Allgemeine Berichte | 20.09.2024

Die achte Vocatium in Koblenz wurde von etwa 3500 jungen Leuten besucht

Die Berufswahl im Fokus

Diese Gesprächrundenteilnehmer und die Vocatiumleiterinnen diskutierten über die Generation Z. Fotos: HEP

Koblenz. „Viele sind berufen, aber nur wenige auserwählt“ steht in der Bibel (Matthäus 22,14). Das galt bei der Messe Vocatium (lateinisch: Berufung) nur für einige der etwa 3500 jungen Besucher, die sich für bestimmte Ausbildungsplätze berufen fühlten.

Warum das oft bei der Generation Z (geboren etwa zwischen 1995 und 2010) so ist, diskutierten zu Beginn der zweitägigen Messe in der Rhein-Mosel-Halle bei einem „runden Tisch“ Leute, die damit Erfahrung haben. Michael Klein (Einstellungsberater bei der Bundespolizei in Koblenz) erklärte, dass das Interesse an einer Ausbildung bei der Polizei oder Bundespolizei sehr groß sei. Aber: „Wir sind keine Fernsehpolizei, denn bei uns sind die Abläufe wie Tag- und Nachschicht, Wochenenddienste und verschiedene Einsätze auch an unterschiedlichen Orten vorgegeben. Also ist man viel unterwegs und muss teamfähig sein.“

Die meisten jungen Leute werden auch von Michael Kröber (Leiter Berufsorientierung Julius-Wegeler-Schule, Karthause) kritisiert, da sie sich aus den sozialen Medien eine falsche Realität vorgaukeln lasse. „Gegen die digitalen Medien kommen wir als Institution nicht an“, beklagte er, versucht es aber, indem beispielsweise vor dem Unterricht die Handys eingesammelt werden.

Praktika sieht Carsten Delkurt, Koordinator Fachoberschule Untermosel (Kobern-Gondorf) als guten und gangbaren Weg für einen Berufseinstieg. Er bemängelte aber, dass viele Betriebe Praktikanten als preiswerte Arbeitskraft sehen und Unternehmen trotz Personalmangels auf Bewerbungen und Anfragen nicht reagierten.

„Beim Ausbildungsstart sind junge Menschen heute 19 oder 20 Jahre alt“, erläuterte Dr. Holger Bentz, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung bei der IHK Koblenz. „Junge Menschen werden anspruchsvoller, wollen Dienstwagen und mehr, damit müssen Betriebe sich auseinandersetzen. Betriebe, die hier auf der Vocatium sind, haben da bereits einen guten Schritt gemacht“, meinte er.

„Handwerker haben bei jungen Leuten den Stempel eines Berufs zweiter Klasse“, beklagte Jens Fiedermann, Leitung Ausbildungswesen bei der Handwerkskammer Koblenz und weiter: „Das Leistungsprinzip geht verloren, Betriebe ziehen sich aus dem Ausbildungssektor zurück. Der muss mehr in den Focus und drehen, dass man studieren müsse.“

Hanna Rhein-Op den Camp, beim Institut für Talententwicklung Projektleiterin der Vocatium Koblenz, sieht die Generation Z eher positiv: „Sie sind technologieaffin, umweltbewusst und suchen eine Tätigkeit die Freude bereitet. Durch den Fachkräftemangel können sie wählerisch sein. Wichtig für die Berufsorientierung sind dabei die Lehrer.

Die Vocatium hat sich in Koblenz als ein unverzichtbares Forum für den Austausch zwischen Unternehmen, Bildungseinrichtungen und den Fachkräften von morgen etabliert. Das erfolgreiche Konzept der vorbereiteten, individuellen Beratungsgespräche nutzten wieder tausende Besucher.

Abgerundet wurde die Messe durch ein umfangreiches Vortragsprogramm mit Kurzreferaten in denen über Ausbildungsberufe und Studienfächer informiert und Tipps für die Berufswahl u.ä. gegeben wurde.

HEP

An vielen Ständen gab es Gedränge.

An vielen Ständen gab es Gedränge.

Die Berufswahl im Fokus

Diese Gesprächrundenteilnehmer und die Vocatiumleiterinnen diskutierten über die Generation Z. Fotos: HEP

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