Allgemeine Berichte | 10.03.2020

Autor Stefan Gemmel veranstaltete Leseshows in der Kreisstadt

Deutschunterricht der besonderen Art

Die Schülerinnen und Schüler des Peter-Joerres-Gymnasiums lauschten den spannenden Geschichten

Viele Schülerinnen und Schüler kannten bereits einige Werke des Autors. Fotos: KG

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Vier Klassen der Stufen fünf und sechs des Peter-Joerres-Gymnasiums waren zu Gast in der Stadtbibliothek Bad Neuenahr-Ahrweiler, um zwei Leseshows beizuwohnen. Stefan Gemmel, mit über 30 Veröffentlichungen in 18 Sprachen der meistübersetzte Schriftsteller in Rheinland-Pfalz, führt jährlich über 200 Lesungen und Workshops in Schulen und Bibliotheken durch.

Sein Publikum involviert er dabei stets in hohem Maße, passend zur gelesenen Geschichte etwa in Form von Rollenspielen, Spontantheater oder Sprachexperimenten.

So war es auch am 4. März. In einer lockeren, unglaublich lebendigen Einführung zog er seine Zuhörer von der ersten Sekunde an in seinen Bann. Man hörte Sätze wie „Ihr habt ja sogar meine Bücher, cool“, „Ich bin der Autor, Ihr seid die Leser“, oder „Wer von Euch liest (nicht so) gerne?“ und auch „Ich war der totale Nicht-Leser, viele meinen, dass ich als Autor als Baby Buchstaben-Suppe gekriegt habe, nee, so war das nicht“.

Vom Nicht-Leser zum Bücherwurm

Dann erzählte er, wie er zu den Büchern gekommen ist. Als er in der siebten Klasse war, gab es eine neue Deutschlehrerin, Frau Stadtfeld. Sie kam immer mit zwei vollgepackten Taschen in die Klasse. In der einen Tasche waren die Lernmaterialien, in der anderen Tasche waren Bücher, die sie an den Vorabenden aus ihrem Bücherraum mit über 4.000 Büchern zusammengestellt hatte. Mitten im Unterricht gab sie diese Bücher dann ganz gezielt an einzelne Schüler/Innen aus. So bekam auch Stefan Gemmel sein „erstes“ Buch von ihr in die Hand. Frau Stadtfeld kommentierte die Geste mit den Worten: „Stefan, Dein Buch, das wird Dir gefallen!“ Es war Robinson Crusoe in der ersten „Originalübersetzung“, also ein echt dicker Schmöker. Das Buch hat ihn gefesselt und so wurde er zur „Leseratte“ – und tatsächlich wurden nach und nach auch seine Deutschnoten richtig gut. Im Weiteren „packte“ Frau Stadtfeld ihn in die Redaktion der Schülerzeitung, in der er den Umgang mit Texten erlernte, was ihm total viel gebracht habe. Nach der Schule arbeitete er in Zeitungsredaktionen, bevor er begann, Bücher zu schreiben. Inzwischen sind es 50 Bücher in einer großen Bandbreite.

Von Büchern, die einfach nur Spaß machen wollen, über das erste Bilderbuch in Deutschland zum Thema „Armut bei uns“ bis hin zu anspruchsvollen Themen wie Angst, Behinderung oder auch Sterben.

Viele der anwesenden Kinder kannten sein Buch „Mumienwächter: Das Geheimnis der alten Geisterbahn“, also hat er den Schülern in der ersten Leseshow ein paar Szenen aus „Geistergefährte – Die geheimnisvolle Felsenhöhle“ mit verschiedenen Stimmen vorgelesen. Diesem Vortrag folgten die Schüler gespannt. Bevor Stefan Gemmel die erste Show mit Auszügen aus „Marvin – Das Buch aus Feuer und Freundschaft“ interaktiv ausklingen ließ, erklärte er den Kindern auf Frage aus dem sehr interessierten Auditorium, wie er so ein Buch schreibt. So verriet er ihnen, dass er zunächst meist handschriftlich auf einem DIN A4-Blatt die Figuren entwickelt, danach setzt er sich an den Computer und schreibt seine gruseligen und spannenden Geschichten.

In der zweiten Leseshow hat er den Schülern der fünften und sechsten Klasse die Reihe „Schattengreifer“ vorgestellt, wobei der „gruselige“ Leseanteil bei etwa 25 Minuten lag. Danach hat er ihnen gezeigt, wie die Illustratorin Silvia Christoph das Titelbild dazu gestaltet hat.

Zunächst hat er die erste Skizze gezeigt und dann wie aus dieser Skizze nach und nach das fertige Cover entstand. Die Kinder, die wirklich extrem interessiert und aufmerksam waren, zeigten sich überrascht, wie aufwändig und arbeitsreich solch eine Titelbildgestaltung doch ist. Zweifelsohne waren dies zwei sehr interessante Deutschs-tunden für die PJG-Schüler, deren Lehrer in vielen Situationen auch herzlich lachen mussten.

Zur Person

Am 12. Juni 2012 stellte Stefan Gemmel zusammen mit dem „Leserattenservice“ einen Weltrekord auf, als er mit zwei Lesungen vor jeweils über 5000 Kindern in Koblenz das bis dahin größte Publikum bei der Lesung eines einzelnen Autors erreichte und die Aufnahme in das Guinness-Buch der Rekorde schaffte. Für sein außerordentliches Engagement in Sachen Leseförderung wurde ihm bereits 2007 das Bundesverdienstkreuz verliehen und 2013 der Sonderpreis der Moerser Jugendbuch-Jury. 2010 wurde seine Roman-Trilogie „Schattengreifer“ mit dem ersten Saarländischen Jugendbuchpreis ausgezeichnet. 2011 wählte ihn der deutsche Buchhandel zum Lesekünstler des Jahres.

Stefan Gemmel las nicht nur Geschichten vor – er erzählte auch von seiner Arbeit als Autor.

Stefan Gemmel las nicht nur Geschichten vor – er erzählte auch von seiner Arbeit als Autor.

Stefan Gemmel zog die Kinder in seinen Bann und genoss ihre ungeteilte Aufmerksamkeit.

Stefan Gemmel zog die Kinder in seinen Bann und genoss ihre ungeteilte Aufmerksamkeit.

Viele Schülerinnen und Schüler kannten bereits einige Werke des Autors. Fotos: KG

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