Polizeihubschrauberstaffel ist wichtig für die Innere Sicherheit
Die „Sperber“ bleiben in Winningen
Innenminister Roger Lewentz besuchte den Stützpunkt und kündigte Investitionen in die Helikopter an
Winningen. Beim Besuch der Polizeihubschrauberstaffel in Winningen informierte Innenminister Roger Lewentz, gemeinsam mit dem Leiter der Abteilung Polizei Karl-Otto Dornbusch und dem Leiter der Hubschrauberstaffel Ralf Schmitz, über die Lage und kündigte Investitionen an. Zwei Hubschrauber des Typs Eurocopter H mit TV- und Wärmebildtechnik sind bei der Polizeihubschrauberstaffel (PHUST) im Einsatz. Für ihre Kennung benutzen die Piloten die Namen „Sperber I“ und „Sperber II“.
Zusammenarbeit mit Hessen soll ausgebaut werden
Lange Zeit fürchteten die 36 Bediensteten, davon 24 Polizeibeamte, um den Standort. In der Planung war eine Zusammenlegung mit PHUST im hessischen Egelsbach. Monatelang wurde das Für und Wider ausgelotet. Am Ende war klar: Es spricht mehr für den Verbleib des Stützpunktes in Winningen. Es ist eine gute Zusammenarbeit mit den Kollegen in Hessen, mit gegenseitigen Einsätzen, wenn nötig. Zusammen stehen fünf Hubschrauber und ein Flächenflugzeug zur Verfügung. Die hessischen und rheinland-pfälzischen Hubschrauber unterscheiden sich in Größe und Technik, mit ein Grund, dass die Zusammenlegung scheiterte. Auch die Liegenschaften, die einen Umbau und hohe Investitionen erforderlich machen würden, waren ein ausschlaggebender Grund. „Wir wollen die Zusammenarbeit weiter ausbauen“, erklärte Karl-Otto Dornbusch, „und suchen nach weiteren Feldern der Kooperation.“ Für Ralf Schmitz ist klar: „Wir haben ein optimales Einsatzmanagement mit Hessen. Die Kooperation soll vertieft werden, wir planen eine Bereitschaft an Sonn- und Feiertagen.“ Telefonisch stimmt sich die Winninger Staffel mit Hessen über Personal und Material ab, fünf Maschinen sind ein besseres Potenzial, um schneller und besser mehr Einsätze fliegen zu können. Ein guter Grund für das Verbleiben der Polizeihubschrauberstaffel in Rheinland-Pfalz. Positiv für den Erhalt der Staffeln an ihren Standorten ist auch deren zentrale Lage, von wo aus die Einsätze in den jeweiligen Bundesländern optimal geflogen werden können.
Gestiegene Herausforderungen durch den Terrorismus
Der Innenminister bezeichnete die Winninger Hubschrauberstaffel als wichtige Säule der inneren Sicherheit in Rheinland-Pfalz. „ Unsere gesamte Polizei richtet sich an den gestiegenen Herausforderungen durch den internationalen Terrorismus aus. Dazu gehört auch unser fliegendes Personal“, erklärte Lewentz. Er erinnerte daran, dass die Winninger Polizisten und Polizistinnen während der schrecklichen Anschläge von Paris in Alarmbereitschaft versetzt worden waren: „Es war zeitweise unklar, ob Terroristen möglicherweise in Richtung Rheinland-Pfalz flüchten.“ Herausragende Einsätze waren aber auch „Rock am Ring“, die ADAC Rallye Deutschland, der Rheinland-Pfalz-Tag in Ramstein-Miesenbach oder der G7-Gipfel in Bayern.
Dass das Land in die Helikopter investieren will, hörte der Leiter der PHUST Ralf Schmitz gerne. „Wir werden unsere beiden Hubschrauber jetzt mit einem verbesserten Kamerasystem ausstatten, um auf terroristische Lagen und eine enge Zusammenarbeit mit den Spezialeinheiten noch besser reagieren zu können“, kündigte Lewentz an. 3,05 Millionen Euro kostet die künftige Videotechnik. Damit können die Maschinen weitaus höher fliegen, aber dennoch scharfe und hoch auflösende Bilder an die Einsatzzentrale liefern. „Es ist für uns ein taktischer Vorteil bei Observationen und Zugriffen. Je höher der Hubschrauber fliegt, umso geringer die Wahrnehmung der Verdächtigen“, erklärte Schmitz. Innerhalb eines Jahres kommen mehr als 1000 Flugstunden zusammen, 2015 waren es 1298. Innenminister Lewentz überzeugte sich, dass die beiden Hubschrauber auf dem aktuellen Stand der Technik sind: „Im Hinblick auf den Wartungszustand und die Laufzeit pro Maschine sind sie etwa in der Mitte eines realistischen Lebenszyklus angekommen.“ Den Vorwurf des Landesvorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft Benno Langenberger, der Material und Kameras als „Edelschrott“ bezeichnete, weist der Minister weit von sich: „Wir würden keinen Hubschrauber in die Luft schicken, wenn wir Bedenken hätten, das Fluggerät wäre nicht in Ordnung.“ Kaum ausgesprochen, setzte sich Lewentz ohne Bedenken für einen Rundflug über Rhein und Mosel in einen Helikopter, dessen Pilot ihm seinen Wohnort Kamp-Bornhofen aus der Vogelperspektive zeigte.
Ein faszinierender Blick über die Region bot sich nicht nur den Piloten.
Eine Menge Technik istim Cockpit zu beherrschen.
Zur Lage und über künftige Investitionen informierten (v. l.) der Leiter der Abteilung Polizei Karl-Otto Dornbusch, Innenminister Roger Lewentz und der Leiter der Polizeihubschrauberstaffel Ralf Schmitz. Fotos: EP
Innenminister Roger Lewentz beim Rundflug über Rhein und Mosel.
Ein aktuelles Video zu diesem Thema finden Sie im Internet unter: www.blick-aktuell.tv Reinschauen lohnt! Viel Spaß.
