Allgemeine Berichte | 06.03.2019

Frauentreff Meckenheim e.V. besucht Ausstellung Fast Fashion

Die Schattenseiten der Mode

Vom Entwurf bis zur Auslieferung der Kollektion weniger als zwei Wochen

Der Frauentreff Meckenheim im Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln.Foto: privat

Köln/Meckenheim. Sehr interessiert lauschten die siebzehn Frauen des Frauentreffs Meckenheim e.V. der Führerin durch die Sonderausstellung im Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln, Laura Winkler, die einige wichtige Aspekte der Textilherstellung erläuterte.

Viele Billig-Mode-Ketten produzieren circa alle vierzehn Tage eine neue Kollektion. Da ist es wenig verwunderlich, dass T-Shirts, die 2 Euro gekostet haben, oft nicht mehr gewaschen, sondern gleich weggeworfen werden.

Jeder Deutsche entsorgt pro Jahr 27 kg Altkleider. Wenn Shirts oder Jeans so billig sind wie in vielen Geschäften hierzulande, trennt man sich auch schnell wieder von ihnen. Der Preis für ein Billigshirt kommt so zustande: 2,10 Euro für den Handel, 0,65 Euro für Marketing, 0,79 Euro für Steuern, 0,82 Euro Gewinn für die Fabrik, wo das Shirt genäht wird, 0,40 Euro für das Material, 0,06 Euro für den Transport, 0,13 Euro für den Lohn der Näherin. Aber auch wenn T-Shirts im Verkauf mehr kosten, werden sie oft zu ähnlichen Bedingungen hergestellt.

80 Prozent der Näherinnen sind Frauen, die circa 80 Euro im Monat verdienen bei einer Arbeitszeit von 60 bis 80 Stunden pro Woche. Absicherung bei Krankheit und Mutterschaft gibt es nicht.

Ähnlich schlechte Bedingungen herrschen auch in der Landwirtschaft, wo die Baumwolle angebaut wird. Der Einsatz von Pestiziden ist sehr hoch, die Arbeiter arbeiten oft ohne Schutzkleidung.

Auch beim Färben der Stoffe wird viel giftige Farbe eingesetzt, der die Arbeiter schutzlos ausgesetzt sind. Abwasser wird oft ungeklärt in die Gewässer gelassen.

Auch wenn sich nach dem Fabrikeinsturz einer Textilfabrik in Bangladesch einiges verbessert hat, bleiben die Bedingungen für die Arbeiterinnen doch überwiegend schlecht.

Durch alle diese Missstände aufgeschreckt, hat sich die Bewegung „Slow Fashion“ entwickelt, die versucht, wieder auf traditionelle Materialien zurückzugreifen (Flachs, Hanf) und die auf bessere Arbeitsbedingungen achtet. So gibt es in Chile die Designerin Andrea Oneto, die aus Alpakawolle sehr schöne Designmode im englischen Kolonialstil herstellt. In Indien werden ausgemusterte Saris neu bestickt und verarbeitet, in Japan wird Kleidung aus Lumpen hergestellt und in Uganda gibt es Kleidung mit einer Beimischung von Rindenbast. Eine andere Möglichkeit, Textilien zu sparen ist das sogenannte Upcyceln, wo aus alten Kleidungsstücken neue genäht werden.

Recht nachdenklich verließ man das Museum und konnte beim Kaffeetrinken noch Eindrücke austauschen.

Der Frauentreff Meckenheim im Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln.Foto: privat

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