Allgemeine Berichte | 03.05.2019, 16:37 Uhr

Zahl der Menschen ohne Job sinkt im Bezirk Agentur für Arbeit Montabaur unter 5.000

Der regionale Arbeitsmarkt bleibt in Frühlingslaune

IAB stellt positive Prognose – Ausbildungsmarkt: Beste Chancen für Bewerber

Montabaur. Der regionale Arbeitsmarkt bleibt in Frühlingslaune: Ende April sind im Bereich der Agentur für Arbeit Montabaur – er umfasst den Westerwald- und den Rhein-Lahn-Kreis – 4.959 Menschen ohne Job gemeldet. Das ist ein Rückgang um 311 Personen gegenüber dem Vormonat. Die Arbeitslosenquote ist innerhalb der vergangenen Wochen um 0,1 auf 2,8 Prozent gesunken. Noch deutlicher fällt der Jahresvergleich aus: Gegenüber dem April des vergangenen Jahres gibt es 639 Arbeitslose weniger und eine Verbesserung der Quote um 0,4 Prozentpunkte.

„Die Frühjahrsbelebung, die sich schon im März ausgewirkt hat, setzt sich fort“, sagt Dieter Knopp, Geschäftsführer der Arbeitsagentur Montabaur. „Auch über diesen entlastenden Saisoneffekt hinaus ist unser Bezirk gut aufgestellt. Seit der grundlegenden Arbeitsmarktreform im Jahr 2005 gab es keine bessere April-Quote als die jetzige.“

Der Blick in die Zukunft stimmt ebenfalls zuversichtlich. Anlass dafür ist die aktuelle Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) für den Agenturbezirk. Unter der Annahme, dass das diesjährige Bruttoinlandsprodukt um 0,5 Prozent wächst, kann es bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung ein Plus von 1,6 Prozent geben. Das würde bedeuten, dass die Zahl der Beschäftigten im Jahresmittel gegenüber dem vergangenen Jahr um 1.600 auf 103.000 Personen steigt. Zeitgleich würde die Arbeitslosigkeit um 9,3 Prozent sinken, sprich um 500 auf durchschnittlich 4.900 Personen. Die Beschäftigung im Agenturbezirk steigt seit Jahren kontinuierlich an und hat ein nie gekanntes Level erreicht. Das jetzt erwartete Wachstum liegt unterhalb des Bundes- und Landestrends, der Rückgang der Arbeitslosigkeit hingegen deutlich darüber.

Der Stellenmarkt spiegelt die Kehrseite dieser Medaille: den großen Bedarf an (Fach)Kräften. Der Bestand an zu vermittelnden Jobs ist gegenüber April letzten Jahres zwar um 544 Stellen zurückgegangen, bleibt aber mit 3.222 Stellen dauerhaft hoch. Auf diesem Feld sieht Dieter Knopp die Agentur für Arbeit besonders gefordert: „Die Unternehmen suchen oft lange und mitunter vergebens nach geeignetem Personal. Auf der anderen Seite scheitern viele Arbeitslose mit ihrer Bewerbung, weil sie die Anforderungen nicht erfüllen. Um für sie Perspektiven zu schaffen und den Betrieben Potenziale zu erschließen, setzen wir auf bedarfsorientierte und individuelle Qualifizierung. Darüber hinaus können auch Beschäftigte gefördert werden.“

Auf dem Ausbildungsmarkt spiegelt sich der demografische Wandel in einem deutlichen Bewerberrückgang. Das Ausbildungsjahr beginnt jeweils am 1. Oktober und endet am 30. September. Seit dem 1. Oktober vergangenen Jahres haben sich bei der Arbeitsagentur 1.708 junge Leute gemeldet, die eine Lehrstelle suchen. Das sind 221 Bewerber oder 11,5 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2017/18. Gesunken, jedoch in schwächerer Ausprägung, ist auch das Angebot der Unternehmen. Mit 1.827 Ausbildungsplätzen meldeten sie 153 Lehrstellen weniger als ein Jahr zuvor; das entspricht einem Minus von 7,7 Prozent. 878 junge Menschen gelten derzeit als unversorgt – 76 weniger als vor einem Jahr, während das Angebot an unbesetzten Ausbildungsstellen mit 1.039 um dreizehn höher liegt. Dieter Knopp: „Das zeigt: Wer über eine klassische Lehre ins Berufsleben einsteigen will, hat beste Startbedingungen. Für die Betriebe wird es allerdings nicht einfacher, geeignete Nachwuchskräfte zu finden.“

Teilnehmer an Qualifizierung und Förderung werden laut Gesetz nicht als Arbeitslose gezählt. Um hier Transparenz zu schaffen, publiziert die Bundesagentur für Arbeit jeden Monat die so genannte Unterbeschäftigungsquote. Sie bezieht zu den Erwerbslosen u. a. all jene ein, die zur Erhöhung ihrer Integrationschancen arbeitsmarktpolitisch gefördert werden. Auf dieser Basis kommt der Agenturbezirk Montabaur auf eine Quote von 4,3 Prozent; vor einem Monat waren es 4,4 Prozent, vor einem Jahr 4,7 Prozent.

In den beiden Landkreisen, die die Agentur betreut, stellt sich die Entwicklung so dar: Für den Westerwaldkreis werden 3.158 Menschen ohne Arbeit gezählt. Das sind exakt 100 weniger als im März und 285 weniger als vor einem Jahr. Die Quote ging innerhalb des vergangenen Monats um 0,1 Prozentpunkte, im Jahresverlauf um 0,3 Punkte zurück und beträgt aktuell 2,8 Prozent.

Im Rhein-Lahn-Kreis sind 1.801 Arbeitslose gemeldet. Das ist ein Rückgang um 211 Personen gegenüber dem März und um 354 Personen gegenüber dem April vergangenen Jahres. Die Quote liegt derzeit bei 2,7 Prozent, was einem Minus von 0,3 Punkten gegenüber dem Vormonat und 0,6 Punkten gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Dank der ausgesprochen guten Entwicklung in jüngster Zeit hat der Rhein-Lahn-Kreis erstmals im langjährigen Vergleich eine günstigere Arbeitslosenquote als der Westerwaldkreis.

.Pressemitteilung der

Bundesagentur für Arbeit

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