Allgemeine Berichte | 13.12.2016

Buchvorstellung des Bürgervereins Kesselheim e.V.

Die Gefallenen und Vermissten aus Kesselheim: Eine Mahnung für den Frieden

(v.l.) Alfred Mehlbreuer, Frank Schuth, Hans-Klaus Daumen. HH

Koblenz. „Die Gefallenen und Vermissten aus Kesselheim: Eine Mahnung für den Frieden“ - unter diesem Titel stellte der Bürgerverein Kesselheim e.V. im Casino des Bürgervereins das gleichnamige Buch zur Geschichte Kesselheimer Familien des 1. und 2. Weltkrieges vor.

Hans–Klaus Daumen, ehem. Ortsvorsteher, hatte in jahrelanger Kleinarbeit in mehreren Familien recherchiert und mit freundlicher Unterstützung vom Leiter des Koblenzer Stadtarchivs, Michael Koelges, das Buch erstellt. Gedruckt wurde dann dieses Werk mit freundlicher Unterstützung von der Druckerei Fölbach. In seiner Begrüßungsansprache hob der Vorsitzende des Bürgervereins, Frank Schuth, die herausragende Leistung des Autors hervor.

Bevor jedoch Hans-Klaus Daumen selbst zu Wort kam, sprach Alfred Mehlbreuer, der in Münster tätig ist, über die Wichtigkeit solch einer Literatur. Er erinnerte an die Familien, die Angehörige verloren hatten, die in den beiden Kriegen gefallen sind oder vermisst wurden.

Keine Zukunft ohne Vergangenheit

„Ohne Vergangenheit gibt es keine Zukunft“, das ist das Credo, das Alfred Mehlbreuer jedem ans Herz legte, sowie das Zitat „Erinnerung ist ein Paradies, aus dem man nicht vertrieben wird“.

Damit gab er das Mikrofon an Hans-Klaus Daumen, der nun einige Passagen aus seinem Werk vortrug. Daumen führte über Jahre Gespräche mit Familien und brachte Fotos zutage, die im vergangenen Jahr am 8. Mai 2015 Anlass einer Ausstellung waren. 70 Jahre nach Kriegsende wurde mit einem Ökumenischen Gottesdienst der Opfer gedacht, die heute zum größten Teil in diesem Buch erwähnt werden. Ortsvorsteher Herbert Dott lobte schon im vergangenen Jahr die Bereitstellung der originalen Dokumente.

Welches Leid einige Kesselheimer Familien erfahren mussten, davon handelt dieses Buch. Eine kleine Anekdote, die alle sehr betroffen gemacht hatte, war die Geschichte einer Witwe, die in den letzten Kriegsjahren ihren Ehemann verloren hatte, aber nie wusste, wo er begraben war. Erst 2002 bei dem schlimmen Hochwasser am Oder-Bruch fand man in der Nähe eines kleinen Dorfes ein Massengrab mit mehreren deutschen Soldaten. Nach langen Untersuchungen stellte man fest, dass sich unter diesen Toten auch der 1944 gefallene Ehemann dieser Witwe aus Kesselheim befand. Man konnte ihr dann sogar den Ehering ihres Mannes als Andenken zurückgeben. Die Toten wurden dann in der Nähe des kleinen Ortes beigesetzt und so konnte die Familie endlich ihren Frieden schließen. Solche und noch andere Geschichten und Tragödien werden in diesem Buch geschildert. Dieses Buch stellt ein Dokument der Dorfchronik von Kesselheim dar und ist gewidmet den Gefallenen, Vertriebenen und Vermissten. Wie heißt es im Titel: „Eine Mahnung für den Frieden“:

Wer sich für das Buch interessiert, kann sich wenden an Hans-Klaus Daumen, Hintermark 16, 56070 Koblenz-Kesselheim, Tel.0261/81357, E-Mail: hkdaumen@gmx.de.

(l.) Hans-Klaus Daumen, (r.) Michael Koelges, Leiter des Koblenzer Stadtarchivs.

(l.) Hans-Klaus Daumen, (r.) Michael Koelges, Leiter des Koblenzer Stadtarchivs.

Alfred Mehlbreuer referierte über die Wichtigkeit der Literatur.

Alfred Mehlbreuer referierte über die Wichtigkeit der Literatur.

Hans-Klaus Daumen hatte in jahrelanger Kleinarbeit in mehreren Familien recherchiert.

Hans-Klaus Daumen hatte in jahrelanger Kleinarbeit in mehreren Familien recherchiert.

(v.l.) Alfred Mehlbreuer, Frank Schuth, Hans-Klaus Daumen. Fotos: HH

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