Allgemeine Berichte | 03.05.2021

Neue Skulptur für die Bad Bodendorfer Rievkooche

„Die Mamm mit der Pann“ grüßt Wanderer und Einheimische

Gruppenbild mit Dame aus Beton, Jürgen Warf, Reinhold Steinborn und Bernhard Knorr. Foto: BL

Sinzig. Die Spitznamen für ihre Bewohner sind für viele Ortschaften auch so etwas wie Synonyme für Einwohner und den Ort selbst. So sind die Westumer „die Murre“, die Löhndorfer „die Oosse“, die Koisdorfer die Käskömpche und die Sinziger Kernstädter natürlich die „Stadtmauredresse“. Der Spitzname für die Bad Bodendorfer lautet seit vielen Jahren „die Rievkooche“.

Ein Namensdenkmal gibt es heute schon, denn die 2010 gegründete Karnevalsgesellschaft heißt „KG Blau-Weiß Rievkooche“. Am Maifeiertag wurde nun auf der Insel der Düfte an der Einmündung der Schützenstraße in die Hauptstraße im Wortsinne ein weiteres Denkmal offiziell enthüllt und eingeweiht sowie mit Sekt getauft. „Die Mamm mit der Pann“ ist eine fast 400 Kilogramm schwere Skulptur aus Spachtelbeton, die vom Bad Bodendorfer Künstler Reinhold Steinborn geschaffen wurde und sozusagen ein Geschenk für die Dorfgemeinschaft ist.

Bei der Einweihung gab es gleich eine ganze Reihe von Besonderheiten zu beachten: Denn am 1. Mai ist im Ort normalerweise sehr viel los. Der Maibaum wird gestellt (Junggesellen), es wird in den Mai getanzt (Feuerwehr) und der Wonnemonat wird auch gesanglich begrüßt (MGV Eintracht). Doch all diese Aktivitäten finden in Pandemiezeiten natürlich nicht statt. Der Ersatz war somit die kleine Einweihungsfeier mit viel Abstand und Coronaregeln zu der Ortsvorsteher Alexander Albrecht einige Dorfaktivisten begrüßen konnte. Wer in Bad Bodendorf übrigens genau hinhört, entdeckt auch eine kleine linguistische Besonderheit. Denn der Bad Bodendorfer selbst sagt ja „Reifkooche“, schreibt aber „kölsch-orthodox“ Rievkooche. Das ist aber dann wohl eine Sprachgeschichte für sich.

Künstler und Schöpfer Reinhold Steinborn, dessen Werke und Schöpfungen ja gern auch mit einem gewissen Augenzwinkern versehen sind, schenkte die Skulptur der Dorfgemeinschaft, dem Heimat- und Bürgerverein und natürlich auch der KG Rievkooche. In Zukunft soll sie Wanderer grüßen und die einheimischen an ihren eigenen Spitznamen erinnern. Bernhard Knorr, Ehrenvorsitzender des Heimat- und Bürgervereins freute sich über die neue Skulptur und nannte sie eine Hommage an den Ort. Zudem wird damit eine Entwicklung fortgesetzt, den Rundweg der Düfte auch langsam zu einem Rundweg der Künste werden zu lassen.

Steinborn selbst führte aus, dass natürlich auch der „Rievkooche-Walzer“ der Kölner Kultband Bläck Fööss Inspiration für die Skulptur war. Denn die Refrainzeile „Mamm, Mamm schnapp dir de Pann, mir wollen Rievkooche hann" kennt nicht nur in Bad Bodendorf jedes Kind.

Von der Kultband aus Köln gab es übrigens eine kleine Grußadresse an die Bad Bodendorfer, in der bescheinigt wurde, dass man zur richtigen Zeit das vollkommen richtige Denkmal mit der vollkommen richtigen Kultfigur errichte. Der KG-Gründungsvorsitzender Jürgen Werf hatte die entsprechenden guten Kontakte spielen lassen. Sozusagen als Gegengeschenk gab es von der KG das gerahmte Grußwort für Künstler Reinhold Steinborn. Getauft wurde die Mamm mit der Pann übrigens mit einem Schlückchen Sekt, der anschließend auch den Teilnehmern der kleinen Feier kredenzt wurden. „Die Mamm mit der Pann“ soll fester Bestandteil des Ortes und seiner Historie werden und auch in Bad Bodendorf hofft man, dass man im nächsten Jahr wieder wie gewohnt mit den zahlreichen Festveranstaltungen in den Mai feiern kann.

Die Skulptur wird übrigens in ihrem Original Grauton bleiben. Der Beton wurde von Steinborn detailliert modelliert und erhält keine weitere Bemalung. Ursprünglich waren in der Pann übrigens auch ein paar Rievkooche dargestellt, die man dann aber doch nicht dem Vandalismus oder sehr gut gemeinten Mai-Streichen aussetzen wollte. BL

Gruppenbild mit Dame aus Beton, Jürgen Warf, Reinhold Steinborn und Bernhard Knorr. Foto: BL

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