Historischer Stammtisch
Die Stadt Montabaur im Spätmittelalter
Mit großem Interesse verfolgten die Teilnehmer die Ausführungen von Dr. Paul Possel-Dölken
Montabaur. Der „Historische Stammtisch“ setzte kürzlich die Vortragsreihe in der Bürgerhalle des historischen Rathauses fort. Dr. Paul Possel-Dölken referierte vor einem interessierten Zuhörerkreis über das Thema „Die Stadt Montabaur im Spätmittelalter“ und beantwortete im Anschluss noch spezielle Fragen einiger Teilnehmer.
Nach dem Ausbau der Burg Montabaur im 13. Jahrhundert, der Verleihung der Stadtrechte im Jahr 1291 durch König Rudolf von Habsburg und der Befestigung der städtischen Siedlung durch Mauern, Türme und Tore entwickelte sich Montabaur im 14. Jahrhundert zur kurtrierischen Residenz der rechtsrheinischen Gebiete des Erzstifts Trier.
Erläutert durch Bilder berichtete der Referent über die einflussreiche Rolle des Erzbischofs und Kurfürsten Balduin von Luxemburg in der Reichspolitik und in seiner Auseinandersetzung mit den Westerwälder Grafen und Herren. Auch als Stadtherr in Montabaur prägte er die Entwicklung dieser Stadt zu einer Amtsstadt mit aufblühendem Handwerk und Handel in der Region bis zu den Messestädten Frankfurt und Friedberg.
Die städtische Bürgerschaft, die zunächst allein vom Stadtschultheiß und den Schöffen, später auch von einem Bürgermeister und dem Stadtrat regiert wurde, schuf sich mit der neu erbauten, größeren Pfarrkirche „St. Peter in Ketten“ einen religiösen und kulturellen Mittelpunkt in der Stadt, deren damals hartes Leben von den Handwerks- und Kaufmannszünften geprägt war. Die Ausbreitung der Pestseuche ließ das Spätmittelalter nach 1348 zu einer Zeit werden, in der neben dem täglichen Ringen der Bevölkerung um Broterwerb und Auskommen der Tod und das Verderben die ständigen Begleiter waren und ihren Lebensraum die Stadt mit ihren Bürgerrechten und Bürgerpflichten bildete.
