeutet: „Nämlich, dass keine Kinder arbeiten müssen und die Leute genug Geld bekommen“.
Mit einem selbst gestalteten Plakat machen die Kinder in ihrer Kita auf Produkte mit „Fairen Handel“ aufmerksam. Auch die Elternschaft wird hierdurch motiviert, diese Produkte verstärkt zu kaufen. Verkostet wurde auch der leckere Kakao, den Kinder zubereitet hatten. Gerth Stecher brachte an die Eingangstür das Label für „Fair Trade“ an. Stadtbürgermeister Berny Abt bedankte sich für diese tolle Stunde und versprach, auch weiterhin dieses Projekt zu unterstützten. Mit dem Ziel, neben der Fairtrade-School Realschule Plus Bad Ems Nassau und der Kita Arche Noah einen zweiten „Fairtrade Kindergarten“ in Bad Ems begrüßen zu können. Als Dank erhielten die Kinder „Fairtrade Schokolade“.
Olcan und Jordan entführten mit der Klangschale auf die „Schokoladeninsel“.
(v.li). Nina Jansen (Erzieherin), Lena, Olcan, Jordan, Emma, Ivan, Daniela, Christina Abt (Erzieherin).
