Allgemeine Berichte | 03.11.2017

Trauerstele in der David-Roentgen-Schule enthüllt

Der Tod steht nicht auf dem Lehrplan

Trauerstele bietet einen Ort zu trauern

In einem feierlichen Rahmen wurde nun eine Trauerstele in der David-Roentgen-Schule enthüllt. Fotos: privat

Neuwied. Der Tod steht nicht auf dem Lehrplan. Aber es kommt vor, dass er plötzlich auftaucht im Leben einer Schule. So auch in der David-Roentgen-Schule in Neuwied. Fast 3.000 Schüler besuchen diese Berufsschule und viele kommen mit ihren Autos aus den Dörfern im Westerwald. Was tun, wenn Schlimmes passiert?! Wohin gehen, wenn ein Ort gesucht wird zum Trauern?!

Bereits im Jahr 2014 nahmen sich einige Religionslehrer dieser Frage an und entwickelten mit der Schulleitung die Idee einer Trauerstele. Am 18. September wurde nun eine Metallplastik als Trauerstele enthüllt. Maßgeblich beteiligt als künstlerischer Leiter war Jürgen Jänisch. Mit Schülern seines Kunstkurses aus dem Abiturjahrgang 2015 nahm er die „Weinende Frau“ von Pablo Picasso in den Blick. Dr. Wolfgang Petkewitz, evangelischer Pfarrer und Religionslehrer in der David-Roentgen-Schule, erläuterte in einer kurzen Ansprache während des Festaktes die Hintergründe. Pablo Picasso wollte das Leid darstellen, das seine Heimat durch den Überfall der Legion Condor 1937 traf. Weltberühmt ist das Bild Guernica. Weniger bekannt ist, dass er auch das Motiv der sog. Piéta auswählte und neu interpretierte. Maria hält schmerzerfüllt ihren Sohn Jesus im Schoß. Picasso reduziert diese Szene auf das Gesicht der Mutter und löst es anatomisch auf. Es bleibt gleichsam der pure Schmerz. So öffnet sich das spezifisch christliche Datum für alle, die einen Ort suchen zu trauern.

Schulleiter Dirk Oswald konnte am 18. September den Vertreter der evangelischen Kirche, Superintendent Detlef Kowalski, begrüßen. Der evangelische Kirchenkreis Rhein-Wied, das Bistum Trier und der Förderverein der David-Roentgen-Schule haben das Projekt gefördert.

Picassos Bild wurde in eine dreidimensionale Plastik aus verschiedenartigen Metallplatten verwandelt. Der Eindruck vor einer violetten Grundplatte ist je nach Lichteinfall verblüffend. Oswald dankte besonders Roland Rommersbach, Geschäftsführer der Firma Apparatebau Schmitz in Koblenz, der das Projekt ausführte.

Gelobt wurde, dass also Handwerker aus Berufen engagiert waren, die in der David-Roentgen-Schule ausgebildet werden: Metallbauer, Schreiner und Maler.

Die Trauerstele hängt an einer Nahtstelle im Gebäudeensemble der Schule, die von vielen gekreuzt wird und wo auch andere Informationen plakatiert werden. Dort fand der Festakt statt, der musikalisch von Samuel Kremer mit der Viola gewürzt wurde. Ein ehemaliger Lehrer für Metalltechnik und katholische Religion, Matthias Lambrich, der Pate stand bei der technischen Realisation, enthüllte unter Beifall die beeindruckende Plastik.

Der Tod steht nicht auf dem Lehrplan. Falls er aber dennoch in Zukunft anklopfen sollte, dann könnte es einen Ort geben zum Trauern und für Menschen, die sich hier vor der neuen Trauerstele solidarisch zeigen.

Pressemitteilung

David Roentgen Neuwied

Der Festakt erfuhr auch eine musikalische Begleitung.

Der Festakt erfuhr auch eine musikalische Begleitung.

In einem feierlichen Rahmen wurde nun eine Trauerstele in der David-Roentgen-Schule enthüllt. Fotos: privat

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