Allgemeine Berichte | 17.11.2018

LK Geschichte des Beruflichen Gymnasiums Technik der BBS gestaltet Lesung und Ausstellung

Der erste Weltkrieg, die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts

Lesung und Ausstellung behandelten das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren. privat

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der 9. November gehört zu den Schicksalsdaten der Deutschen: Am 9. November 1989 fiel die Mauer. Die deutsche Teilung gehörte der Vergangenheit an. Am 9. November 1938 brannten die Synagogen. Jüdische Geschäfte wurden geplündert und zerstört. Die Reichsprogromnacht war gleichsam das Fanal für das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte, den industriell organisierten Massenmord an 6 Millionen Menschen jüdischen Glaubens, den Holocaust. Am 9. November 1923 versuchten Adolf Hitler und Erich Ludendorff, die bayerische Staatsregierung und die parlamentarische Demokratie in Deutschland zu stürzen („Hitler-Ludendorff Putsch“). Am 9. November 1918 endete das deutsche Kaiserreich. Der SPD Politiker Philipp Scheidemann rief auf dem Westbalkon des Reichstagsgebäudes die Republik aus. Zwei Tage später endete der Erste Weltkrieg. Er wird von vielen Historikern als Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts bezeichnet und brachte ungeheures Leid über Millionen Menschen weltweit. In eindringlichen Texten erinnerten die Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Geschichte des beruflichen Gymnasiums Technik, Jahrgangsstufe 13, der BBS des Landkreises, an das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren. Briefe, öffentliche Verlautbarungen, Zeitungsartikel sowie zeitgenössische literarische Texte ließen den Krieg, die Stimmungen an der Heimatfront, das Leid und Elend der Soldaten und ihrer Familien, aber auch die Hybris der Mächtigen lebendig und erlebbar werden und illustrierten die im Unterricht erarbeitete Wand-Ausstellung in eindrucksvoller Weise. Die der Lesung beiwohnenden Schulklassen konnten erahnen, was sich hinter den Zahlen verbirgt: 65 Millionen Soldaten im Kriegseinsatz, neun Millionen Gefallene, mehrere Millionen Kriegsversehrte, Verstümmelte, Verletzte und Traumatisierte. Da wundert es nicht, dass die Franzosen den Ersten Weltkrieg als „La Grande Guerre“, den großen Krieg, bezeichnen, während in Deutschland der Zweite Weltkrieg und die mit ihm einhergehenden Verbrechen alles überlagern. War der Erste Weltkrieg für die Deutschen weniger einschneidend? Nein! Für die meisten Menschen dieser Zeit war er der Absturz in eine Katastrophe. Allerdings hatten sich die Kriegshandlungen größtenteils außerhalb Deutschlands, vor allem in Belgien, Frankreich, Polen und Russland abgespielt. Die Mehrzahl der Deutschen traf die Niederlage deshalb völlig unerwartet. Die von der kaiserlichen Regierung zensierten Zeitungen hatten den Menschen eingeredet, dass alles auf einem guten Weg sei. Vier Jahre hatte der Krieg gedauert. Der fünfte Winter und damit Hunger, Kälte und andere Entbehrungen standen bevor. Im September 1918 erklärte die Oberste Heeresleitung den Krieg erstmals für verloren, forderte den Waffenstillstand und lüftete so den Schleier der Propaganda. Im November begann der Matrosenaufstand in Kiel, Tage später war der Krieg beendet, der Kaiser im Exil und in Deutschland wurde die erste Demokratie auf deutschem Boden ausgerufen. Sie sollte nicht von Dauer sein. „Jahrestage zu begehen“, so Oberstudienrätin Uschi Grohe, die verantwortliche Geschichtslehrerin, in ihrem einführenden Statement, „ist kein Selbstzweck. Sie helfen uns, uns in Geschichte und Zeit zu verankern. So können wir ein Gedächtnis entwickeln, das uns befähigt, uns einzufühlen in das Schicksal von Menschen, deren Gegenwart weniger unbeschwert war oder ist als die unsrige. Jahrestage können uns wachsam machen für vergleichbare Entwicklungen in Gegenwart und Zukunft.“ Getreu dem Motto: Wehret den Anfängen!

Lesung und Ausstellung behandelten das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren. Foto: privat

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